Stadtbild

Kreatives für Verkehrskreisel

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Der Verkehrskreisel in der Bouxwiller Straße – hier bei der Einweihung im August 2012 – symbolisiert die Kiesgewinnung in Babenhausen.

Babenhausen - Gewerbeverein Babenhausen ruft zum Ideenwettbewerb auf. Gesucht wird nach einem gesamtheitlichen Konzept für die Plätze. Von Stefan Scharkopf

Sie liegen an viel befahrenen Ein- und Ausfahrtsstraßen der Kernstadt und sollen das Stadtbild aufhübschen. Überhaupt prägen Verkehrskreisel immer mehr die urbane und ländliche Umgebung. Mancherorts sind sie sogar so etwas wie ein Markenzeichen. Babenhausen hat derzeit vier Verkehrskreisel. Ein neuer, großer in Oval-Form am Bahnhof ist in Planung. Weitere können folgen.

Seit einiger Zeit bestimmen zunehmend Kreisel die Verkehrsnetze in inner- und außerörtlichen Verkehrsknoten. Innerstädtisch übernehmen einige den Stellenwert von Stadttoren und markieren die Ortseinfahrten. „Aus dem heutigen mobilen Stadtbild sind sie nicht mehr wegzudenken. Aber oftmals sind sie in ihrer Gestaltung wahllos oder nur vereinzelt betrachtet worden“, befindet der Gewerbeverein Babenhausen.

Konzept für alle Kreisel

Der Verein hat sich mit der Stadtverwaltung darüber geeinigt, für die Gestaltung der Babenhäuser Kreisel einen Ideenwettbewerb auszuschreiben. Es ist daran gedacht, ein gesamtheitliches Konzept für alle Kreisel zu finden.

Angesprochen bei diesem Wettbewerb mitzumachen sind alle Bürger – nicht nur aus Babenhausen – die Ideen hierzu entwickeln wollen und diese in Form von Entwürfen darstellen möchten.

Die Wettbewerbsbedingungen können unter Angabe der Teilnehmeradresse bis zum 31. März angefordert werden beim Gewerbeverein Babenhausen e.V., Platanenallee 19, 64832 Babenhausen, oder per E-Mail: info@gv-b.de. Die Zusendung erfolgt dann sofort.

Anonymisierte Bewerbung

Die Arbeiten sollen ohne Namensnennung der Verfasser eingereicht werden, damit eine neutrale Beurteilung durch das Preisgericht gewährleistet ist, wie es Gewerbevereinsvorsitzender Kurt Schlösser darstellt: „Das Preisgericht ist mit namhaften Personen aus Gewerbeverein, Stadtverwaltung, Politik und unabhängigen Künstlern besetzt und garantiert somit eine fachlich korrekte Bewertung der Arbeiten.“

Die Entwürfe müssen bis zum 30. September eingereicht werden, so dass die Preise gegen Jahresende vergeben werden können. Als Preisgeld stehen insgesamt 1 500 Euro zur Verfügung. Das Geld wurde von der Vereinigten Volksbank, der Sparkasse Dieburg und der Stadtverwaltung zur Verfügung gestellt. Der Verkehrskreisel an der „Dudenhöfer Chaussee“ ist bereits umgebaut – nicht jeder findet das Ergebnis gelungen. Eine Baggerschaufel, gestrichen in Blau, thront mitten auf dem Kreisel an der Bouxwiller Straße.

Zufahrten in die Kernstadt attraktiver gestalten

Die Stadt wollte und will ihre Kreisel verändern, um die Zufahrten in die Kernstadt attraktiver zu gestalten. Zunächst wurde der alte Kreisel geräumt und die Bepflanzung entfernt. Danach rückte schweres Gerät an und baggerte alles aus. Schließlich befüllten Arbeiter den Rundling mit Recyclingmaterial, bevor es mit einer Kiesschüttung weiter ging – Material aus dem Boden Babenhausens. Zum Ensemble gehören noch ein Basaltpfad und Findlinge. In der Mitte sitzt nun der Greifer – fünf Tonnen schwer mit einem Fassungsvermögen von 4,5 Kubikmetern. Das mächtige Gerät hatte früher seinen Dienst bei der Schumann & Hardt GmbH und Co. KG getan. Nun erinnert die Schaufel daran, dass die Kiesgewinnung in der Stadt Babenhausen eine lange Tradition hat.

Mit der Umgestaltung der Kreisel wollte man aber nicht nur für ein schöneres Stadtbild sorgen, sondern auch etwas für den Gemeindesäckel tun. Ziel ist es, langfristig Geld bei der Freiflächenpflege zu sparen, gleichzeitig aber ein prägendes Markenzeichen abzubilden – gerne auch mit Hilfe von Sponsoren. Der Gewerbeverein hatte einen Ideenwettbewerb vorgeschlagen, wie denn die anderen Kreisel aussehen könnten. Die Stadt zeigte sich mit dem Vorschlag einverstanden, hielt aber daran fest, dass der Gewerbeverein die Sache ins Rollen bringt. Dies hat er nun getan – jetzt sind die Bürger am Zug und können kreativ werden.

Quelle: op-online.de

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