Vitamine nicht nur vom Spargel

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Jonglage für Kinder boten die Mitglieder des „Kreativprojektes 50plus“ der Kreisagentur für Beschäftigung an. Astrid Storms-Fontner zeigte den Kindern zeigt, wie es geht.

Babenhausen - Mit 100 Kilogramm des königlichen Gemüses, die zu Salat, Gemüse und Stangenspargel verarbeitet wurden, hatte sich der Wirt André Schildbach für den Hunger der Gäste gerüstet. Von Petra Grimm

Dabei hatte er in diesem Jahr nach seinem gastronomischen Ortswechsel mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen. Denn während er in den Vorjahren seine Gerichte bequem, quasi aus dem Fenster des Hotel-Restaurants „Schwartzer Löwe“ auf den Marktplatz reichen konnte, musste er jetzt, als Wirt des „Landhaus Zum Schwanen“ alles herbei fahren.

Mit großen Warmhalteplatten- und -schüsseln managte er die veränderte Situation, so dass die Gäste wie in den Vorjahren in den Genuss der leckeren Spargelgerichte kamen. „Wenn der André Schildbach nicht wieder mitgemacht hätte, wer weiß, ob das Fest hätte stattfinden können. Ich hätte gar nicht gewusst, wen ich sonst hätte fragen sollen“, sagte Helmut Fendt, Veranstalter des siebten Wein- und Spargelfestes, das am Wochenende über das Pflaster des Marktplatzes ging.

Gemeinsam mit Bürgermeisterin Gabi Coutandin und der Ersten Kreisbeigeordneten Rosemarie Lück eröffnete Helmut Fendt das zweitägige Fest. „Das kulinarische Trio Spargel, Erdbeeren und Wein ist reich an Vitaminen, Mineralstoffen und Spurenelementen. Die zarten Düfte und Aromen dienen der Entspannung von Körper und Geist, regen unsere Fantasie an und bringen Genuss in unser Wochenende“, sagte die Bürgermeisterin. An die lange Tradition, die der Spargelanbau in Babenhausen hat, erinnerte Rosemarie Lück. Der erste Versuch sei bereits 1876 gewesen. In größerem Umfang werde das königliche Gemüse seit 1892 angebaut. 1928 sei auf diesem Platz zwischen Kirche und Rathaus die erste gemeinsame Verwertungsgesellschaft für Spargel gegründet worden.

An beiden Festtagen war neben kulinarischen Genüssen auch jede Menge Live-Musik geboten. Die Babenhäuser Band „Troubadix“ spielte am Samstagabend trotz der Regentropfen, allerdings ohne Haasi. Da rückten die Besucher auf dem Marktplatz einfach die großen Sonnenschirme zusammen, um sich vor dem Nass von oben zu schützen.

Zum Jazzfrühschoppen am Sonntag hatte die Stadt die Formation „Story4Ville“ spendiert. Die sechs Musiker spielten New Orleans-Jazz vom Feinsten. Wasserfeste Blasmusik- und Schlagerfreunde kamen dann am Sonntagnachmittag auf ihre Kosten. Da legten sich die „8 Franken“ bei Gewitterregen für ihre Zuhörer ins Zeug. Durch das schwül-heiße Wetter am Samstag und dem Regen gestren Nachmittag hielt sich der Publikumsandrang allerdings in Grenzen. „Wasser geht gut“, sagte Renate Becker vom Weingut Becker aus Osthofen Augen zwinkernd: „Die Leute trinken bei der Hitze eher Weinschorle als den Wein pur“. Neben dem Weingut Becker, das von Anfang an beim Babenhäuser Wein- und Spargelfest dabei ist, waren drei weitere Winzer mit Ständen vertreten. Wer Spargel oder Erdbeeren kaufen wollte, wurde auch fündig. Für Kinder und jung gebliebene Erwachsene boten die Straßenkünstler des „Kreativprojekts 50plus“ der Kreisagentur für Beschäftigung jonglieren und Teller drehen zum Mitmachen an. Angeleitet von Astrid Storms-Fontner, die aus einer alten Artistenfamilie stammt, trainieren ältere Langzeitarbeitslose bei diesem Projekt Beweglichkeit und Kreativität. „Es gibt nicht nur den Bereich Artistik, wir haben inzwischen auch eine Band“, sagte Kiliane Vaupel von der Kreisagentur für Beschäftigung. „Auf den ersten Blick hat das alles vielleicht nichts mit Arbeitslosigkeit zu tun, aber die Langzeitarbeitslosen üben sich dabei in Disziplin und Geduld und lernen wieder, sich etwas zu zutrauen und auf Menschen zu zu gehen. Wir versuchen draußen in den Kommunen Kontakte zu knüpfen. Im vergangenen Jahr haben wir immerhin von 100 Leuten des Projektes zwölf vermittelt. In diesem Jahr sind sogar 300 Langzeitarbeitslose beim Kreativprojekt dabei.“ Die fünf „Straßenkünstler“ freuten sich auf jeden Fall, wenn sie den kleinen oder großen Gästen etwas von ihren Fertigkeiten weitergeben konnten.

Quelle: op-online.de

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