Viele Fragen in neuer Kita

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Beim Rundgang durch die Baustelle fallen den Besuchern besonders die hohen Räume und Fenstern auf.

Babenhausen - Der Neubau der Kita Kunterbunt erhitzt so manches Gemüt in Babenhausen. Dass die neue Kindertagesstätte viele interessiert, zeigte sich am Samstagvormittag. Der Einladung zu einer Baustellenbegehung folgten rund 100 Babenhäuser. Von Ulrike Bernauer

In je zwei Gruppen wurden sie um 10 und 11 Uhr von den beiden Architekten Dea Ecker und Robert Piotrowiski über die Baustelle geführt. Bürgermeisterin Gabi Coutandin begrüßte die Interessenten und nahm gleich einen der Namen, den die Babenhäuser für den Neubau geprägt haben, auf. „Villa Prunkbau“ hätte man die Kindertagesstätte getauft. Deshalb freute sich Coutandin, dass sich die Babenhäuser mit eigenen Augen überzeugten.

Fakten bekamen die Besucher anhand eines Faltblattes. 5,2 Millionen Euro kostet der Neubau einschließlich Baunebenkosten, Grundstückserwerb, Außenanlagen und Inneneinrichtung. Über das Land Hessen und seine Fördermittel für Krippen gibt es einen Zuschuss von 435 000 Euro, 880 000 Euro brachten Grundstücksverkäufe, die restlichen 3.9 Millionen schultert die Stadt. Auch zum Stand der Bauarbeiten gab das Blatt Auskunft. So sind die Rohbauarbeiten zu 95 Prozent abgeschlossen, zu 60 Prozent die Elektro-, Heizung-, Lüftungs-, Sanitär- und Estricharbeiten. Bei 80 Prozent liegt der Fertigstellungsgrad der Glasfassaden und der Dacharbeiten. Bis auf die Tischlerarbeiten sind alle Gewerke entweder begonnen oder beauftragt. Mit einem Bezug der Kinderkrippe rechnet Architektin Ecker Januar oder Februar 2014, die älteren Kinder, die jetzt im Sophie-Kehl-Haus untergebracht sind, sollen dann etwas später folgen.

Architektin Ecker erläuterte erstmal das grundsätzliche Konzept. So sind die Bereiche von der Kindertagesstätte für 100 Kinder, die sich im Westring und der Kinderkrippe für 30 Kinder, die sich in der Amtsgasse befindet, getrennt. Einende Elemente, die sich zwischen den beiden Teilen befinden, sind das Kinderbistro und der große Bewegungsraum, die von beiden Altersgruppen genutzt werden können.

Zuerst bewegte sich die eine Besuchergruppe in einen der Gruppenräume für die Drei- bis Sechsjährigen (Ü3). Man sieht noch nicht viel in den Räumen, deshalb verwies Ecker auf die Innenraumplanung, die anhand einer Zeichnung an der Wand hing.

Was jedem jedoch sofort in die Augen stach, waren die Höhe des Raumes und die ebenso hohe Fensterfront. „Wie wird die Hitze draußen gehalten?“, wollte ein Besucher wissen und erhielt die Antwort: „In den sonnenbeschienenen Bereichen mittels Jalousien.“

Reinhard Weitzel kritisierte schon vor dem Rundgang die Höhe der Fenster. „Wer soll die putzen?“ fragt er, „und was kostet das an Heizung? Das gibt hohe Folgekosten, und ich kann einfach nicht begreifen, dass man so was baut, ohne zu fragen, was die Bevölkerung davon hält.“ Weitzel monierte auch die Kosten, fragte, wo die Mehrkosten von fast drei Millionen von den einmal veranschlagten 2,5 Millionen herkommen und fragte ebenso, ob man nicht statt eines „Prunkbaus“ auch einen zweckdienlichen Kindergarten hätte bauen können. Auch nach dem Rundgang hat sich an seinen Kritikpunkten nichts geändert.

Hell ist es in dem neuen Gebäude, aber noch wirkt alles sehr kalt. Ecker erläuterte das Konzept für die Ü3-Kinder, die in vier Gruppenräumen untergebracht sind, wobei sich jeweils zwei Gruppen einen Sanitärbereich und eine Garderobe teilen. Verbunden sind die Räume, sowohl im Ü3-Bereich, wie im U3-Bereich für die Ein- bis Dreijährigen durch jeweils einen breiten Flur. Hier können sich die Kinder auch bei Regen bewegen, zum Beispiel mal mit dem Bobbycar fahren, so macht auch der Name Flitzemeile Sinn.

40 Prozent der Gesamtfläche werden den Ü3-Kindern gehören, 20 Prozent den Ü3- Kindern, die an ihrem Gruppenraum für jeweils zehn Kinder noch einen Schlafbereich haben werden. Die restlichen 40 Prozent sind Gemeinfläche, also Küche und Bistro, Bewegungsraum, aber auch die Technik, die Hauswirtschaft, die Räume für die Verwaltung, immerhin werden rund 20 Erzieherinnen hier arbeiten.

Die Besucher haben auch etliche Fragen auf Lager. „Sind alle Bereiche offen?“, will eine Babenhäuserin im Zusammenhang mit dem offenen Konzept der Kinderbetreuungseinrichtung wissen. „Es gibt Schiebetüren zwischen den einzelnen Räumen, die ermöglichen den Zugang zu anderen Gruppen, wenn die Erzieherinnen das wünschen. Soll es ruhiger zugehen und will die Gruppe für sich sein, ist das auch möglich,“ so die Antwort der Architektin.

Martina Diehl, sie ist schwanger und somit eine potenzielle „Kundin“ der neuen Einrichtung, findet den Bau nach der Begehung „grundsätzlich gelungen“. „Wenn die Räume eingerichtet sind, gibt das bestimmt noch ein ganz anderes Bild. Klar hätte man wohl auch sparen können, aber wir wollen für unsere Kinder auf der anderen Seite die bestmögliche Bildung.“

Quelle: op-online.de

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