Susanne Spahn wird Sopranistin / Arbeit mit Montserrat Caballé und Christoph Schlingensief

Die Violetta als großer Traum

Immer ein Lächeln auf den Lippen: Susanne Spahn in ihrem Elternhaus.

Babenhausen - Sie wird als peppig beschrieben, selbstbewusst und mit einem Talent gesegnet, das in der Region und weit darüber hinaus aufhorchen lässt. Die Babenhäuserin Susanne Luise Spahn ist auf dem besten Weg, als Sopranistin Karriere zu machen.

So war sie kürzlich in der Konzerthalle Bad Orb zu sehen und zu hören. Zur Aufführung kam die Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss in einer Inszenierung der Opernakademie Bad Orb. Dort gab die 21-jährige Babenhäuserin die Ida, Schwester des Kammermädchens Adele, und heimste dafür gute Kritiken ein.

Susanne Spahn wurde 1988 in Dieburg geboren. Bereits in ganz frühen Jahren begeisterte sie sich für die Welt des Gesangs und nahm an musikalischer Früherziehung teil. Mit elf Jahren besuchte sie das Internat Lucius in Echzell und machte 2006 Matura (Abitur) am Bundesgymnasium mit musischer Ausbildung HIB in Wien. Die österreichische Hauptstadt ist mittlerweile auch der Hauptsitz von Susanne Spahn. Von hier pendelt sie oft nach Babenhausen, wenn nicht irgendwo ein Engagement auf sie wartet.

Gesangsunterricht nimmt sie seit neun Jahren und lernte auch Klavier. Von 2004 bis 2006 absolvierte sie ein Vorstudium am Konservatorium Wien. Dem schloss sich ein Bachelorstudium an. Zudem nahm sie Meisterkurse, unter anderen bei Montserrat Caballé. Wie kommt man in Kontakt mit diesem Star? „Ich habe vor der Staatsoper gewartet und gefragt, ob ich mal vorsingen kann“, sagt Susanne Spahn und lacht. 2010 will sie ihr Studium mit dem Bachelor of Arts im Sologesang abschließen. Das Singen von vier Arien und zehn Liedern ist ein Teil davon, zunächst muss sie vor einer Jury, danach vor Publikum auftreten.

Die Welt der Operette verbinden viele mit Wien - ein passender Wohnort also für Susanne Spahn. Von hier aus surft sie im Internet, schaut nach Engagements - so kam sie auch an ihre Rolle in Bad Orb - und hält Kontakt zu Freunden in der alten Heimat.

Wenn kein Gesangsunterricht ansteht, trainiert die schlanke, quirlige 21-Jährige orientalischen Tanz oder kocht. „Außerdem sitze ich gerne in den schönen Kaffeehäusern in Wien und schaue den Leuten zu, genieße den Wiener Schmäh“, sagt sie.

Im September, nach einem Portugal-Urlaub mit ihrem Vater, führt sie ihr Weg wieder nach Deutschland zurück. Sie hat ein Gastspiel an der Staatsoper in München. So ist Flexibilität gefragt von der jungen Frau, deren beruflicher Weg sie in viele Städte und Länder führt.

2008 sang sie als Chormitglied beim Lehárfestival in Bad Ischl und bei verschiedenen Konzerten. Dieses Jahr hat sie in Düdingen/Schweiz den Piccolo im Singspiel „Im weißen Rößl“ gegeben und die „Krankenpflegerin“ in dem Opern-Projekt „Mea Culpa“ am Wiener Burgtheater gesungen. Regie führte kein Geringerer als das frühere Enfant terrible der deutschen Theaterszene, Christoph Schlingensief, für den Susanne Spahn nur Lob übrig hat: „Das war witzig. Er hat morgens angerufen, ob ich abends die Rolle singen kann. Es war eine sehr intensive Arbeit und für mich eine prägende Erfahrung. Außerdem war er total nett.“

Gibt es eine Lieblingsrolle? „Ich würde gerne die Violetta in ‚La traviata‘ spielen, das ist ein großer Traum. Oder die Mimi in ‚La Bohème‘ und die Adele in der ‚Fledermaus‘. Das sind alles reale, dramatische Geschichten. Das gefällt mir.“

Quelle: op-online.de

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