Über 70 Brücken musst du gehen

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Unterwegs in Wald und Flur bei strahlendem Sonnenschein waren die 85 Teilnehmer des Gemarkungsrundgangs des Wanderklubs „Berg Auf“. Es gab viel zu sehen und zu lernen – hauptsächlich ging es um die Babenhäuser Brücken.

Babenhausen ‐ Rund 70 Brücken und Stege gibt es im Babenhäuser Stadtgebiet, die meisten gehen über die Gersprenz und die Lache. Natürlich schafften es die 85 Teilnehmer des Gemarkungsrundgangs, zu dem der Wanderklub „Berg Auf“ am Samstagvormittag eingeladen hatte, nicht alle zu überqueren. Von Petra Grimm

Aber angelehnt an das bekannte Lied „Über sieben Brücken musst du gehen“ standen ebenso viele auf dem Plan mit der Route, den die Organisatoren Günter Berz, Joachim Ewert, Wilfried Fassing und Helmut Schroth beim Start am Wanderheim verteilten.

„Da Babenhausen ein Auengebiet ist und von zahlreichen kleinen Flüssen und Gräben durchzogen ist, die bekanntesten sind die Gersprenz, die Lache, die Ohlebach und der Richer Bach, sind diese Brücken eine große Hilfe bei der Beweglichkeit. Das merken wir im Alltag oft erst, wenn eine wegen Bauarbeiten gesperrt ist“, sagte Wilfried Fassing bei der Begrüßung der Spaziergänger, unter denen auch der jetzt aus dem Amt scheidende Stadtverordnetenvorsteher Rüdiger Manowski und Anita Korte als Vertreterin des Kreisausschusses waren.

Der etwa neun Kilometer lange Wanderweg war reizvoll, führte durch Wald, Wiesen und landwirtschaftliche Gebiete, und das Wetter war ideal. Der Rundgang, der am Wanderheim begann und endete, führte zur Lache und in westlicher Richtung an ihr entlang. Hier entdeckten die Spaziergänger Spuren des in der Gemarkung wieder heimischen Bibers. Nagespuren des Tieres waren an den direkt am Bachbett stehenden Buchen zu sehen.

Erst südlich, dann nördlich des Bachbetts ging es die Lache entlang bis zum Niederröder Weg. Auf diesem ersten Stück des Weges wurden bereits zwei Brücken überquert, die erste am Fischteich und dann die Brücke über den Neuen Graben. Hier erklärte Günter Berz bei einem kurzen Stopp an der Waldarbeiterhütte, woher die Lache kommt. Nach Recherchen des Organisationsteams hat die Lache keine Quelle im eigentlichen Sinn, sondern speist sich aus verschiedenen Gräben. Auf dem Niederröder Weg ging es an der Zwitscherklause vorbei bis zur Gersprenz. Dabei wurden die Brücke über den Mauersgraben und eine weitere über einen Entwässerungsgraben überschritten. An der Gersprenz entlang ging es bis zur Brücke an der Ziegelhütte, die im Zuge der Gersprenzbegradigung 1940 errichtet wurde. „Viele Brücken stammen aus der Zeit, in der Flüsse und Bäche begradigt wurden. Von 1938 bis 41 wurden in der Babenhäuser Gemarkung fünf Kilometer Gersprenz und 2,5 Kilometer Lache begradigt“, erklärte Helmut Schroth. Über die Brücke ging es weiter durch die Gersprenzaue, Sickenhofen rechts liegen lassend am Judenfriedhof vorbei, bis zur Konfurter Mühle. Hier wurden die letzten beiden Brücken überquert, ehe die Truppe wieder am Wanderheim eintraf, wo sich alle den Gemüseeintopf aus der Feldküche der Feuerwehr schmecken ließen.

Nach fünf Grenzgängen fand auch dieser vierte Gemarkungsrundgang des Wanderklubs viel Anklang und ist sicher eine gute Werbung für den Verein. „Etwa die Hälfte der Teilnehmer sind keine Vereinsmitglieder“, sagte Wilfried Fassing vom Organisationsteam, das auch für das kommende Jahr wieder eine Tour plant. Viele Teilnehmer am Samstag hatten auch nach dem gemeinsamen Marsch noch nicht genug und blieben in der geselligen Runde am Wanderheim noch „ziemlich lange sitzen“, so Fassing.

Quelle: op-online.de

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