Zu wenige freiwillige Helfer

Ungewisse Zukunft für Waldfest

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Bisher ist noch kein ausrichtender Verein für das kommende Jahr gefunden.

Babenhausen - Helmut Fendt zeigte sich begeistert mit dem Verlauf des Waldfestes: „Alles im grünen Bereich. Es sind mehr Besucher gekommen, als erwartet. Auch abends war unser Fest noch gut besucht“, so lautete das Fazit des Vorsitzenden des lokalen Deutschen Roten Kreuzes. Von Michael Just

Am Sonntag richtete sein Verein bei reichlich Sonnenschein das Traditionsfest auf einer Lichtung in der Nähe des Baugebiets Ost aus. Es geht in der Regel nur über einen Tag. Und nicht zuletzt dieser Fakt bringt immer wieder die Frage auf, ob es sich lohnt, für wenige Stunden im Wald Zelte, unzählige Garnituren, eine Küche, Bühne, Toilettenwagen und eine weitreichende Infrastrukur mit Strom und Wasser zu errichten. „Früher beinhaltete der Aufbau weit mehr und war anstrengender“, erzählt Helmut Fendt. Da hätte ein Getränkestand organisiert und betrieben werden müssen – heute gibt es mobile Schankwagen. Dazu könne auf den Aufbau des großen Stadtzelts verzichtet und auf kleinere, einfachere Zelte zurückgegriffen werden.

„Wir haben heutzutage die Möglichkeit, ein bisschen zu modifizieren“, erzählt der Inhaber eines stadtbekannten Vergnügungsbetriebes. Helfer seien ebenfalls genug da: „Wir sind 40 Leute, alles aus eigenen Reihen“, schickt Fendt hinterher. Das Rückgrat bilden die Mitglieder der Rettungshundestaffel mit den Kollegen jüngeren Alters. So ist der Aufbau schon am Freitagabend weitestgehend abgeschlossen gewesen. Die Frage, ob das Waldfest, wie es einige Vereine in der Vergangenheit bereits taten, nicht schon am Freitag hätte eingeläutet werden können, betrachtet Fendt nachdenklich: „Wir waren uns nicht ganz sicher, ob das angenommen wird.“

Mit der Ausrichtung des Waldfestes wechseln sich die Babenhäuser Vereine seit Jahren ab. Nach der Germania im vergangenen Jahr, die das Fest in ihr 100-jähriges Bestehen einbettete, war nun das DRK an der Reihe. Vor elf Jahren trugen die Rotkreuzler letztmals die Verantwortung für die Organisation. Wie Helmut Fendt, der auch zum Vorstand des Gremiums der Babenhäuser Vereine gehört, heraushebt, ist die Zukunft des Waldfests alles andere als gewiss. Das liege weniger an den Besuchern, als vielmehr an den Ausrichtern und damit den lokalen Vereinen. Hier würden immer mehr Mitglieder lieber vor, als hinter der Theke stehen. Das betrifft nach seinen Worten aber nicht nur das Waldfest. „Das Gremium will, dass die Stadt ihre angestammten Feste behält. Wir können aber niemanden verpflichten“, sagt Fendt nachdenklich. Trotzdem werde man in den nächsten Monaten versuchen, auf die Vereine einzuwirken. Hierzu sollen Gespräche mit jedem Ausrichter einzeln stattfinden, am besten in den jeweiligen Vorstandssitzungen. „Es gilt, die Probleme auf den Tisch zu legen und die Vorstände zu sensibilisieren“, so der Babenhäuser. Beim jüngsten Waldfest kümmerte sich das DRK um den Auf- und Abbau sowie die Getränke, für die zwei Ausschankwagen platziert wurden. Das Essen gab man in die Hände einer Harpertshäuser Metzgerei.

„Das Waldfest muss erhalten bleiben“

Die brachte unter anderem Weißwürste, Schnitzel, Hack- und Schwenkbraten auf den Tisch. Für die Musik sorgten aus Großostheim die Bachgau-Musikanten. Die Bläser verbreiteten eine zünftige Atmosphäre mit vielen Märschen, darunter dem bayrischen Defiliermarsch. „Den wollte der frühere bayrische Ministerpräsident Franz Josef Strauß immer gespielt haben, wenn er bei Veranstaltungen einzog“, weiß eine ältere Besucherin. „Dann ergriff er immer den Taktstock und hat selbst dirigiert“, erinnert sie sich schmunzelnd. Zusammen mit ihrem Mann gefällt ihr die Blasmusik auf dem Waldfest besonders gut. „Das Waldfest muss erhalten bleiben“, hebt eine andere Besucherin heraus: „Hier im Wald ist es urgemütlich. Dazu lässt sich die heimische Bevölkerung antreffen“, sagt sie. Man esse und könne mit den Leute ein Schwätzchen halten, was im Alltag heute kaum noch möglich sei. „Außerdem kommt kein Auto vorbei und die Kinder können frei toben“, lobt die Rentnerin, die um 10 Uhr bereits den ökumenischen Gottesdienst mitgefeiert hat. Den hielt Pfarrerin Andrea Rudersdorf von der evangelischen Gemeinde. Claudia Czernek, die die katholische Gemeinde vertreten sollte, war erkrankt. Durch den nicht zu heißen Sommertag erlebten die Babenhäuser ein Waldfest, bei dem es sich trefflich verweilen ließ. Die Veranstaltung für das kommende Jahr ist noch nicht genau geklärt: Vor wenigen Wochen sagte der Carnevalverein die Ausrichtung ab. Mittlerweile ist der Luftsportclub im Gespräch, das Waldfest im kommenden Jahr zu organisieren.

Quelle: op-online.de

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