Jury kürt Sieger des Wettbewerbs "Verkehrskreisel"

Torbogen schlägt Bierbrauer

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Die Jury mit Kurt Schlösser, Sabine M. Gottstein, Timo Kraus, Prof. Dr. Robert Seuß und Jan Bürli (von links).

Babenhausen - Geht es um die Gestaltung ihrer Kreisel zeigen sich die meisten Kommunen nicht allzu kreativ: Meist werden sie mit ein paar Blümchen bepflanzt oder in die Mitte kommt ein Baum. Von Michael Just

In Babenhausen geht man passionierter an das Thema heran: So rief der Gewerbeverein vor ein paar Monaten unter seinem ehemaligen Vorsitzenden Kurt Schlösser den Wettbewerb „Verkehrskreisel“ aus. Dabei waren kreative Köpfe gefragt, Ideen für Gestaltung der derzeit vier Kreisel der Stadt, den zukünftigen Kreisel am Bahnhof sowie diverse Querungshilfen in den Stadtteilen einzureichen. Am Wochenende wurden in der Stadtmühle die Ergebnisse präsentiert.

„30 Interessierte forderten die Wettbewerbsunterlagen an. Am Ende resultierten daraus neun Arbeiten“, erzählt Kurt Schlösser. Die wurden von einer neunköpfigen Jury, die unter anderem aus lokalen Künstlern, einer Architektin aus Darmstadt, einem Professor für Geo-Information sowie der Babenhäuser Bürgermeisterin und dem Stadtverordnetenvorsteher bestand, begutachtet.

Wiedererkennungswert besonders wichtig

Wichtig war den Organisatoren laut Ausschreibung, dass die Kreisel dem Durchreisenden einen Wiedererkennungswert für die Gersprenzstadt bieten und dass sie identitätsstiftend auf die Bevölkerung wirken. Die Kreisel sollen zudem durch ein einheitliches Element verbunden sein.

Fast alle eingereichten Vorschläge zeigten auf, dass reichlich Mühe investiert wurde. Da wurde gemalt, gezeichnet und auch auf Tellern oder Fliesen Modelle mit viel Kleinarbeit gebastelt. Auffallend ist, dass die beiden ersten Preise jeweils an Bildhauer gehen. Mit Usch Quednau und Martin Konietschke stammen die nicht aus Babenhausen, sondern aus Köngernheim und Dieburg.

Der erste Platz, und damit das Konzept von Quednau, beinhaltet verschiedene Variationen von Torbögen, die eher schlicht und von gradliniger Natur sind. „Das Tor ist eine typische Form für Babenhausen. Es setzt eine Basis, die dann Spielraum für Formen und Ausrichtung eröffnet“, lobte Jury-Mitglied Prof. Dr. Robert Seuß. „Die Idee stach heraus. Mehrere Kreisel lassen sich mit einem einheitlichen Konzept kombinieren“, so Schlösser.

An Ideen mangelte es nicht

Der Zweitplatzierte Martin Konietschke kann sich sehr gut Bronze-Figuren auf einem Naturstein vorstellen. Dazu zählen etwa ein tanzendes Paar, ein Bierbrauer mit Fass, eine Cellba-Puppe, Flüchtlinge in Erinnerung an das Babenhäuser Lager für „displaced persons“, Historisches wie eine gefesselte Hexe oder ein modernes Stillleben „mit dem Schrott der Geschichte.“

An Ideen mangelte es kaum einem der Teilnehmer. Ausgefallen kamen ein kleines Segelflugzeug, ein Tor zum Rhein-Main-Gebiet, ein überdimensionierter Einkaufswagen oder große, abstrakte Plastiken daher. Ebenfalls gerne verwendet: Pferde u nd ihnen dienende Springhindernisse in Anlehnung an den Titel Babenhausens als Pferdestadt.

Für die Jury zeigte sich die Verbindung zu den Vierbeinern aber als zu einfach, genauso wie die Idee, die historischen Bauten in der Altstadt in Miniaturform auf die Kreisel zu platzieren. „Wir haben sie doch groß und im Original. Da sind sie nochmal klein eigentlich unnötig“, so Schlösser.

Die beiden Erstplatzierten dürfen sich über 600 und 500 Euro freuen, die Sponsoren, wie die Sparkasse Dieburg, die Volksbank Maingau, der Gewerbeverein und die Stadt, ausgelobt haben. Dazu wurden noch zwei Anerkennungspreise mit je 200 Euro vergeben. Alle Preise werden demnächst in einer separaten Veranstaltung überreicht. Ob die ausgewählten Arbeiten zukünftig auch die Kreisel zieren werden, steht noch nicht fest. „Wir geben die Ergebnisse und unsere Bewertung an die Stadt weiter. Die wird dann die Machbarkeit und eine Umsetzung prüfen“, so Schlösser.

Quelle: op-online.de

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