Spalier für die Großen

Viertklässler zwischen Wehmut und Aufbruchstimmung  

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Für die zukünftigen Fünftklässler standen ihre Mitschüler an der Schule im Kirchgarten Spalier und verabschiedeten die Großen mit Abklatschen. Danach gab es Eis für alle wie, Ksenia, Jannis und Svenja zeigen.

Babenhausen - Für 75 Viertklässler der Schule im Kirchgarten heißt es jetzt Abschied nehmen von ihrer vertrauten Lernumgebung und Blick nach vorne. Von Petra Grimm 

Nach den Sommerferien sind sie nicht mehr „die Großen“ in ihrer Grundschule, sondern wechseln als Fünftklässler an eine weiterführende Schule, die große Mehrheit an die Joachim-Schumann-Schule. Temperamentvoll und lautstark wurden sie von ihren bisherigen Mitschülern und Lehrern verabschiedet. Rund 300 Grundschüler der Klassen eins bis drei bildeten seitlich nebeneinanderstehend eine lange Gasse im Schulhof, durch die die Abgänger lachend und Hände abklatschend liefen. Und ein so langes und vor allem lebhaftes Spalier sieht man nicht alle Tage.

Am Ende des Weges, den sie unter dem Applaus und Jubel ihrer Mitschüler zurücklegten, warteten die Lehrer, an der Spitze Schulleiterin Silke Schulz-Mandl, ein paar Mütter und eine große Kiste Eis, aus der sich dann alle Jahrgänge bedienen durften.

An ihrem Eis lutschend erzählten einige der Abgänger von ihrer Gefühlslage, ihren Erwartungen aber auch von ihren Bedenken. „Ich bin schon aufgeregt“, sagte der zehnjährige Jannis, „ich weiß ja nicht, wie es an der neuen Schule ist. Vielleicht ärgern die größeren Jungs mich. Ich freue mich aber schon auf die Mensa und die Cafeteria.“ Ksenia, neun Jahre alt, denkt vor allem an das, was sie zurücklässt: „Ich habe irgendwie ein komisches Gefühl, ich bin eigentlich eher traurig. Denn ich werde meine Lehrerin und mein Patenkind aus der ersten Klasse vermissen.“

Auf das Neue gespannt ist auch elfjährige Svenja: „Ich werde auch meine Lehrerin und Freunde vermissen. Aber eine Freundin von mir ist schon seit zwei Jahren auf der Joachim-Schumann-Schule und mit der kann ich dann öfter spielen. Fehlen wird mir auch das Klettergerüst und die anderen Spielgeräte auf dem Pausenhof.“

Von „Freude und Angst“ spricht der zehn Jahre alte Ilyas: „Ich freue mich, dass ich die Freunde, die letztes Jahr schon gewechselt haben, jetzt wiedersehe. Angst habe ich vor den Tests. Die werden bestimmt schwerer.“

Mit gemischten Gefühlen verlassen nicht nur die Kinder ihre vertraute Schule, auch die befragten Mütter zeigten sich eher „angespannt“ mit Blick auf den neuen Lebensabschnitt ihrer Kinder. Sie seien eigentlich noch aufgeregter als bei der Einschulung vor vier Jahren, so die Mamas im Schulhof. „Das ist ja jetzt wieder ein Riesenschritt. In der Grundschule war alles noch sehr behütet. Auf der großen Schule ist auch mehr Selbstständigkeit von den Kindern gefordert. Ich habe allerdings das Gefühl, dass meine Tochter Runa entspannter ist als ich“, sagte Jennifer Klein, die Mutter der Kinderfastnachtsprinzessin der vergangenen Kampagne.

Bilder vom Kirchenfest in Babenhausen

Für Daniela Kraus, deren Tochter Mona gemeinsam mit anderen Klassenkameraden nach den Sommerferien mit dem Zug nach Seligenstadt fährt, um die Einhardschule zu besuchen, war die Zeit vor dem jetzigen Schulwechsel, aufregender als der Wechsel vom Kindergarten zur Grundschule, wie sie sagte: „Jetzt mussten wir ja eine Entscheidung treffen, welche Schule wir wählen. Der Weg war nicht so vorbestimmt wie bei der Einschulung, alles war viel offener.“ Ihre Tochter hat sich für die Seligenstädter Schule entschieden, weil ihre Freundin auch dorthin geht. „Mona hat sich die Schule angeschaut und es hat ihr gleich gefallen.“

Ein absolut positiver Mensch scheint der zehnjährige Philipp zu sein. Er strahlt über das ganze Gesicht und verkündet den Satz, der bei den anderen jetzt sicher nach und nach noch ins Bewusstsein einsickert: „Ich hab es geschafft und bin durch die Grundschule durch. Das ist doch toll. Ich fühle mich richtig gut und habe eigentlich keine Angst vor der neuen Schule. Man findet neue Freunde und trifft alte wieder. Traurig wäre ich schon, wenn keiner meiner Freunde in meine Klasse kommt, aber man trifft sich ja noch beim Fußball.“ Unzufrieden an der Grundschule war er nicht: „Ich hatte die beste Lehrerin der Welt.“

Quelle: op-online.de

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