Auch zwei Jungs beim Zeltlager des Reit- und Fahrvereins

Übermacht der Mädchen getrotzt

Gut ausgerüstet zeigten sich die Mädchen am Wochenende beim Reit- und Fahrverein. Ihr Gepäck ließ eher eine Weltreise anstatt ein kleines Zeltlager vermuten. Foto: Just

Babenhausen (mj) - Das nennt man wohl Vorfreude: „Obwohl der Treffpunkt erst nachmittags um vier Uhr war, liefen die Ersten schon morgens um 11 Uhr an der Reitanlage ein“, erzählt Carina Palesch.

Zusammen mit fünf anderen Betreuern steuerte die 24-Jährige von Freitag bis Sonntag auf ein ziemlich langes Wochenende beim Kinder- und Jugendzeltlager des Reit- und Fahrvereins zu. 35 Teilnehmer waren angemeldet, um zwei Nächte unter freiem Himmel auf der „Schwedenschanze“ zu campieren. Als i-Tüpfelchen stand am Sonntagmittag noch eine Abschluss-Grillrunde mit den Eltern an.

Für ihre fünf- bis 17-jährigen Schützlinge hatten die Betreuer wieder reichlich Kurzweil in petto – unter den Highlights war sogar ein großer, aufblasbarer Swimmingpool. Nach dem Aufschlagen der Zelte wartete am Freitagabend eine Disco mit alkoholfreien Cocktails. Der Tag darauf stand ganz im Zeichen zahlreicher Spiel- und Basteleinheiten. Kreiert wurden Gipsmasken oder bunte Hand- und Fußabdrücke aus demselben Material. „Ich kann mich immer nur wundern, wie leise sich hier alle beschäftigten und zum Spielen animieren“, lobte die stellvertretende Jugendwartin Christine Steckenreiter.

Vor allem die Nachtwanderung am Samstag hatte es in sich, denn das engagierte „Erschreckungskommando“ leistete ganze Gruselarbeit: Mit Kutten, blutunterlaufenen Augen und weiß geschminkten Gesichtern gruben sie sogar ein Loch vor einem selbst gebastelten Grabstein.

Unter die 35 Kinder hatten sich mit Niklas (8) und Tim (11) auch zwei Jungs „verirrt“. Ob es sich gegen die Übermacht von 33 Mädchen ankommen lässt? „Ich bin’s gewohnt, ich bin der einzige Junge in unserer Nachbarschaft“, antwortet Tim. „Wenn‘s uns zu heftig wird, schmeißen wir ein paar Wasserbomben“, schickt Niklas hinterher. Leid taten einem die beiden immer dann, wenn sie beim Fußballspielen die Erkenntnis einholte, dass es sich mit zwei Mann eher schlecht als recht kicken lässt.

Dass das Zeltlager von Mädchen dominiert wurde, ließ sich vor allem auch daran ablesen, dass eine Gruppe ein kleines Zelt nur für ihre Kleider, Koffer und das Beauty-Case aufgebaut hatte. „Wenn ich drei Wochen nach Ibiza fahre, habe ich nicht soviel dabei“, wunderte sich Christine Steckenreiter – und scherzte: „Oder wollen die zu Germanys next Topmodel?“

So erlebten alle Teilnehmer ein ereignisreiches Wochenende. Vor allem die Betreuer waren im Dauereinsatz, auch deshalb, weil Selbstverpflegung angesagt war. „Am Freitag gab es Pizza und jetzt habe ich gerade 80 Hamburger abgewogen und mit einer Presse geformt“, seufzte Steckenreiter.

Als problemlos erwies sich dafür die Nachtruhe: „So wie die vorher rumgeturnt haben, verwundert das nicht“, fügt die stellvertretende Jugendwartin lachend hinzu. Wie sie feststellen musste, bedeutet „früh im Bett“ meist auch „früh am Start“: „Um halb sieben sind die ersten Flip-Flops schon wieder an meinem Zelt vorbei getapst.“ Insgesamt schätzt Christine Steckenreiter ihr Schlafvolumen am Wochenende - trotz disziplinierter Kinder - auf weniger als zehn Stunden.

Dennoch: Der Spaß an der Sache scheint größer als die Herausforderung zu sein: „Wir sind am Überlegen, das Zeltlager im nächsten Jahr vier statt drei Tage lang zu veranstalten“, kündigte die stellvertretende Jugendwartin schon einmal an.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare