Geplantes Sportzentrum vor Aus

Elf Vereine appellieren an Besitzer

Babenhausen - Nicht mehr nerven- und zeitaufreibend über die B 26 auf das Germania-Gelände zum Sportunterricht gehen – das hatten sich rund 2000 Schüler gewünscht, die die Pilgerwanderung wöchentlich mitmachen. Von Corinna Hiss

Nun steht das geplante Sportzentrum vor dem Aus. Obwohl es allem Anschein nach aussichtslos erscheint, wollen sich die Babenhäuser Bürger nicht mit dem Beschluss zufrieden geben. Mehrere Mails erreichten die Redaktion diese Woche, alle mit einer Forderung: „Wir brauchen ein vernünftiges Sportzentrum!“ Das Jugendforum der Stadt setzt sich schon seit vielen Jahren dafür ein, dass genügend Freizeitflächen für Kinder und Jugendliche in der Stadt geschaffen werden. Dazu zählen die Skate-Anlage, ein Beachvolleyballfeld, der Dirt-Park „Im Riemen“ und nun auch das vorgesehene Sportzentrum nordöstlich der Eduard-Flanagan-Schule.

Dass das Projekt letztendlich durch die Grundbesitzern des als Ackerland ausgeschriebenen Landes zunichte gemacht wird, können Lara Kresz und Peter Quast vom Jugendforum nicht begreifen. „Wir finden es sehr bedauerlich, dass dieses lang ersehnte Projekt nun daran zu scheitern droht, dass einige Wenige ihren Profit wieder einmal über das Allgemeinwohl stellen“, schreiben sie in ihrer Stellungnahme an die Redaktion. Der Grund für ihren Unmut sei auf ein Gespräch mit Bürgermeisterin Gabi Coutandin zurückzuführen. Dort sei ihnen gesagt worden, dass einige Grundbesitzer einen höheren Betrag als die vereinbarten 30 Euro pro Quadratmeter verlangten. Die Stadt ihrerseits sei aber mit diesem Angebot an ihrer „Schmerzgrenze“ angelangt und demnach nicht gewillt, der Forderung nachzugehen. Insgesamt 320.000 Euro sollten die 10.614 Quadratmeter kosten, die für das Sportzentrum benötigt werden.

„Wir hatten uns damals sehr gefreut, als es hieß, dass an einem neuen Sportzentrum geplant wird. Doch dies alles droht jetzt zu scheitern und diese einmalige Chance bleibt ungenutzt“, bedauert das Jugendforum. Für es käme das Sportzentrum drei Personengruppen zugute, die den Neubau allesamt bräuchten und wertschätzen würden. Zum einen würden natürlich die Schüler profitieren, die dann keine Zeitabstriche mehr beim Unterricht ertragen müssten. Zusätzlich würden aber auch die neu angeschafften Geräte den Sportunterricht abwechslungsreicher gestalten. Die Babenhäuser Vereine hätten aber ebenso etwas vom Sportzentrum. Das neue „Stadion“ wäre für den SV Germania Babenhausen ein „Meilenstein“ und auch die Leichtathleten des Turnvereins (TV) Babenhausen hätten dann wieder vernünftige Anlagen.

Sportzentrum wäre Anlaufstelle für jeden Bürger

Nun besucht nicht jeder eine Schule oder gehört einem Verein an, der die Anlagen nutzen würde. Das neue Sportzentrum wäre aber auch eine Anlaufstelle für jeden Bürger der Stadt, der sich selbständig sportlich betätigen will. „Es ist nicht zu bestreiten, dass dieses Sportzentrum auch jedem ‘Hobbysportler’ gefallen und zugute kommen würde“, sind Lara Kresz und Peter Quast der Meinung. So lauter ihr Apell: „Bitte geben Sie sich einen Ruck, denn letzten Endes tut man damit nicht nur der Allgemeinheit und den Schulen etwas Gutes, sondern auch unseren zukünftigen Generationen.“

Ähnlich wie das Jugendforum sehen es Babenhausens Schulen, Vereine und Kirchen. In einem gemeinsamen Schreiben an unsere Redaktion haben sich SG Rot-Weiß, SV Germania, SV Kickers Hergershausen, Bogenclub Babenhausen, TV Babenhausen, Luftsportclub, TSV Langstadt, SV Sickenhofen, TV Hergershausen, Schachklub Fallender König, Tischtennisclub Babenhausen, Emmaus Gemeinde, Eduard-Flanagan-Schule, Bachgaugymnasium, Schule im Kirchgarten und Joachim-Schumann-Schule zusammengetan, um sich gemeinsam für das Sportzentrum einzusetzen.

Hassia Dieburg gewinnt in Babenhausen

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Dabei wird nicht die Stadt kritisiert, die nicht mehr als die geplanten 30 Euro pro Quadratmeter ausgeben will, sondern auch die Grundbesitzer. „Einer der wichtigsten Werte, die man im Sport lernt und erfährt, ist Fairness. Und das bestehende Angebot der Stadt für die benötigten Flächen ist durchaus fair“, finden sie. Ein Sportzentrum für alle Sportarten sei für Kinder, Eltern, Lehrer und Vereine die Wunschvorstellung schlechthin. So bitten sie: „Nur selten können so wenige Menschen so viele Kinder glücklich machen wie im Fall des geplanten Sportzentrums – und das, ohne Geld auszugeben, sondern indem sie es einfach annehmen.“

Quelle: op-online.de

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