Unfallschwerpunkt im Blick

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Mehr Sicherheit auf der B 45: Studenten der TH-Darmstadt führten Verkehrsmessungen bei Groß-Umstadt durch, die als Grundlage für Neuregelungen dienen werden.

Darmstadt-Dieburg ‐ Ein toter Jugendlicher, zwei Schwerverletzte und 15 Leichtverletzte ist die traurige Bilanz aus zwölf Unfällen, die sich 2010 im Einmündungsbereich des Verkehrsknotenpunkts Georg-August-Zinn-Straße/B 45 bei Groß-Umstadt ereigneten. Von Ursula Friedrich

Seit einem längeren Zeitraum kracht es an dieser Stelle mindestens ein Dutzend Mal im Jahr. Neueste Verkehrsbeobachtungen und Messungen sollen nun dazu dienen, Maßnahmen auszuarbeiten, um die Verkehrssicherheit auf der viel befahrenen Straße zu erhöhen. Alle in den vergangenen Jahren bereits umgesetzten Änderungen zur Verbesserung der Verkehrssicherheit im Einmündungsbereich der B 45 führten wider Erwarten nicht zu einem positiven Ergebnis. Zur jüngsten Tagung der Unfallkommission war zum ersten Mal eine Abordnung des Fachgebiets Straßenwesen von der Technischen Universität Darmstadt dabei. Von dort wird jetzt eine wissenschaftliche Untersuchung der Verkehrsabläufe erstellt, um die Unfallkommission zu beraten.

Studenten der Technischen Universität Darmstadt beobachteten über 24 Stunden mit zwei Videokameras sowie mittels manueller Zählung in dieser Woche die Situation auf der B 45 im Einmündungsbereich. Diese Beobachtungen werden in eine Semesterarbeit einfließen, die noch vor Weihnachten auf dem Tisch liegen soll. Einen genauen Einblick wollen sich die Studenten auch in Verkehrsabläufe und das Verhalten der Autofahrer an der Einmündung verschaffen.

Das Ergebnis wird Grundlage für die Arbeit der Unfallkommission des Landkreises Darmstadt-Dieburg sein, in der Vertreter der Polizeidirektion des Landkreises, der Unteren Verkehrsbehörde sowie des Amtes für Straßen- und Verkehrswesen (ASV) sitzen. Ihr Ziel: Durch entsprechende Maßnahmen die Unfallhäufigkeit senken.

„Das Verkehrsaufkommen auf der B 45 ist sehr hoch“, so Jürgen Semmler, Pressesprecher und Abteilungsleiter beim ASV. Die letzte Messung stammt aus 2005 und wurde mit einem Wachstum von einem Prozent jährlich für 2010 angepasst. Bilanz: Täglich bewegt sich eine gigantische Blechlawine von rund 27 000 Fahrzeugen über die Bundesstraße.

Die Zahl der Unfälle stagniert, hat jedoch 2010 in ihren Auswirkungen eine traurige Spitzenposition erreicht. 2008 wurden 14 leichtere Unfälle verzeichnet, meist Auffahrunfälle in der Georg-August-Zinn-Straße am Einmündungsbereich. Im Vorjahr wurde ein Vorfahrt-Beachten-Schild im Mündungsbereich zur B 45 entfernt und ein Stop-Schild sowie zusätzliche Fahrbahnmarkierungen angebracht, um die Situation zu entschärfen. Die Unfallursachen verlagerten sich daraufhin. Semmler: „Wir hatten zwölf Unfälle, weniger Auffahrunfälle, dafür aber Abbiegeunfälle mit leicht Verletzten in 2009“, so die Bilanz. Ein Dutzend Unfälle schlagen bereits in diesem Jahr zu Buche. Der Tod eines erst 16-jährigen Kradfahrers im September war das dramatischste Ereignis, der beteiligte Pkw-Fahrer beging Unfallflucht.

Im Ringen um mehr Sicherheit auf den Straßen könnten unterschiedlichste Lösungen gefunden werden, vom Umbau bis zur Ampel. Derzeit ist für den Knotenbereich Tempo 70 vorgeschrieben. Eine Ampellösung könnte hier das Tempo deutlich drosseln – die gefürchteten Staus während der Hauptverkehrszeiten allerdings auch zusätzlich fördern.

Quelle: op-online.de

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