50. Jubiläum beim Tierschutzverein Münster

Viele Besucher mit vier Pfoten

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Zum Tierheimfest bringen Gäste ihre Vierbeiner mit. Die Stadt hat einen Vertrag zur Neuregelung der Unterbringung unterzeichnet.

Babenhausen - Barsoom, eine 45-Kilo schwere Mischung aus Boxer und Dogge, gehörte zu den beliebtesten Gästen. Von Ursula Friedrich

Bei der Jubiläumsfeier des Tierschutzvereins Münster und Umgebung im Tierheim bei Harreshausen warf sich der schwere Rüde zu Boden, um auf dem Rücken liegend Streicheleinheiten zu erbetteln. Barsoom gehört zu jenen Tieren, die ein glückliches Zuhause gefunden haben.

Tiere zu verantwortungsvollen Zweibeinern zu vermitteln, ist Hauptaufgabe des Tierschutzvereins, den eine Handvoll Idealisten vor einem halben Jahrhundert ins Leben riefen (wir berichteten). Der runde Geburtstag wurde gebührend gefeiert, mit zwei- und vierbeinigen Gästen. Während Zweibeiner auf der Hüpfburg herumtollten, ihre Gesichter schminken ließen, oder Wissenswertes rund um Tierschutz- und -medizin an den Infoständen mitnahmen, war das Augenmerk vieler „tierischer“ Gäste auf die Leckereien am Büfett gerichtet. Und auf das Schicksal jener Artgenossen, die „hinter Gittern“ auf Familienanhang warteten.

25 Hunde vom Welpen bis zum Senior sind derzeit im Tierheim bei Harreshausen einquartiert. Vier Katzen leben im Katzenhaus. „Aber das kann sich ganz schnell ändern“, so Beate Laudien, Leiterin des Tierheims. Hauptgrund für ein Schicksal im Tierheim sei meist die wirtschaftliche Situation der Halter, die ihren Hausgenossen nicht mehr finanzieren können. Auch ausgesetzte Tiere werden abgegeben – und hier wurde vor wenigen Tagen ein wichtiges Vertragswerk mit der Stadt Babenhausen unterzeichnet. Ab 2014 übernimmt nun der Tierschutzverein „Münster und Umgebung“ die Betreuung von Tieren, die im Stadtgebiet von Babenhausen aufgefunden werden.

In den letzten Jahren mussten Fundtiere zum Kreistierheim nach Münster gebracht werden; diese Mitgliedschaft im Kreistierheim hat der Magistrat zum Jahresende gekündigt. Praktische und finanzielle Gründe gibt es hierfür. Künftig müssen Fundtiere nicht mehr extra nach Münster gefahren werden, obwohl es vor Ort eine kompetente Unterbringungsmöglichkeit gibt.

Die Stadt hatte in der Vergangenheit ihren Mitgliedsbeitrag im Kreistierheim gezahlt (2012: 8 450 Euro), aber auch Investitionen des Babenhäuser Tierheims bezuschusst und Vereinsfördermittel ausgezahlt. In Zukunft wird es keine Doppelfinanzierung mehr geben, sondern die Förderung konzentriert sich dann auf die Harreshäuser Einrichtung. Derzeit bezuschusst die Stadt die Ertüchtigung des Katzenhauses, das winterfest gemacht werden muss. Der Kooperationvertrag mit der Stadt ist ein Meilenstein. Bislang musste sich die Einrichtung aus eigener Kraft finanzieren. Auf dem Gesicht von Beate Laudien ist eine Sorgenfalte weniger.

Das bunte Jubiläumsfest war für Tierfreunde auch eine Gelegenheit, nach vierbeinigem Familienzuwachs Ausschau zu halten. Statt einer Liebe auf den ersten Blick zu trauen, rät Laudien, Tiere ein paar Mal probeweise Gassi zu führen und so kennenzulernen – dieses Angebot gibt es im Tierheim täglich. So kam es, dass die Babenhäuser Familie Mahr plötzlich einen stattlichen Rüden von dannen führte, „obwohl wir eigentlich etwas Kleineres gesucht haben.“

Doch Barsoom ist ein Familientyp und Herzensbrecher. Wie die vielen zweibeinigen Gäste kam er gern zur Jubiläumsfeier ins Tierheim – diesmal blieb es jedoch beim Kurzbesuch.

Quelle: op-online.de

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