Viel Humor und ein Schuss Akrobatik

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Während sich die CVB-Tanzgruppe als Hexen präsentierten, zeigte sich das Männerballett Hypertonics mit seinem zauberhaften Tanzmariechen.

Babenhausen ‐ Farbenfrohe Tänze, Stimmungslieder, Schunkelrunden und Humor aus der Bütt: Als CVB-Sitzungspräsident und Vereinsvorsitzender Klaus Fengel um Mitternacht alle Akteure zum großen Finale aufrief, lagen viereinhalb Stunden närrisches Programm hinter den Fastnachtern und ihren Gästen in der Stadthalle. Von Petra Grimm

Passend zum Motto „Beim CVB da fliegt die Kuh, und der Bauer tanzt dazu“ war der Elferrat auf der Bühne in Latzhose und kariertem Hemd aufmarschiert und der immer etwas chaotische Fengel hatte jede Menge deftige und nicht in einer Zeitung abdruckbare „Bauernweisheiten“ auf die Narren niederprasseln lassen. Schließlich hatte er zu Beginn eine „Agrarfastnacht“ angekündigt.

Auf einen Kommentar von ihm zum Thema „Jenny“ musste man bis zur zweiten Programmhälfte warten. Dabei sparte er nicht an bissigen Seitenhieben gegen CDU und Grüne. „Endlich weiß ich, was Demokratie ist“, rief Fengel in den Saal und erklärte, was das viel beschworene „Alleinstellungsmerkmal“ sein wird: „Der Kutter wird wohl allein dort stehen, weil wir uns die Renovierung vom Schwimmbad dann nicht mehr leisten können.“ Die Hofkapelle Troubadix und Haasi spielte - ganz klar - „Ein Schiff wird kommen“.

Eine kleine „Jenny“ rollten die Matrosen der TVB-Jazztanzgruppe Akzeptanz auf die Bühne, die eine tolle Show boten. Die Tanzgruppen konnten sich alle sehen lassen. So warfen vom CVB die Prinzengarde und die Mittlere Garde vor der Theke des Elferrats gekonnt ihre gestiefelten Beine. Was fürs Auge waren wie immer die kleinsten Gardetänzerinnen des Vereins mit ihren großen Perücken. Die Damen der CVB-Tanzgruppe wirbelten als Hexen über die Bühne und beeindruckten ebenso wie die Ehrengarde des Sickenhöfer Karnevalsvereins mit ihren tollen Kostümen. Die Sickenhöferinnen begeisterten die Zuschauer mit ihrem Tanz als „Fledermäuse“. Tanzmariechen Jasmin Och zeigte solo eine beinahe akrobatische Nummer.

Das Männerballett Hypertonics, die Ehrengarde des Prinzenpaares, marschierte als „lange Kerls“ auf die Bühne und hatte in seine Tanznummer ein besonders apartes Tanzmariechen (Hans Heinrich Walter) integriert. Und es gab noch einen Mann in Frauenkleidern an diesem Abend. Denn aus Frankfurt war der Travestie-Künstler Thomas Rau alias Olga Orange angereist und sorgte mit seinen schlüpfrigen Gags für Gelächter. Vor ihren eindeutigen Zweideutigkeiten war keiner im Saal sicher. „Es ist nicht leicht, Männer zu verführen“, stellte sie fest. Da reichen Dessous oft nicht aus: „Schatzi, was soll ich denn tragen, um attraktiv für dich zu sein?“ - „Einen Bierkasten!“

Ansprachen ans närrische Volk

Mit Tanz und Gesang der besonderen Art verstehen es die Sechszylinder seit einigen Jahren für Höhepunkte auf der CVB-Bühne zu sorgen. Die Handballer-Truppe, unter ihnen auch Hofmarschall Frank Bornschlegell, hatte sich überdimensionale Afrolook-Frisuren über die Köpfe gestülpt, sich ein Gesicht auf die nackten Bäuche gemalt und tanzte und schwankte so über die Bühne, dass es für die Zuschauer eine wahre Freude war. Beim Anblick der gut gebauten Table-Tänzerin mit Schamhaartoupet, die sich verführerisch an einer Stange räkelte, fiel den meisten im Saal wohl nichts mehr ein. Ihr humoriges Schaafheim-Lied („Walachei, Walachei“) wird ihnen in der Nachbargemeinde zweifellos viel Sympathie einbringen.

Das Prinzenpaar Elfriede II. und Winfried II., Hofdame Sabine und Junker Roland hielten Ansprachen an das närrische Volk. Das Kinderprinzenpaar Katharina II. und Fabian I. überraschte mit einer witzigen und gekonnt vorgebrachten Rede, bei der sie das große Prinzenpaar auf die Schippe nahmen: „Die sind bestimmt nicht echt, sondern vom Arbeitsamt geschickt - als Ein-Euro-Jobber“, vermuteten sie und mit freundlichem Lächeln Richtung Prinzenloge: „Komm, wir winken ihnen mal zu - da freuen sich alte Leute doch immer.“

Langstädterinnen sorgten für Lachtränen

Mut und Talent in der Bütt bewies die Kinderprinzessin aus dem vergangenen Jahr, die elfjährige Ann-Kathrin Haas, die auf der Bühne zeigte „wie man mit Erwachsenen redet“. Stolz schaute der Papa - Andreas Haas alias Haasi - aus der Musikerloge zu.

Für Lachtränen im Publikum sorgten die beiden Langstädterinnen Lydia Müller und Petra Emmerich, die als Margot und Else mit Rolllator auf der Bühne Platz genommen hatten. Ihr Blick auf die Welt aus der Perspektive der beiden verschrobenen Alten hatte es wieder in sich. Sie schwärmten offen für den Junker mit den langen Stiefeln an der Seite der Apothekerin im VIP-Bereich: „Das ist bestimmt der Reiter für die eilige Arznei.“ Ein Wiederholungstäter in der CVB-Bütt ist Frank Eser aus Jügesheim. Er hatte die Lacher als „Strohwitwer“ auf seiner Seite. Während seine Frau sich im Wellnessurlaub erholte, managte er den Haushalt mit Kindern und Hund und zeigte, „wo wir als Männer heute überall unsere Frau stehen“.

Nächsten Samstag geht die Sitzung nochmals übers Parkett.

Monika Schledt aus Dieburg prüfte die Hessisch-Kenntnisse im Saal mit einem Quiz. Das Babenhäuser Original Ralf Knöpp kalauerte als „eingebildeter Kranker“ in der Bütt („Ich geh gern zum Doktor. Wenn ich da mal nicht hingehe, bin ich krank“). Mit Stimmungsliedern („Ein Äbbelwoi geht immer noi“) unterhielten die Bembelsänger aus Groß-Umstadt. Originell war dabei ihr Medley aus umgetexteten Kinderliedern. So kann man ohne Probleme nach der Melodie der „Drei Chinesen mit dem Kontrabass“ auch die „Drei vom Tresen mit dem Äbbelwoifass“ besingen.

Quelle: op-online.de

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