Es klappt auch bei den Nachbarn

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Das Männerballett brachte die Bühne als „Wikinger“ zum Beben.

Schaafheim ‐ Wer dachte, er könnte gemütlich auf seinem Stuhl sitzen und das närrische Treiben passiv auf sich wirken lassen, der wurde gleich zu Beginn der Sitzung des TSV Langstadt eines Besseren belehrt. Von Petra Grimm

Denn Sitzungspräsident Frank Ludwig Diehl forderte, kaum hatte er mit seinem Elferrat die Bühne der Schaafheimer Kulturhalle erklommen, „Mitarbeit“ vom Publikum. „Die erste Tat ist jetzt des Liedchen übern Elferrat“, rief er in den mit über 500 Besuchern voll besetzten Saal. Zur allgemein bekannten Melodie von „Die Lengschder Kerb is do“ sangen die Fastnachter „Ei guck emol do, de Elferrat is do“.

Und damit das Publikum so richtig in Schwung kam, ließ Diehl sie im Wechsel hinsetzen und aufstehen. Er dirigierte die närrischen Massen während der über fünfstündigen Sitzung souverän und humorvoll. Dass die Langstädter Karnevalisten in diesem Jahr wegen der Bauarbeiten an der Markwaldhall ins Schaafheimer Exil gehen mussten, tat der guten Laune der Akteure und der Gäste, darunter auch viele Schaafheimer, keinen Abbruch. Auch Bürgermeisterin Gabi Coutandin und das Babenhäuser Prinzenpaar begrüßten die Fastnachter, die das abwechslungsreiche Programm genossen.

Die Langstädter Gardemädchen wirbelten über die Bühne, ebenso wie die Tanzgruppe Klein-Umstadt, in der auch viele Langstädter Frauen mittanzen. Sie zeigten zu Hits von Udo Jürgens, darunter „Aber bitte mit Sahne“ im Kellnerinnen-Outfit aus Lack eine tolle Show. Die jungen Damen der Aerobic-Gruppe des TSV hatten sich lange Bärte umgeschnallt und begeisterten mit ihrem Tanz als „Zwerge“. Petticoats flogen bei „Grease“ der TSV-Tanzgruppe.

Single auf Partnersuche

Für Stimmungslieder sorgten die Disharmoniker unter der Leitung von Dieter Haag und „Atze & Friends“ (Thomas und Max Grychta, Werner Bogenberger, Gerhard Weber und Heiko Duda). Eine Tanzvorführung, die in Erinnerung bleiben wird, bot wie immer das Männerballett. Als Wikinger in bunte Kunstfelle gehüllt und mit Hörnerhelmen auf dem Kopf tobten sie zu „Hey, hey Wicki“ über die Bühnenbretter. Als Fritzechambes witzelte Dieter Schöffel hauptsächlich unter der Gürtellinie. Günther Eckert berichtete bei seiner Büttenrede „Dehaam“ aus dem stressigen Rentneralltag. Einen umjubelten Striptease bis auf die Unterhose zeigte Sitzungspräsident Frank Ludwig Diehl auf der Bühne.

Denn er war auch als Single auf Partnersuche in der Bütt. Dass der Computer der Partneragentur ihm zu seinem Entsetzen eine Frau anbot, liege wohl an seiner Kleidung, mutmaßte er. Also hieß es, das Outfit zu wechseln. Hose und Hemd wurden gegen Lederhose und Lederweste getauscht. Als „Margot und Else“ sorgten Lydia Müller und Petra Emmerich wie immer für Gelächter. Und „Dinner for One“ präsentierten Michael und Christina Salzner.

Obwohl die Langstädter genug Talente in den eigenen Reihen haben, waren mit dem Zauberer Jochen Hübner und seinem Orakel Arnd Keller und der „Tanzwut“ in diesem Jahr auch Gäste aus Schaafheim auf der TSV-Bühne im Einsatz. Beim Zwiegespräch von Zauberer und Orakel gab es auch die eine oder andere Spitze gegen die Babenhäuser Politik.

Manowski seit 3 x 11 Jahren auf Fastnachtsbühne

In Schaafheim sei mit Schwarzen, Roten und Freien Wählern die Welt in Ordnung: „Eine Sitzung dauert, wenn sie nicht ausfällt, eine halbe Stunde. So lange dauert in Babenhausen allein die Begrüßung. Jeder Furz wird von sechs Parteien kommentiert und kaputt gebabbelt“, so der Zauberer. „Bis das Thema Ausbau der B26 in Babenhausen bebabbelt ist, da fährt man gar kein Auto mehr. Da wird gebeamt“, wurde zur Begeisterung des Publikums „orakelt“.

„Als bekannt wurde, dass wir die Sitzung in der Schaafheimer Halle machen, kamen recht schnell Anfragen von Schaafheimer Fastnachtern, die mitmachen wollten“, sagte Rüdiger Manowski, Leiter der Karnevalsabteilung des TSV Langstadt. Man habe gerne zwei Programmpunkte mit Schaafheimern besetzt, sagte Manowski, der dieses Jahr seit 3 x 11 Jahren auf der Fastnachtsbühne aktiv ist.

Zu diesem Jubiläum überreichte ihm der Sitzungspräsident eine Tafel Schokolade. 1978 mit 15 Jahren hatte er seinen ersten Auftritt bei einem Schautanz. „Das Thema war Dschingis Khan“, erinnert sich Manowski, der seit 1983 im Elferrat sitzt und die TSV-Karnevalsabteilung seit 2002 leitet. Er hat auf der Bühne während dieser 33 Jahre fast alle Sparten abgedeckt. Vom Gardetanz und Gesang bis zur Büttenreden war alles dabei.

Quelle: op-online.de

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