Übler Scherz mit Rucksack auf Gleisen

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Ein Kinderrucksack auf den Bahngleisen brachte die Polizei auf den Plan - aber es war nur Fehlalarm.

Babenhausen - Sickenhofen (st) Einem üblen Scherz ist die Polizei auf der Spur. Die Beamten hatten am Donnerstagabend eine große Suche mit Hubschrauber nach einem Kind in Gang gesetzt, das angeblich auf der Bahnlinie zwischen Dieburg und Babenhausen, im Bereich von Sickenhofen, von einem Zug erfasst worden sein soll.

Auf den Gleisen war ein Kinderrucksack gefunden worden.

Die Suche verlief ohne Ergebnis. Nähere Untersuchungen des Fundstückes ergaben schließlich, dass ein Unglücksfall ausgeschlossen werden konnte. Die Polizei vermutet Kinder als Urheber und hat die Ermittlungen aufgenommen.

Gegen 18 Uhr wurde der Polizeistation Dieburg der Fund des Rucksacks mitgeteilt. Die sofort eingeleitete Suche nach dem Kind - beteiligt waren auch die Bundespolizei und die umliegenden Feuerwehren sowie der Polizeihubschrauber - brachte keine neuen Erkenntnisse.

Es wird derzeit davon ausgegangen, dass Unbekannte, vermutlich Kinder, Gegenstände auf die Gleisanlage legten und sich so einen makabren Scherz erlaubten.

Die Strecke Darmstadt- Aschaffenburg war für längere Zeit gesperrt. Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot zugegen. Bevor sich die ganze Sache als „Scherz“ herausstellte, hatten sie die Information erhalten, dass vom Lokführer eines Nahverkehrszuges in Richtung Darmstadt ein Bahnunfall gemeldet wurde. Er soll ein etwa vierjähriges Kind mit blauer Bekleidung auf den Gleisen bemerkt und eine Schnellbremsung eingeleitet haben. Da der Lokführer nicht sicher gewesen sei, ob sein Zug das Kind gestreift hatte, habe er über die Bahn die Rettungskräfte alarmiert.

Von der Leitstelle in Dieburg wurden die Feuerwehren Babenhausen, Sickenhofen und Hergershausen, der Rettungswagen aus Eppertshausen und der Notarzt zur Einsatzstelle beordert. Beamte der Polizeistation Dieburg, der Bundespolizei, eine Notfallmanagerin der Bahn und die Notfallseelsorgerin aus Groß-Umstadt kamen zum Einsatz. Der Lokführer gab den Einsatzkräften eine Beschreibung des Unfallortes und der Bekleidung des Kindes. Daraufhin starteten die Feuerwehrleute eine Suchaktion. Der Zug wurde dreimal komplett von außen auf Anprallspuren untersucht, eine Kontrolle des Bahndammbereichs auf 1 200 Metern und eine Umfeldkontrolle mit der Wärmebildkamera wurden als weitere Maßnahmen durchgeführt, wie Babenhausens Feuerwehr-Pressesprecher Werner Flechsenhar mitteilt.

All diese Maßnahmen brachten kein greifbares Ergebnis. In der Zwischenzeit wurden Lokführer und Passagiere des Zuges betreut.

Letzte Option war der Polizeihubschrauber, der eine Sichtkontrolle des Bahndamms und eine Geländeinspektion mit der Wärmebildkamera vom Bahnübergang Tennishalle bis zum Haltepunkt des Zuges durchführte. Es wurden keine Unfallspuren entdeckt. Gegen 19.30 Uhr wurde der Einsatz abgebrochen, die Strecke freigegeben.

Quelle: op-online.de

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