IKEK-Forum zeigt Möglichkeiten

Touristen sind wichtig

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Hartmut Kind (links) hat beim IKEK-Forum immer ein offenes Ohr für die Bürger.

harpertshausen - Deutschland wird immer älter. Mit Hinblick auf den demographischen Wandel ist das Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept (IKEK) bemüht, dass Babenhausen und seine Stadtteile auch langfristig attraktiv sind. Von Corinna Hiss 

Im vierten IKEK-Forum im DRK-Heim in Harpertshausen fanden am Donnerstagabend wieder die Bürger zusammen. „Die Weihnachtspause hat uns sicher allen gut getan und vielleicht die ein oder andere Idee zutage gefördert“, begrüßte Hildegard Michels-sen von der Dorf- und Regionalentwicklung des Landkreises die rund 30 anwesenden Bürger. Beim ersten Treffen im neuen Jahr wurde dort angeknüpft, wo das letzte geendet hatte: Gemeinsam wurde sich mit Hartmut Kind vom Büro SP Plus aus Bad Nauheim in Gruppen zusammengesetzt und an der konkreten Umsetzung des IKEK gearbeitet. Kind und Michelssen leiten die IKEK-Foren von Beginn an.

Babenhausen und seine Stadtteile wurden in das Dorferneuerungsprogramm des Landes Hessen aufgenommen. Mit dem IKEK soll nun erarbeitet werden, welche Projekte konkret gefördert werden. Im Moment beträgt die Förderquote 70 Prozent, der Gesamtstadt stehen dabei in einem Zeitraum von zehn Jahren 750.000 Euro zur Verfügung. „Im Mittelpunkt des IKEK steht Babenhausen, das mit der Kernstadt und seinen Stadtteilen eine Einheit bildet“, betonte Michelssen noch einmal. Konkret bedeutet das: Neue Konzepte, die die Kernstadt betreffen, können sich auch positiv auf die Bewohner der Stadtteile auswirken. Eine gute Nachricht hatte sie bereits zu Beginn der Veranstaltung: „Ab jetzt ist auch die private Förderung im Rahmen des Dorferneuerungsprogramms möglich.“ Das bedeutet, dass Privatpersonen, die ihr Haus sanieren oder wärmedämmen wollen, mit maximal 30 000 Euro bezuschusst werden können. „Alles wird gefördert, das das Gesamtbild der Stadt verbessert“, sagte Michelssen. Darunter zählt auch die Erhaltung des alten Stadtbildes mit seinen Fachwerkhäusern.

Das vierte IKEK-Forum stand ganz im Zeichen des Tourismus. Denn „Tourismus spielt für Babenhausen eine große Rolle“, teilte Katharina Kreutz von der IHK Darmstadt den verdutzt dreinblickenden Bürgern mit. Babenhausen als Tourismus-Magnet? Das konnten sich viele nicht so recht vorstellen. Die Zahlen, die Kreutz vorlegte, bewiesen es aber: Babenhausen profitiert von allen ländlichen Kommunen im Landkreis Darmstadt-Dieburg am meisten vom Tourismus. Insgesamt 307 Betten stehen zur Verfügung, in denen im Jahr 2012 insgesamt 64.000 Mal genächtigt wurde. „Die Tendenz ist sogar steigend“, sagte Kreutz. Sie appellierte an alle Anwesenden, dass es sinnvoll sei, in die Tourismus--Branche zu investieren und die Angebote der Stadt weiter auszubauen.

Babenhausens Schokoladenseite zeige sich vor allem in Outdoor-Aktivitäten wie Radfahren oder Reiten, aber auch in der regionaltypischen Kultur, die Burgen, Schlösser und Fachwerkhäuser umfasst. „An all dem müssen wir anknüpfen, damit noch mehr Touristen nach Babenhausen kommen“, ermutigte Kreutz. Ein besonderer Schwerpunkt soll daher auf die Sanierung des Schlosses zu einem Fünf-Sterne-Hotel – eine Seltenheit in der Region – gelegt werden sowie auf die Vermarktung der Przewalski-Pferde. Bei dieser seltenen Spezies handelt es sich um vom Aussterben bedrohte Wildpferde.

Mit dem Ausflug in die Tourismus-Branche zeigte die Fachfrau die Chancen auf, die Babenhausen in Zukunft nutzen kann, um das Stadtbild weiter zu beleben und um Geld in die Kassen zu bekommen. „Schließlich isst und trinkt jeder Tourist und gibt bei seinem Aufenthalt Geld aus, das Ihnen zugute kommt“, brachte sie es auf den Punkt. Abschließend zeigte sie auf, wie viele Möglichkeiten der Stadt geboten werden: „Im Umkreis von einer Stunde leben rund 5,4 Millionen Menschen, die alle die Schönheit Babenhausens erleben sollen.“

Quelle: op-online.de

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