Babenhausen: Wichtige Nachwuchsarbeit der Jugendfeuerwehr ruht seit einem Jahr fast gänzlich

Übungen online sind kein Ersatz

Die frisch renovierte Jugendumkleide inspizieren Jugendfeuerwehrwart Sascha Wildgrube (links) und sein Stellevertreter Sören Grundmann.
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Die frisch renovierte Jugendumkleide inspizieren Jugendfeuerwehrwart Sascha Wildgrube (links) und sein Stellevertreter Sören Grundmann.

In neuem Glanz erstrahlt der Umkleideraum der Jugendfeuerwehr in der Kernstadt. Die Gerätewarte und ein FSJler haben sich während der Corona-Zwangspause ins Zeug gelegt, Boden und Wände gestrichen, neue Lampen installiert und neue Regale und Spinde aufgebaut. Aber ebenso wie der große, helle Jugendraum im ersten Stock des Feuerwehrstützpunktes ist auch die frisch renovierte Umkleide seit Monaten verwaist.

Babenhausen - Weder die Kinder- noch die Jugendfeuerwehr kann sich treffen, um Feuerwehrtechnik zu lernen oder – im Fall der Kinderfeuerwehr – gemeinsam zu spielen und zu basteln. Es werden keine gemeinsamen Ausflüge unternommen oder Filme angeschaut. Dieser Freizeitspaß, wie vieles andere, muss Pandemiebedingt ruhen.

Im Fall der Jugendfeuerwehr ruht damit allerdings auch die Nachwuchsarbeit der freiwilligen Einsatzkräfte, die immens wichtig ist für die Rekrutierung von Mitgliedern für die aktive Wehr. So konnten im vergangenen Jahr in der Kernstadt sechs Jugendfeuerwehrleute in die Einsatzabteilung übernommen werden. Eine gute Bilanz für Jugendfeuerwehrwart Sascha Wildgrube und seinen Stellvertreter Sören Grundmann. „Die offizielle Übernahme der Jugendlichen wird bei der nächsten Jahreshauptversammlung sein“, so Grundmann, der hofft, dass durch die inzwischen fast ein Jahr dauernde Zwangspause die Jugendabteilung nicht schrumpft. Zumal die Nachwuchstruppe in der Kernstadt nach einem einige Jahre andauernden, beunruhigenden Tief inzwischen wieder eine gute Stärke hat.

„Als wir vor vier Jahren angefangen haben, waren es acht oder neun Kinder. Im Jahr 2019 hatten wir dann 36 Jugendliche“, so die beiden Jugendwarte, die im Corona-Jahr ein bisschen Schwund in ihrer Mitgliederstatistik verzeichnen. Zum einen durch die sechs Übertritte, aber auch durch eine Handvoll Austritte. „Anfang 2020 waren es ungefähr 35 Jugendliche, jetzt noch gut 20. Aber die fünf, die ausgetreten sind, haben es wohl nicht wegen Corona gemacht. Zumindest wurde das nicht als Grund genannt“, so Grundmann.

Fakt ist, dass seit dem ersten Lockdown im Frühjahr 2020 kaum Gruppenstunden stattfinden konnten. Lediglich in der Zeit zwischen Sommer- und Herbstferien haben die Jugendwarte ihre Jungs und Mädels im Stützpunkt versammeln können, um sie theoretisch und praktisch in Feuerwehrarbeit auszubilden. Natürlich unter strengen Hygienebedingungen und nicht wöchentlich, sondern nur alle vierzehn Tage. „Wir haben in dieser Zeit auch eine praktische Stationsausbildung gemacht, bei der beispielsweise die Wasserentnahme oder das Schläuche auswerfen geübt wurden. In zwei Gruppen getrennt, draußen und mit weit auseinander liegenden Stationen“, erzählt Sören Grundmann.

Die Jugendfeuerwehrleute über online-Konferenzen am Computer auszubilden, wie es beispielsweise auch bei der Einsatzabteilung in den vergangenen Monaten praktiziert wurde, gehe nur bis zu einem bestimmten Grad. „Wenn sie den ganzen Tag im Homeschooling schon vor dem Computer sitzen müssen, ist da verständlicherweise bei manchen nicht mehr viel Interesse da, auch noch die Jugendfeuerwehrstunde vor dem Bildschirm zu verbringen“, sagen die beiden Jugendwarte.

Bereits im ersten Lockdown hätten sie online-Unterricht angeboten. Aber das habe nicht so richtig gut geklappt. „Wir haben uns dann Verbesserungen überlegt und sind Anfang des Jahres mit einem neuen Konzept noch einmal gestartet.“ Jetzt laufe es besser. „Wir laden alle 14 Tage zu einer Online-Stunde ein. Es sind im Durchschnitt immer zwölf bis 15 Jugendliche dabei. Aber es ist für beide Seiten ziemlich anstrengend und für uns ein sehr viel höherer Organisationsaufwand als eine normale Gruppenstunde“, erzählen sie.

Bis nach den Osterferien werden die Kinder- und die Jugendfeuerwehr die Füße auf jeden Fall noch still halten und dann vielleicht wieder Gemeinschaft erleben können. „Und das auch nur, wenn die Inzidenz im Landkreis nicht über hundert liegt“, sagen die beiden Jugendwarte.

Von Petra Grimm

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