Turnverein setzt auf Rentner und Zuschuss

Hallenausbau geht weiter

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Uto Dirkes (von links), Kurt Marschall, Klaus Meinzinger und Peter Carrion im Hof der TVB-Halle (oben) mit den zu verlegenden Verbundpflastersteinen. Im Hintergrund ist die Hütte zu sehen, die der Bautrupp ebenfalls errichtet hat.

Babenhausen - Im August 2013 feierten die Mitglieder des Turnvereins nach Umbau und Sanierung die Wiedereröffnung ihres Domizils an der Ziegelhüttenstraße. Mangels Geld konnte nicht alles fertiggestellt werden. Ein Trupp rüstiger Senioren werkelte weiter. Von Norman Körtge 

Und Dank eines Zuschusses kann der TV nun die Kellerräume ausbauen. Der Bautrupp um Uto Dirkes ist seit vielen Monaten unermüdlich am Schaffen. Normalerweise immer dienstags zwischen 9 und 14 Uhr. Und wenn, wie in dieser Woche, der Dienstag ein Feiertag ist, dann fällt der Arbeitseinsatz an der TVB-Halle nicht etwa einfach aus, sondern wird um einen Tag verlegt. So werkelten die ehrenamtlichen Bauarbeiter Mitte der Woche weiter im hinteren Hofbereich des 2013 sanierten und umgebauten Vereinsdomizils an der Gersprenz. Nachdem sie vor einigen Wochen damit begonnen hatten, das alte Pflaster zu entfernen und abzufahren, große Wurzelstöcke auszugraben sowie die entstandene Fläche zu planieren, sind sie nun dabei, Verbundpflastersteine zu verlegen. Entstehen soll dort auch eine Feuerstelle, „sodass bei vereinsinternen Feiern auch mal ein kleines Lagerfeuer oder ein Schwenkgrill in Betrieb genommen werden“ kann, berichtet Dirkes.

Genug Arbeit in und um das Gebäude, dessen erster Bauabschnitt nach Auskunft von TVB-Vorsitzenden Bert Bernhardt aus dem Jahr 1899 stammt und in den 1950er sowie 1980er Jahren erweitert wurde, gibt es auch in Zukunft zu Genüge. Auch aus einem sehr erfreulichen Grund. Der bei der Sanierung vor vier Jahren mangels Geld nicht ausgebaute Keller wird nun in Angriff genommen. Wie Bernhardt berichtet, habe das Land Hessen einen Zuschuss von 100 000 Euro gewährt. Mit diesem Geld sollen nun im Keller ein dritter Übungsraum sowie Duschen und Toiletten entstehen. Gedacht sei der Raum für Gymnastikgruppen oder Entspannungskurse für bis zu 25 Teilnehmer.

Neben Fachfirmen, werden dann auch die ehrenamtlichen Handwerker mit anpacken. Entstanden ist die kleine Gruppe, als nach dem Umbau kein Geld mehr für das Gestalten des Außenbereichs vorhanden war. In dieser Situation trafen sich seinerzeit ein paar beherzte Senioren des Vereins zu einer Krisensitzung und bildeten von da an einen Bauausschuss, erinnert Dirkes. Dieser Ausschuss sollte dem Vorstand Vorschläge zur Ausgestaltung des Kellers und der Außenanlagen machen und nach Möglichkeit auch umsetzen. Ein schriftlicher Aufruf an die Mitglieder, den Ausschuss durch Rat und Tat zu unterstützen, fand allerdings keinen Zuspruch. So begannen Klaus Meinzinger, Peter Büttner, Peter Carrion, Klaus Bornschlegel, Kurt Marschall, Uto Dirkes und der über 80-jährige Ludwig Döbler mit der Arbeit.

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„Im Laufe der Zeit hat sich eine Arbeitsteilung ergeben“, berichtet Dirkes. Döbler und Büttner haben ihren Schwerpunkt in der Erhaltung der neuen Halle und im Ausbau der Gerätelogistik gefunden. Die anderen, inzwischen ohne Bornschlegel, arbeiten je nach Wetterlage, Notwendigkeiten oder finanziellen Möglichkeiten entweder am Ausbau oder an der Außengestaltung. Unterstützt durch heimische Betriebe, insbesondere durch die Firma Hardt (Kiesabbau) – die das gesamte Füllmaterial von etwa 50 Tonnen und den für die Verbundpflasterverlegung notwendigen Split angeliefert und teilweise auch planierte – und die Firma Andre und Oestreicher, die Rüttelplatte und die Steinschneidemaschine bei Bedarf zur Verfügung stellte.

Wer den Spendenstand für die Bauarbeiten anheben möchte, kann sich bei Bert Bernhardt (Tel.: 06073/4938) oder im Internet informieren.

In den zurückliegenden drei Jahren sind so folgende Arbeiten erledigt worden: Rodung der bis zu sechs Meter hohen Zypressen, Abbau eines vier Meter hohen defekten Maschendrahtzauns, eine fast 40 Meter lange Einschalung für eine Betonwand gebaut, Aufschüttung des mittleren Hofteiles um 50 Zentimeter und pflastern mit Verbundsteinen sowie ein neuer, 45 Meter langer Zaun entlang der Gersprenz-Uferböschung. Im kommenden Jahr soll noch die Hofeinfahrt von der Ziegelhüttenstraße kommend neu gemacht werden. „Schön wäre es für uns, wenn sich der eine oder andere freiwillige Helfer noch finden würde“, hofft Dirkes. Getroffen wird sich immer dienstags von 9 bis 14 Uhr.

Quelle: op-online.de

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