Ungenutzt und doch nicht ohne Leben

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Ehemaliger Stützpunkt der US-Truppen in Babenhausen.

Babenhausen - Ungenutzt und doch nicht ohne Leben wartet die Babenhäuser Kaserne auf  Investoren. Mögliche Nutzungkonzepte wurden erarbeitet und präsentiert, und es gab bereits zahlreiche Besichtigungen mit Interessenten. Von Thomas Holzamer

Leere Häuserzeilen und verwaiste Straßen erwecken den Eindruck einer Geisterstadt. Lediglich die Tatsache, dass es sich hierbei um aus Stein gebaute Häuser handelt und dass die typischen rollenden Büsche fehlen erinnert den Beobachter daran, dass er sich mitten in Deutschland befindet und nicht in einer Szene aus einem alten Western.

Doch ganz so unbelebt wie man vielleicht denken würde ist das Areal gar nicht. So herrscht beispielsweise auf der gegenüberliegenden Seite mitten im neuen Naturschutzgebiet „In den Roedern“, das bereits von der Kaserne abgetrennt wurde, rege Betriebsamkeit. Auf diesem von der Sparte Bundesforst der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) verwalteten Areal werden derzeit die ehemaligen Bunker, in denen einst Flugabwehrraketen vom Typ Patriot lagerten, abgerissen. „Wir rechnen bis Ende Februar mit einem Abschluss der Arbeiten“, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilte.

Auch auf dem eigentlichen Kasernengelände, wo sich die Verwaltungs-, Wohn- und Wirtschaftsgebäude des ehemaligen Stützpunkts befinden, ist angesichts des Leerstandes noch einiges los.

So wird ein Teil der Gebäude, unter ihnen die denkmalgeschützten Gebäude im historischen Teil und die von der BIMA als erhaltenswert eingestuften Häuser, regelmäßig von einem Hausmeisterservice betreut. Dieser überprüft unter anderem den Zustand der Gebäude und führt gegebenenfalls kleinere Reparaturen aus, um deren Wert zu sichern. Dazu gehöre auch die Frostschutzbeheizung dieses Teils der Bauten, wie Sylvia Bernhardt, Fachgebietsleiterin Objektmanagement bei der BIMA, erläutert. Andernfalls würde der winterliche Frost für Schäden an den Gebäuden sorgen, die, so hofft die BIMA, bald an Investoren vergeben werden.

Auch auf den sonst stillen Straßen drehen rund um die Uhr die Mitarbeiter der Frankfurter Wachschutzfirma Eufinger ihre Runden zwischen den Gebäuden. Sie schützen die verwaisten Liegenschaften vor Vandalismus und dem Diebstahl von Altmetall zum Verkauf, den sogenannten Buntmetalldiebstählen. „Im vergangenen Jahr hatten wir zwei Festnahmen hier auf dem Gelände“, sagt Jürgen Reiff, Sicherheitsberater bei Eufinger. Da hatten sich die Diebe an den Gebäuden zu schaffen gemacht und waren gerade dabei, Teile von den alten Gebäuden zu entfernen, erinnert sich der Sicherheitsberater.

Das Unternehmen, das mit seinen rund 1 000 Mitarbeitern noch andere Liegenschaften im Umkreis betreut, regelt zudem den Zugang zur Kaserne. „Es gibt hier keinen geregelten Einlassdienst, rein kommt man nur mit Voranmeldung“, wie Reiff erläutert. Mit interessierten Investoren macht Sylvia Kloetzel von der Wirtschaftsförderung der Stadt Babenhausen auch kurzfristig Termine aus. „Wir haben bereits jetzt regelmäßig Investoren zu Gast, die sich für die Gebäude, Hallen und das Areal interessieren“, sagt Sylvia Kloetzel. Vielen gefalle die gute Lage, der sich mancher Babenhäuser oft nicht so recht bewusst sei. So liegt die Kaserne nicht nur verkehrsgünstig zur Autobahn, dem Flughafen und an einem Schienenknotenpunkt, die Stadt zeichne sich zudem auch durch seine Nähe zu Erholungsgebieten wie Spessart und Odenwald sowie durch seine schöne Altstadt aus.

Quelle: op-online.de

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