Tour mit Schnaps und Schmalz

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Beim Nachtwächterrundgang durch Babenhausen mit Burkhard Schimpf, der speziell für die Feuerwehr-Truppe aus Harreshausen gebucht war, durften weihnachtliche Gesänge und wärmender Schnaps nicht fehlen.

Harreshausen ‐ Die Zeiten, in denen Weihnachtswanderungen bei milden, fast frühlingshaften Temperaturen stattfinden, scheinen vorbei. Von Michael Just

Nachdem die Feuerwehr Harreshausen schon 2009 bei 15 Grad minus unterwegs war, bewegte sich die Quecksilbersäule auch jetzt in einem davon nicht allzu weit entfernten Anzeigebereich. Zumindest kam den bewegungsfreudigen Teilnehmern am späten Samstagnachmittag zugute, dass die Wanderung nicht wirklich einen langen Fußmarsch beinhaltete.

„In letzter Zeit haben wir uns verstärkt ein Wanderthema ausgesucht; ob mit dem Förster, einem Gast vom Heimat- und Geschichtsverein oder einem Brückenfachmann, der das Wie und Wann der alten Übergänge erläutert – das ist interessanter als nur spazieren zu gehen“, so Ulrich Hartmann vom Vorstand des Feuerwehrvereins.

Zuerst marschierte man entlang der Allee in die Kernstadt und wärmte sich vor der Stadthalle bei Glühwein und Schmalzbrot auf. Es folgte ein Nachtwächterrundgang mit Burkhard Schimpf, der speziell für die Truppe aus Harreshausen gebucht war. Der Abschluss nach 90 Minuten historischer Stadtführung fand im „Kaiserlich“ statt.

23 Köpfe zählten die Wanderer, darunter auch drei Kinder und mehrere Frauen. „Das Programm ist für die ganze Familie gedacht. Die Männer machen irgendwann spontan auch nochmal eine eigene Tour“, erzählt Hartmann. Für alle Beteiligten hatte Schimpf reichlich Infos parat, darunter auch die Herkunft des Wortes „steinreich“. „Wer früher wohlhabend war, baute sein Haus nicht aus Holz sondern aus Stein“, tat er vor dem Burgmannenhaus kund. Zum Rundgang gehörten auch diverse Weihnachtslieder, für die der Mann mit dem spitzen Hut und der Barde Liedzettel verteilten. Vor dem Gesang wollten sich einige Kameraden drücken indem sie anführten, dass es zu dunkel für das Lesen des Textes sei. „Dann stellt euch eben unter die Laterne“, entgegnete Schimpf, der im wahren Leben Schornsteinfeger ist, schlagfertig.

Für seinen Humor und sein originelles Auftreten wurde er von den Mitgliedern des Feuerwehrvereins regelmäßig mit einem Schnaps bedacht. Den hatten sich die Blauröcke als Durchhalteverstärkung von der Rast sicherheitshalber mal mitgenommen. Der und natürliche Abhärtung schienen dazu zu führen, dass die Minusgrade kaum eine Angriffsfläche fanden. So war schon verwunderlich, dass das Gros der Wanderer Jeans statt einer dicken Ski-Hose trug. Wie Ulrich Hartmann berichtete, sei er Vermesser und das Arbeiten im Freien gewohnt. Während Joachim Funk, stellvertretender Ortsvorsteher von Harreshausen, einräumte, zumindest eine lange Unterhose zu tragen, führte Rentner Gerhard Mahr unbeeindruckt an, ohne dergleichen auszukommen.

Quelle: op-online.de

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