Abgemagert und ausgesetzt

Tierrettungen aus Messi-Wohnungen belasten Tierheim

+
Einer der Bewohner des Tierheims Babenhausen: Kater Jake.

Babenhausen - Im kommenden Jahr feiert das Tierheim in Babenhausen sein 40-jähriges Bestehen. Seitdem kümmern sich die Mitarbeiter um Hunde, Katzen und Kleintiere. Und erleben immer häufiger erschreckende Szenarien. Von Yvonne Fitzenberger

Mischlingsrüde Gigi

Hinter den geschlossenen Toren werden Besucher direkt von ihnen begrüßt: Gigi und Trixi sind nur zwei der 30 Hunde, die zurzeit im Tierheim leben. Zusammen mit den besten Freunden des Menschen leben noch acht Katzen und zwei Kaninchen auf dem Gelände.
Um die Tiere kümmern sich Beate Balzer, erste Vorsitzende, und Marcus Neff. Unterstützt werden sie von einer Auszubildenden zur Tierpflegerin für Tierheim/ -pension und drei Bundesfreiwilligendienstleistenden. Gemeinsam versorgen sie die herrenlosen Vierbeiner. „Dass wir den ganzen Tag nur die Tiere streicheln, ist eine Wunschvorstellung“, sagt Balzer. Die meiste Zeit müsse für die Pflege und vor allem das Saubermachen aufgebracht werden. „Das Tierheim ist inzwischen ein Kleinbetrieb“, berichtet die erste Vorsitzende. Neben der Versorgung der Tiere müssen sich die Mitarbeiter und Helfer um die Besucher kümmern. Auch als Seelentröster fungieren sie. „Manche Leute sind sehr traurig, wenn sie ihre Tiere abgeben müssen“, weiß Balzer.

Tiere aus Messi-Wohnung gerettet

Aber auch die Tierfreunde erleben teils Erschreckendes. Erst vor kurzem holten sie Tiere aus einer Messi-Wohnung. „Das ist immer wieder erschreckend“, sagt die ehemalige Reisekauffrau und treibt das Tierheim an seine finanziellen Grenzen. Zwei der Katzen, die seitdem im Babenhäuser Tierheim wohnen, sind Edward und Jake. Sie sind zirka drei bis vier Monate alt. Die Pfleger haben die zwei Stubentiger inzwischen aufgepäppelt. „Sie waren total abgemagert, als sie zu uns kamen“, erinnert sich Marcus Neff. Von ihrem Leben in der Messi-Wohnung ist den Freigängern nichts mehr anzusehen.

Die Kaninchen Silver und Lucy

Ein anderes Schicksal traf die Böcke Silver und Lucy. Die Kaninchen wurden vor dem Tierheim still und heimlich ausgesetzt. „Der Polizeizwinger vor der Heim wurde aufgebrochen und die Kaninchen da rein gesetzt“, erinnert sich Balzer. Sie waren zu fünft, so die Tierpflegerin, auf zwei Boxen aufgeteilt. „Wir dachten, sie seien nach Geschlecht getrennt.“ Ein Irrtum, wie sich später herausstellte. Deswegen trägt einer der Böcke einen Mädchennamen.

Tieren ein neues Zuhause schenken: Adoptieren oder kaufen? 

Dass Silver ein liebevolles Zuhause bekommt, liegt den Pflegern besonders am Herzen. Einer der Hinterläufe des Kaninchens ist verdreht. „Es muss regelmäßig sauber gemacht werden“, sagt Neff. Ansonsten macht das Silver aber gar nichts aus. Munter hoppelt er mit seinem Bruder durch den Stall. Weibchen sollten sich aber nicht mit ihm ein Gehege teilen. Denn der Bock ist nur zur Hälfte kastriert. „Wir wissen nicht, ob es eine Fehlbildung ist“, erklärt Neff.

Der älteste Bewohne im Heim ist Gigi. Der Mischlingsrüde stammt aus Rumänien. Angeblich soll er um die zwölf Jahre alt sein. „So fit wie er ist, ist er erst zwischen sieben und neun Jahren alt“, sind sich Balzer und Neff einig. Denn selbst nach zwei Stunden Gassi gehen, ist der Heim-Älteste immer noch fit.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare