Vorbei an Pyramideneiche

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Bevor es in die Flur und an den Waldrand ging, zogen die Wanderer an Fachwerkhäusern vorbei.

Langstadt (pg) - An der evangelischen Kirche war der Abmarsch in Richtung Radweg nach Harpertshausen: Fast neun Kilometer durch Wald und Feld spazierten am Mittwochnachmittag 201 große und kleine Langstädter und einige Gäste von außerhalb beim 12. Grenzgang, zu dem die Karnevalabteilung des TSV Langstadt wieder eingeladen hatte.

Mit der Teilnehmerzahl war Abteilungsleiter und Organisator Rüdiger Manowski hoch zufrieden. Das bisherige Spitzenergebnis von 204 Spaziergängern wurde fast erreicht. Unterwegs informierten die beiden Revierförster Thomas Zinth und Lothar Seipp über verschiedene Themen rund um die Waldwirtschaft. Am Waldrand entlang der Hisslache ging es beispielsweise um Wassergewinnung. Die Teilnehmer erfuhren etwas über den Weg des Wassers vom Tiefbrunnen im Wald über das Hergershäuser Wasserwerk bis zum Wasserhahn des Endverbrauchers. Jede Menge eher seltener Baumarten waren zu bestaunen, darunter Vogelkirsche, Hollunder, Ahorn, Linde oder auch Ulme. Die Förster erläuterten den Unterschied zwischen der essbaren Edelkastanie (Marone) und der für Menschen ungenießbaren Rosskastanie. Ein Rezept zur Zubereitung der Maronen lieferten sie auch.

Eine Pyramideneiche, ein Nachkomme der über 550 Jahre alten „Schönen Eiche“ in Harreshausen, die als Urmutter aller mittel- und nordeuropäischen Pyramideneichen gilt, war unterwegs auch zu sehen.

Über die „Schöne Eiche“

Über die „Schöne Eiche“ hatte Thomas Zinth eine historische Anekdote recherchiert, nach der ein französischer General während der Besatzung von 1759 bis ´63 extra eine Wache an dem Baum abgestellt hatte, um zu verhindern, dass sie dem Brennholzbedarf zum Opfer fiel. Eine Eichen-Pflanzung aus dem Jahr 2004, die beim Grenzgang im Jahr 2006 gerade mal Kopfhöhe hatte, lag auf dem Weg. Inzwischen sind die Bäume vier bis fünf Meter hoch.

Neben den forstwirtschaftlichen Themen standen in diesem Jahr auch Zwischenstopps bei Langstädter Landwirten auf dem Programm. So informierte Thomas Funk, der auf zehn Hektar Spargel anbaut, über seinen Betrieb. Bei der Kaffeepause auf dem Röderhof empfing Lothar Krapp, der seinen Betrieb inzwischen in eine Pferdepension umgewandelt und sogar eine Reithalle gebaut hat, die Gäste. An der Maschinenhalle von Wilfried Breitwieser waren Mähdrescher, Traktoren und Co. zu sehen.

Aus Zeitgründen wurde der eigentlich noch geplante Abstecher ins Landschaftsschutzgebiet Wingertsberg ausgelassen und nach gut dreieinhalb Stunden Tour das Sportlerheim angesteuert, wo sich die Wanderer in geselliger Runde mit deftigen Speisen, darunter Haspel mit Sauerkraut, stärkten.

Quelle: op-online.de

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