Erfolge beim Ansiedeln von Ärzten

Viele Akteure im Gesundheitsforum vereint

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In den historischen und zum Teil denkmalgeschützten Gebäuden der Michelsbräu plant das Unternehmen Aumann ein Ärztezentrum zu etablieren.

Babenhausen - Ärzte vor Ort kann man eigentlich nicht genügend haben. Das zeigt nahezu tagtäglich der Blick in volle Wartezimmer oder das lange Warten auf einen Termin beim Facharzt. Auch in Babenhausen ist das seit Jahren ein Dauerthema. Von Norman Körtge 

Mit Experten, einem Konzept und einer eigenen Internetseite versucht die Stadt dem Rechnung zu tragen. Eine Zusammenfassung. Das Thema Gesundheitsversorgung poppt in Babenhausen immer wieder auf. Zuletzt war im Zusammenhang mit der geplanten Bebauung des sogenannten Grünewald-Areals am Rande der Altstadt die Rede davon, Arztpraxen, ein Sanitätshaus und eine Reha-Einrichtung anzusiedeln. Ob daraus was wird, ist nach dem jüngsten Stadtverordnetenbeschluss, dort ein allgemeines Wohngebiet entstehen zu lassen, offen. Wenige hundert Meter Luftline davon, auf dem ehemaligen Michelsbräu-Gelände, wird hingegen seit 2016 am Entstehen eines Gesundheitszentrums geplant. Wie berichtet, will das Babenhäuser Bauunternehmen Aumann in den historischen und denkmalgeschützten Gebäuden ein Ärztezentrum etablieren. „Hier laufen konkrete Gespräche mit potenziellen Ärzten, auch eine Apotheke will in das Gebäude umziehen. Diese Gespräche basieren auf Vertraulichkeit, weshalb derzeit dazu nicht mehr gesagt werden kann“, sagt Jessica Schumacher, stellvertretende Fachbereichsleiterin „Soziales und Familie“ im Rathaus. Und ergänzt: „Personen, die an einer Mietfläche im Gesundheitszentrum interessiert sind, können sich gerne an uns wenden.“

Schumacher ist es auch, die für das städtische Gesundheitskonzept und -forum mitverantwortlich zeichnet. An ihrer Seite hat sie das Reinheimer Unternehmen ASD Concepts, das 2013 beauftragt worden war, das zuvor von ihm erhobene Gesundheitskonzept auch umzusetzen.

„Durch das Gesundheitskonzept sollen in Babenhausen attraktive Strukturen geschaffen werden, um die Ansiedlung von zusätzlichen Ärzten in Babenhausen zu erleichtern“, erklärt Schumacher. Im Hinblick auf eine immer älter werdende Bevölkerung liege ein besonderer Aspekt der Aktivitäten darauf, die wohnortnahe ärztliche Versorgung der Bürger sicherzustellen. Bemerkenswert am Vorgehen sei, so Schumacher, dass alle Gesundheitsakteure wie Ärzte, Apotheker, Pflege- und Seniorenheime, ambulante Pflegedienste, Physiotherapeuten, Vereine, Sportstudios und auch ortsansässige Firmen und der Seniorenbeauftragte des Landkreises gemeinsam an der Verbesserung der Gesundheitsversorgung und Prävention arbeiten. Hieraus entstand bereits 2014 das Gesundheitsforum. Dieses Gremium kommt seither zwei Mal im Jahr in großer Runde zusammen. Kleineren Gruppen tagen auch mehrmals.

Die Gewinnung von Ärzten ist ein Thema des Gesundheitskonzepts. Neben der Gewinnung von Hausärzten sollen Fachärzte angesiedelt werden – zum Beispiel auch mit Zweitpraxen. Die bisherigen Erfolge zählt Schumacher auf: 2014 zieht in die Räumlichkeiten der K&S-Seniorenresidenz eine Zweitpraxis des Augenzentrums Dieburg; 2015 wird die kieferorthopädische Praxis „Scholz und Feller“ (Ludwigstraße 32) errichtet; im Oktober 2016 übernehmen Dr. Abrar Mirza (Facharzt für Allgemeinmedizin / Notfallmedizin) und Dr. Henrik Herceg (Facharzt für Innere Medizin / Notfallmedizin) die die Arztpraxis von Dr. Öztoprak, Storchenweg 3; im Januar 2017 eröffnet Dr. Hefter seine Praxis in Hergershausen.

„Dies alles geht nicht zuletzt auch auf die gute Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen Vereinigung zurück, die das Projekt in Babenhausen im Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt“, führt Schumacher aus. Die Verknüpfung mit Krankenhäusern und Facharztpraxen, den gesundheitspolitischen Strukturen des Landkreises sowie die Schaffung von optimierten Strukturen zur Versorgung der Altenheime sind weitere Bausteine im Gesundheitskonzept.

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Aus dem Gesundheitsforum heraus sind auch die Gesundmesse (2015 und 2017) und der Gesundheitstag (2016) entstanden sowie die Arbeitsgemeinschaft „Präventionskonzept für Kinder“. Letztere organisierte im November 2016 ein großes Treffen mit Experten aus dem Umfeld Kitas, Schulen, Erziehungsberatung, Kinder- und Jugendförderung, um zu erörtern, welche Maßnahmen es in den Themenfeldern Sprachentwicklung, Bewegung, Ernährung und Medienkompetenz bereits gibt und welche Maßnahmen ergriffen werden müssten.

Bereits seit 2014 gibt es im Internet ein Gesundheitsportal mit vielen Informationen, auch von den Gesundheitsmessen. Die Seite werde kontinuierlich ausgebaut, heißt es aus der Stadtverwaltung.

Infos unter babenhausen-gesund.de

Quelle: op-online.de

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