Mit Traktoren, einem Lama und Graffiti

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Straßenkünstler (großes Foto) sorgten an beiden Tagen für Unterhaltung auf der Partymeile des Babenhäuser Altstadtfests. 

Babenhausen - „Also dieser Traktor sieht ja so schön aus, da könnte sogar die Bundeskanzlerin mitfahren“, meinte ein kleiner Junge mit Blick auf den aufwändig restaurierten Ursus-Bulldog, den Bernhard Kontny von den Babenhäuser Traktorfreunden stolz den Altstadtfest-Besuchern präsentierte. Von Petra Grimm +++Fotostrecke+++

Da bekamen auch die älteren Semester glänzende Augen. „Da haben Sie aber viel Arbeit rein gesteckt. Fährt der noch?“, fragte ein Mann. „Ja der fährt noch, aber manchmal will er auch nicht“, erwiderte Kontny lachend. Den in Lizenz der Firma Lanz hergestellten Traktor aus den 50er Jahren habe er gerade erst fertig restauriert. „Über 3 000 Stunden Arbeit und über 20 000 Euro Materialkosten habe ich investiert“, erzählte er.

Das Foto zeigt den aufwändig restaurierten Ursus-Bulldog von Bernhard Kontny.

Der begeisterte Sammler alter Maschinen hatte nicht nur mehrere Traktoren am gemeinsamen Stand der Feuerwehr und der Traktorfreunde ausgestellt. Bedient von Uwe Weilmünster und Helmut Geißler lief außerdem noch seine alte Bandsäge aus den 20ern, die stinkende Rauchwolken ausspuckte. Kontny selbst, von Beruf Kunstschlosser, zeigte sein Können an einer alten Schmiede, die ein stationärer Motor Baujahr 1933 antrieb. „Der Federhammer ist aus dem Jahr 1880“, erklärte er.

Hinter der Stadtmühle lockten weitere Attraktionen mit alten Geräten und Techniken. So zeigten die Feuerwehrleute und Traktorfreunde, wie früher Weizen gedroschen oder Holz mit einer langen Kette aufgeladen wurde. Es wurde gepflügt und die echten Könner befuhren mit ihrem Traktor eine selbst gebaute Wippe.

Vereine hatten sich richtig ins Zeug gelegt

Die Babenhäuser Vereine hatten sich am Wochenende richtig ins Zeug gelegt, um ihren Gästen beim inzwischen 30. Altstadtfest eine tolle Partymeile zu bieten. Organisiert und gemanagt vom Vorstand des Vereinsgremiums um Vorsitzenden und Marktprofi Helmut Fendt war für beste Unterhaltung durch ein umfangreiches kulinarisches Angebot, Informatives über die Vereine, Live-Musik, sportliche Vorführungen, ein Feuerwerk, Verkaufsstände, Straßenkünstler und einiges mehr gesorgt. Samstagnacht war an vielen Ständen und in den Gassen Party angesagt.

Der gallische Hahn und ein Äbbelwoi-Bembel verzieren nun die Wand am Parkplatz vor der Stadthalle.

Da die Verschwisterung mit Bouxwiller 25 Jahre zurück liegt, waren anlässlich dieses Jubiläums auch rund 70 Gäste aus der Partnerstadt, an der Spitze Bürgermeisterin Danielle Buchi, per Bus angereist. Nach ihrer Ankunft auf dem Stadthallenparkplatz, wo sie musikalisch vom Blasorchester und dem Happy Man mit seiner Drehorgel empfangen wurden, begrüßte Bürgermeisterin Gabi Coutandin die französischen Gäste bei der offiziellen Festeröffnung auf dem Marktplatz.

Dort startete auch das umfangreiche Programm der Elsässer, die am Abend schon wieder den Rückweg antraten. Einige Sechstklässer der Offenen Schule begrüßten die Gäste aus der Partnerstadt mit „Lama“ von Heinz Erhardt.

Dem Verschwisterungsjubiläum ist es zu verdanken, dass eine der langen, tristen Wände am Stadthallenparkplatz jetzt mit gallischem Hahn und Äbbelwoi-Bembel verziert ist. Unter Regie der städtischen Jugendförderung und angeleitet von Siggi Schlee hatten sich dort am Samstagnachmittag vier junge Künstler bei einem Graffiti-Workshop mit Spraydosen ausgetobt. Das farbenfrohe Ergebnis kann sich sehen lassen. Familie Ranis hatte die Wand nicht nur freundlicherweise zur Verfügung gestellt, sondern im Vorfeld sogar noch frisch verputzen und weißen lassen.

Ein Höhepunkt des Festes war die Premiere, zu der der Turnverein eingeladen hatte: Der „1. Bawwehaiser Altstadtfestlauf“ lockte sage und schreibe – und wohl auch für die Veranstalter eher unerwartet – über 500 große und kleine Läufer an die Start- und Ziellinie an der Michelsbräu (siehe Bericht auf dieser Seite).

Bilder vom Altstadtfest

Altstadtfest lockt Tausende Besucher

Eine Preisverleihung des Ortsbeirats gab es auch: Im Rahmen der Festeröffnung zeichnete Ortsvorsteher Reinhold Gottstein gemeinsam mit der Bürgermeisterin die Gewinner des Wettbewerbs „Schönster Blumenschmuck im sanierten Altstadtbereich“ aus. Die Jury – Wilfried Müller, Wilhelm Spiehl und Silvia Schroth – hatten die Blumendekoration an den Häusern im August bei einem Rundgang unter die Lupe genommen. Ihre Sieger waren Gisela und Willy Willand (Am Hexenturm 22), gefolgt von Petra und Uwe Bäuerlein (Neugasse 2). Auf den dritten Platz kamen Anita und Kurt Schlösser (Im Fronhof 16). Platz 4 haben Michaela und Michael Nicolaisen (Backhausgasse 10). Rang 5 wird von zwei Familien mit gleichem Punktestand belegt: Zum einen von Urszula und Fritz Beuster (Schlossgasse 5), und das Hanauer Tor von Doris und Roland Pöschl (Fahrstraße 58).

Quelle: op-online.de

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