In Harreshausen

TSV-Vorstand fordert mehr Respekt

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Wegen diverser Vorfälle starten Verantwortliche des Vereins eine Aktion zur Aufklärung. Probleme gibt es mit Externen, aber auch Mitgliedern. Der Vorstand des TSV Harreshausen fordert mehr Respekt im Umgang und startet dazu eine Aktion. Ein Schild weist darauf hin, dass es sich bei den Sportplätzen im Stadtteil um Vereinsgelände handelt.

Harreshausen - „Respekt setzt Grenzen und baut Brücken“: So nennt der Vorstand des TSV Harreshausen jene Aktion, die er in diesen Tagen startet. Von Jens Dörr

Nicht ohne Grund, denn in der jüngeren Vergangenheit verzeichnete der größte Verein im Stadtteil immer wieder Probleme mit Externen, aber auch Vereinsmitgliedern. Der Appell unter dem eingangs erwähnten Motto soll die Lage nun verbessern. „Die Aktion haben wir uns schon vor unserem Hobbyturnier im Sommer vorgenommen“, stellt Hans-Jürgen Burkhardt, Erster Vorsitzender des TSV, zu Beginn des Gesprächs mit unserer Zeitung heraus. Am Turnier kam es nämlich zu einer Schlägerei zwischen einem Team aus Babenhausen und einem aus Harreshausen – eine unschöne Szene, die gerade beim Kick um die Goldene Ananas niemand braucht. „Mancher denkt, mit 20 Euro Startgebühr erkauft er sich Narrenfreiheit“, sagt Burkhardt. Nur einer von vielen Gründen allerdings, weshalb man nun in die Offensive gehe, wie auch Vorstandsmitglied Christiane Gräf betont: „Unsere Mitglieder, aber auch die anderen Harreshäuser und Babenhäuser sollen erkennen, dass der Vorstand allgemein mit einigem nicht mehr einverstanden ist, was gemacht wird.“

Intern zähle dazu beispielsweise die nicht mit den Verantwortlichen abgestimmte Nutzung des Vereinsheims. Manche glaubten, es stets nutzen zu dürfen, wenn es leer stehe. „Dann wird es ohne Absprache genutzt, obwohl es für den nächsten Tag vergeben ist“, so Burkhardt. Was besonders dann problematisch sei, wenn die gute TSV-Stube nicht wieder so verlassen werde, wie sie vorgefunden worden sei. Ausbaden müssten es andere, die dann aufräumen müssten, was andere hinterlassen hätten: „Die Leute, die den Wirtschaftsdienst machen, kriegen durch solch ein Verhalten nicht den Respekt, den sie verdienen.“ Auch mit der Ordnung in den Umkleidekabinen sei es nicht immer allzu weit her. „Manchem ist es zu viel, den leeren Bierkasten wieder nach oben zu tragen.“

Ärger bereitet dem Turn- und Sportverein, der im vergangenen Jahr seinen 100. Geburtstag feierte und der in den vergangenen 18 Monaten seine Infrastruktur unter anderem durch eine Vereinsheim-Sanierung verbesserte, allerdings auch das Verhalten von Menschen, die nicht unbedingt dem Verein angehören, sich auf dem Harreshäuser Sportgelände aber austoben, als sei es ihr Wohnzimmer. „Bei unseren Sportplätzen handelt es sich um Vereinsgelände, das nicht ohne unser Einverständnis genutzt werden darf“, macht Burkhardt die Verhältnisse noch einmal klar. Auch ein Schild weise klar darauf hin. Dennoch gebe es ganze Kindergarten-Gruppen, die sich bei Ausflügen wie selbstverständlich auf dem Gelände austobten. Manches Herrchen lasse gar seinen Hund auf den Rasen laufen - und sein Geschäft verrichten. Die Entsorgung des Mülls und anderer Hinterlassenschaften bleibe am TSV kleben.

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Intern wie extern hat Gräf deshalb momentan das Gefühl: „Es ist gegenüber dem Vorstand und einigen Helfern kein Geben, sondern nur ein Nehmen.“ Burkhardt erläutert deshalb die neue Initiative: „Respektvolles Verhalten setzt Grenzen im Umgang miteinander. Zugleich ist es erst möglich, Brücken zueinander zu bauen, wenn der Respekt vorhanden ist.“ Ansonsten bewege man sich auf verschiedenen Ebenen und finde kaum zueinander. Allen im TSV und allen, die auf sonstige Weise mit dem Verein in Berührung kämen, müsse daher deutlich gemacht werden: „Die eigene Freiheit hört immer da auf, wo ich den anderen einschränke.“

Den Appell „Respekt setzt Grenzen und baut Brücken“ hat der TSV bislang auf Postkarten, Plakate und Aufkleber drucken lassen, legt das Material demnächst in Babenhäuser Geschäften aus und verteilt es dann auch an alle Harreshäuser Haushalte. Der offizielle Startschuss soll in Kürze auf der Jahreshauptversammlung fallen.

Quelle: op-online.de

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