Training mit Schläuchen und Ölsperre

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Zum Abschluss galt es, ein Feuer im Alten Rathaus zu löschen und Verletzte zu retten.

Langstadt - „Es gibt kein Wasser mehr aus den Hydranten“, informierte der Langstädter Wehrführer Joachim Selzer die Feuerwehrleute über sein Funkgerät. Jetzt mussten sich die Floriansjünger, die das Alte Rathaus löschen sollten, etwas einfallen lassen. Von Petra Grimm

 „Denn das Wasser aus den Fahrzeugen reicht nur zum Überbrücken für ein paar Minuten“, erklärte Jens Rodenhäuser, der Pressesprecher der Freiwilligen Feuerwehr Langstadt.

Das Sichern der Wasserversorgung war ein Schwerpunkt bei der Abschlussübung des zweitägigen, gemeinsamen Trainings, zu dem sich die Feuerwehren aus Langstadt und Harpertshausen getroffen haben. Das nötige Nass, um die imaginären Flammen zu bekämpfen, wurde schließlich aus dem Löschteich am Feuerwehrhaus gepumpt und über gut 400 Meter eilig verlegte Schläuche zum Brandherd geschafft. Das klappte reibungslos. Auch der Harpertshäuser Wehrführer Bernd Sauerwein war zufrieden. Einmal im Jahr treffen sich die beiden Stadtteilwehren zur gemeinsamen Übung, denn bei einem echten Einsatz kommt es auf gutes Zusammenspiel an.

Die Träger der Atemschutzausrüstung müssen genau kontrolliert werden, denn sie haben nur für 20 Minuten Sauerstoff.

Am Freitagabend war es für die rund 30 Feuerwehrleute mit Theorie losgegangen. „Thema waren Verkehrsunfälle und der Umgang mit verschiedenen Geräten, wie Rettungsschere und Spreitzer. Da haben wir auch ein Fahrzeug auseinander genommen, also Dach und Türen entfernt“, erklärte Rodenhäuser. Auch die Gefahr für die Rettungskräfte durch nicht aufgegangene Airbags in Unfallautos wurde besprochen.

Am Samstagvormittag ging es an drei Stationen praktisch zur Sache: Der klassische Brandangriff wurde am Feuerwehrhaus geübt. Bei der Firma Eckert retteten die Einsatzkräfte Menschen aus einem fünf Meter tiefen Schacht und in Harpertshausen trainierten sie am Bach hinter dem DRK-Heim, eine Ölsperre aufzubauen. „Dazu haben wir Schläuche aneinander gebunden. Man kann auch Bretter nehmen“, sagte der Pressesprecher.

Beim Abschluss am Alten Rathaus in Langstadt trainierten sie neben der Wasserversorgung auch den Einsatz unter Atemschutz. Der erfordert nicht nur körperliche Fitness, sondern auch eine exakte Kontrolle der Geräte und der Rettungskräfte, die damit arbeiten. Denn nach etwa 20 Minuten geht der Sauerstoff zu Ende. Dann müssen die Atemschutzgeräteträger ausgewechselt werden. „Die Einsatzkräfte unter Atemschutz sind zur Sicherheit immer zu zweit unterwegs und werden permanent überwacht“, erklärte Rodenhäuser, während zwei Verletzte aus dem Haus getragen wurden. Alle vermissten Menschen sind gefunden und gerettet worden. Das ist ja auch im Ernstfall das Wichtigste.

Quelle: op-online.de

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