Vorbei an Fischteich und Voliere

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Gut angekommen bei vielen Besuchern ist auch der gepflegte Park mit Fischteich.

Harreshausen - Berührungsängste und Vorurteile beim Gedanken an Seniorenheime gibt es einige. „Eine Frage, die die Besucher immer wieder stellen, ist, ob man auch seine eigenen Möbel und privaten Dinge mitbringen kann, wenn man hier einzieht“, sagt Pflegedienstleiter Frank Wieseler, während er durch die mit Fotos und Topfpflanzen dekorierten Räume führt. Von Petra Grimm

Natürlich kann man seine Möbel und anderes von zuhause mitbringen. Man kann sich hier ganz individuell einrichten. In den Zimmern muss gar nichts von uns drin stehen, außer ein in der Höhe verstellbares Bett. Wenn Pflegeverrichtungen am Bett durchgeführt werden, ist das aus Arbeitsschutzgründen nötig. Wer möchte, kann sogar seine eigene Bettwäsche und Handtücher mitbringen.“

Am Samstag war Tag der offenen Tür im Harreshäuser Seniorenzentrum Bethesda. Viele Besucher reisten auch mit der eigens für diesen Tag gemieteten Bimmelbahn aus der Kernstadt an, um sich zu informieren. Das vomChristlichen Sozialwerk Harreshausen vor 26 Jahren gebaute Seniorenzentrum mit seinen 118 Pflegeplätzen und 28 an den Bedürfnissen von älteren Menschen ausgerichteten Wohnungen ist voll belegt. Fast 100 Mitarbeiter, davon rund 65 im Pflegedienst, sorgen für die Bewohner.

Das Haus selbst mit der neuen Küche und den komplett sanierten Einzel- und Doppelzimmern, die neue Holzheizung, die Waschküche und der Park mit Fischteich, Kleintiergehege, Taubenvoliere und Demenzgarten standen offen.

Das Heimleiterehepaar Mechthild und Tom Best und sein Team boten verschiedene Führungen an und informierten auf Wunsch auch über die Kosten eines Pflegeplatzes und verschiedene Dienstleistungen, die Bethesda inzwischen ebenfalls anbietet. Und zwar für Menschen, die noch in ihren eigenen vier Wänden leben.

Frisch gekochtes Essen auf Rädern ab 1. Oktober

Im Jahr 2004 gründete das Sozialwerk die Bethesda Service GmbH, um seine vielfältigen Servicemöglichkeiten auch den Menschen außerhalb des Seniorenzentrums anbieten zu können“, erklärte Tom Best. So wird ein Kindergarten in der Kernstadt bereits seit einiger Zeit mit warmem Essen beliefert. „Ab 1. Oktober bieten wir frisch gekochtes Essen auf Rädern an. Zuerst für Harreshausen und die Kernstadt und ab kommendem Jahr auch für alle anderen Stadtteile.  Das war auch ein Grund, unsere Küche komplett zu erneuern. Wir haben jetzt die Möglichkeit statt - wie bisher - 150 Essen täglich bis zu 400 Essen zuzubereiten“, so Tom Best.

Außerdem gehört ein Wäscheservice - „Wäsche auf Rädern“ sozusagen - zum Programm. „Für die Bewohner des Schaafheimer Seniorenhauses Bethanien machen wir ja auch die Wäsche“, sagte der Heimleiter. Beim Blick in die Wäscherei sahen die Besucher die beiden großen Waschmaschinen, die je 24 Kilogramm Wäsche fassen. Dazu kommen Trockner, Mangel und Bügelautomaten. Hauswirtschaftliche Unterstützung vom Frühjahrsputz bis zum kleinen Abwasch und ab 1. September auch ein ambulanter Pflegedienst für alle Stadtteile bietet die Bethesda Servicegesellschaft ebenfalls an.

Der Trend geht zum Einzelzimmer

Durch diese Dienstleistungen möchten wir den alten Menschen ermöglichen, so lange es geht in den eigenen Räumen zu bleiben. Die Leute sind heute ja länger rüstig und brauchen oft nur kleine Unterstützung, um zuhause zu leben“, so Best.

Beim Rundgang mit Pflegedienstleiter Frank Wieseler wird deutlich, dass es bei den Besuchern gewisse Vorbehalte gegen die Doppelzimmer gibt. Etwa die Hälfte der Räume ist mit zwei Betten ausgestattet. Und der Gedanke mit jemand „wildfremdem“ in einem Zimmer zu leben, scheint für viele doch eher abschreckend.

 „Ich habe damit Erfahrungen in beide Richtungen gemacht. Es kann sich positiv und negativ auswirken“, sagte Wieseler. „Wenn es passt, kann ein Doppelzimmer sogar besser sein. Aber wenn es nicht funktioniert, haben wir die Möglichkeit darauf zu reagieren und die Situation zu verändern. Der Trend geht heute auf jeden Fall zum Einzelzimmer.“

Gut angekommen bei den Besichtigungsrunden ist die Möglichkeit, sein Essen anstatt im großen Speisesaal in den Gemeinschaftsbereichen auf den einzelnen Etagen einzunehmen. Hier sieht man auch Grüppchen von Bewohnern zusammen sitzen und sich unterhalten oder Radio hören. Das kleine Bähnchen, das zwischen der Kernstadt und dem Seniorenheim pendelte, nutzten auch die Bewohner. Sie machten damit einen kleinen Ausflug in die Innenstadt und profitierten so auf ihre Weise vom Tag der offenen Tür.

Quelle: op-online.de

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