Treffpunkt für Jung und Alt im Blick

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Friedel Sahm vor der alten Schule.

Sickenhofen - Die Posten der sechs Babenhäuser Ortsvorsteher sind nach der Kommunalwahl teils neu besetzt worden, teils in den Händen ihrer seitherigen Inhaber geblieben. Nach und nach stellen wir im Interview alle Ortsvorsteher vor.

Für den heutigen Teil IV hat sich unser Mitarbeiter Michael Just mit Friedel Sahm (CDU) unterhalten, der in Sickenhofen neu an die Spitze des Ortsbeirats gewählt wurde.

Wie fühlt man sich als neuer Ortsvorsteher?

Das lässt sich mit Überraschung und Freude beschreiben. Mit Blick auf die neuen politischen Mehrheiten war dies durchaus eine Personenwahl. Jetzt möchte ich die Erwartungen der Menschen erfüllen. Die jetzigen Rahmenbedingungen sind dafür ein Ansporn.

Was sind ihre Ziele?

Die große Überschrift lautet, die Lebensqualität der Sickenhöfer jeglichen Alters zu verbessern. Jeder soll sich im Ort wohlfühlen. Wie in Hergershausen wollen wir, dass die Leute deutlich wahrnehmen, dass sich was tut. Zwar hat unser Ort schon gute Zeiten hinter sich, die letzten Jahre hat sich aber gar nichts mehr bewegt.

Was ist besonders wichtig?

Die alte Schule soll hergerichtet und ein Treffpunkt für Jugendliche und Senioren werden. Architekten arbeiten bereits einen Plan aus, der bald dem Magistrat vorgelegt wird. Stadt und Stadtverordneten ist nicht neu, dass hier Bedarf besteht. Obwohl Sickenhofen kleiner als Hergershausen ist, haben wir genau wie nebenan 270 Jugendliche. Wichtig für die Sanierung und die Übernahme der Investition durch die Stadt ist, dass danach keine weiteren Unterhaltungskosten anfallen. Dazu braucht es einen Trägerverein.

Was steht noch auf dem Plan?

Eine neue Ortsdurchfahrt. An vielen Stellen sind die Bürgersteige für Kinderwagen oder Rollatoren zu klein. Beim Thema Ortsdurchfahrt habe ich Altheim oder den Breuberger Weg in Langstadt vor Augen. Am besten gefällt mir die Altheimer Lösung: Dort sind Bürgersteig und Straße auf einer Ebene, eine geschickte Straßenführung samt Pflasterung verbinden Optik und Sicherheit. Derzeit ist unsere Ausfahrt nach Hergershausen mehr schlecht als recht. Als Kreisstraße sind hier Lösungen innerhalb weniger Jahre leider nicht zu erwarten. Trotzdem könnte man schon planen und den Bürgern damit den Geist der Veränderung zeigen. Wir machen schon kleine Sachen, bei den großen muss sich aber auch was bewegen.

Das ist aber immer noch nicht alles...

Wir wollen ein eigenes, neues Freizeitgelände für Sickenhofen mit allen dazugehörigen Attributen. Die CDU ist dazu schon in die Offensive gegangen. Wir hatten bereits eine Lösung, die aber abgelehnt wurde, weil sie zu nahe an der Bahntrasse liegt. Haben wir ein neues Gelände, werden wir das angehen. Dazu wollen wir weiterhin eine eigene Zughaltestelle für Sickenhofen und ein Baumtor, das die Einfahrt von Hergershausen kommend sicherer macht. Parallel läuft die Ortsverschönerung: Sogenannte Hängeampeln mit Blumen wurden bereits an den Lichtmasten befestigt, demnächst spannen wir bepflanzte Bögen über unseren Bach. Vielleicht können einige Bürger weitere Beiträge leisten.

In den 70er Jahren wurde Sickenhofen zur Stadt Babenhausen zwangseingemeindet. Heute spricht man sich für eine bessere Anbindung und damit mehr Nähe aus.

Wie die Hergershäuser kommen auch wir nur über die B 26 in die Stadt. Das war früher anders: Über die Konfurter Mühle oder die kleine Straße neben der Bahnschiene gab es zwei Alternativen. Wenn man Zentrum und Geschäfte beleben will, sollte man eine weitere Zufahrt anbieten. Für minimalen Verkehr empfiehlt sich eine Einbahnstraße. Passiert nichts, fahren viele nur zu den Märkten Hinter der Altdörfer Kirche.

Sie sind Ortsvorsteher und Fraktionsvorsitzender in einer Person. Wird das nicht zuviel?

Das war so nicht geplant, und ich habe lange überlegt. Durch die neuen Mehrheiten nach der Kommunalwahl war ich aber doch bereit für diese Doppelaufgabe. Wenn man die Aufgaben im Team organisiert, ist es machbar.

Der neue Ortsbeirat will im Oktober mit einem Novum überraschen.

Wir wollen quartalsweise mit den Bürgern eine Ortsbegehung machen – viermal im Jahr an vier verschiedenen Ecken. Nach zwölf Monaten kehrt man wieder an die gleiche Stelle zurück. Dann wollen wir uns messen lassen, was passiert ist.

Der Kontakt und die Rückmeldung zu den Bürgern wird damit enger. Ist das quartalsweise und mit diesem Nachdruck nötig?

Ja, denn die Leute sind derzeit nicht mehr bereit, auf die Politik zuzugehen. Viele Dinge gehen nur, wenn die Politik selbst auf die Leute zugeht. Die Ortsbegehung soll im Herbst mit allen Sickenhöfer Parteien starten. Im Ortsbeirat ist ein breiter Konsens wichtig. Auf kleinster Ebene kann und muss man das im Ganzen hinkriegen, sonst geht es nicht weiter.

Quelle: op-online.de

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