Über allem liegt der Duft kandierter Mandeln

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„Süße Leckereien aus der Weihnachtsbäckerei“ hatten (von links) Christa Seliger (91), Ella Kläse (84) und Irmgard Liebeskind (80) parat. 

Harreshausen (mj) - Gleich hinter dem Haupteingang haben Christa Seliger (91), Ella Kläse (84) und Irmgard Liebeskind (80) einen Tisch quer gestellt. Nicht zu übersehen bilden sie mit ihrem Stand vermutlich die wohl ältesten und sympathischsten Verkäuferinnen der Gegend.

In ihrer Auslage befinden sich viele kleine Tütchen mit Konfekt, darüber steht auf einem Schild „Süße Leckereien aus der Weihnachtsbäckerei“. Bereits ab einem Euro darf genascht werden.

Wer am Samstagnachmittag zur Weihnachtsfeier einen Blick in die Harreshäuser Senioreneinrichtung Bethesda warf, durfte sich wundern: Das Foyer war komplett umgestaltet und glich einem Marktplatz mit zahlreichen Ständen, die Stoff- und Holzarbeiten, Bücher und viele weitere kleine Geschenke boten. Es gab Glühwein und Würstchen und aus den Lautsprechern klang beschwingte Weihnachtsmusik. An den einzelnen Tischen machte man Menschen aus, die den Moment genossen. Die Angehörigen der Bewohner und nicht zuletzt die Pfadfinder der Royal Rangers, die durch Filzen kleine Deko-Figuren herstellten, brachten einen Mix aus vielen Generationen. Alles fügte sich zu einem harmonischen Ganzen zusammen.

Über die Stände der externen Beschicker, die wie der Schaafheimer Verein „Christlicher Buchladen und Begegnungsstätte“ ebenfalls dazu gehörten, zeigte sich Mechthild Best von der Bethesda-Geschäftsleitung voll des Lobes: „Das ist klasse. Sie machen mit, obwohl sie wissen, dass der Umsatz hier nicht so groß ausfallen wird.“ Ein Wiedersehen stand mit dem ehemaligen Hausmeister des Zentrums an: 20 Jahre hat Erich Ditterle bis zu seiner Rente den reibungslosen Betrieb der Gebäude gewährleistet. Am Wochenende saß er an einer elektrischen Laubsäge beziehungsweise Dekupiermaschine und ließ sich beim Herstellen kleiner, hoppelnder Rentiere zuschauen. Nur wenige Meter weiter verkaufte der Männerstammtisch des Hauses große Engelsfiguren, die durch ihre moderne Form reichlich Extravaganz versprühten. Und auch ein anderes bekanntes Gesicht war zugegen: Nicht nur mit seinem Namen hat es „Kräuter-Knud“ unter den Heimbewohnern und darüber hinaus mittlerweile zu einem gewissen Bekanntheitsgrad gebracht. Aus seinem Garten offerierte er kleine Kräuterpäckchen, dazu konnte er mit einem gesunden Tee dienen. Über allem lag der Duft von kandierten Mandeln, um die sich Debora Harbusch vom Team des Sozialdienst kümmerte. Das Team war auch für die Weihnachtsbäckerei verantwortlich und damit für die Auslagen von Ella, Christa und Irmgard. „Wir haben für die Bewohner in regelmäßigen Abständen Projekte zum Kochen und Backen“, sagt Harbusch. Acht bis zehn Damen hätten bei der Weihnachtsbäckerei und der Herstellung des Schokoladen-Konfekts mitgewirkt. „Ihnen war wichtig, dass sie es selbst in die Tütchen verpacken und auch selbst verkaufen“, ergänzt sie über ihre hochbetagten Schützlinge.

Wer den Weihnachtsmarkt erlebte, sah sofort, dass sich die Leitung hier etwas einfallen ließ. Zum runden Abschluss durfte natürlich ein Besuch des Nikolauses nicht fehlen: Mit Haustechniker Sven Schneider war der alles andere auf den Mund gefallen und hatte zu seinen Lebkuchengaben immer noch einen humorvollen Spruch hinter seinem weißen Bart parat. Einige ältere Damen boten dem Mann im roten Mantel aber durchaus Paroli, was die Schlagfertigkeit anging: Auf die Frage „Wart ihr auch brav“, kam es keck zurück: „Das verraten wir nicht. Wir werden zumindest immer braver.“

Quelle: op-online.de

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