„Vorbildlich in Ökonomie und Ökologie“

+
DGNB-Vizepräsident Prof. Dr. Bernhard Bürklin, Bürgermeisterin Gabi Coutandin und Bima-Vorstand Axel Kunze (von links) bei der Überreichung der Zertifizierungsurkunde.

Babenhausen (st) - Bei der internationalen Immobilienfachmesse Expo Real überreichte der Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB), Prof. Dr. Bernhard Bürklin, zum ersten Mal eine Urkunde für ein nachhaltiges Stadtquartier auf einem ehemaligen Militärgelände.

Die Ehrung „für das 60 Hektar große, bundesweit einzigartige Vorzeigeprojekt, das vorbildlich Ökonomie und Ökologie vereint“, nahm Bürgermeisterin Gabi Coutandin entgegen.

„Die im Konsens geschaffene Wertstabilität mit Zukunftsausrichtung stellt eine solide Basis für Investoren mit Weitblick dar, bietet aber auch einen überdurchschnittlich großen Anreiz für künftige Bewohner und gewerbliche Nutzer“, heißt es in der Begründung.

In einer Gesprächsrunde wurde die Entwicklung des Areals nochmals skizziert. 60 Hektar Kasernenfläche und rund 84 Hektar Truppenübungsgelände müssen einer zivilen Nutzung zugeführt werden. Diese soll zudem stadtentwicklungspolitisch überzeugen und marktgängig sein.

Bereits Ende 2009 entschied das Stadtparlament, dass auf dem Areal ein „Quartier für nachhaltiges Wirtschaften, Arbeiten und Wohnen“ entstehen soll. Damit wollte Babenhausen von vorneherein aktiv ökologischen, ökonomischen und sozialen Herausforderungen begegnen.

Das Gebiet an der Aschaffenburger Straße umfasst künftig vier Teilbereiche mit unterschiedlichen Nutzungsschwerpunkten: Die historische Kaserne soll sich in ein Kreativquartier mit Schwerpunkt Büro, Kultur, Bildung und Dienstleistung verwandeln. Auf dem einstigen technischen Bereich entsteht ein Areal mit Arbeiten und Gewerbe, während auf der ehemaligen Housing Area ein Wohnviertel angedacht ist.

„Mit DGNB-Zertifizierung ist das Konversionsprojekt auch für Investoren interessant“

Auf diese Weise stehen künftig rund 19 Hektar zum Arbeiten und rund zwölf Hektar zum Wohnen zur Verfügung, ergänzt durch Infrastruktur. Herzstück soll eine weite, offene Wiesenfläche werden – mit eingestreuten kleineren Spielflächen und thematischen Ergänzungen wie etwa Wasserspiele, Kletterhügel oder Landschaftslabyrinth. Sie verbindet zudem die ehemaligen Kasernen-Areale und die Kernstadt mit den südlich und östlich gelegenen Naturgebieten. Im Naturschutzgelände „In den Rödern“ ist die Beweidung durch Przewalski-Pferde vorgesehen.

„Mit dem durch die DGNB-Zertifizierung erlangten Alleinstellungsmerkmal ist dieses einzigartige Konversionsprojekt auch für Investoren mit Weitblick mehr als interessant“, konstatiert Monika Fontaine-Kretschmer (NH ProjektStadt).

„Wir sind sehr zufrieden, dass wir diesen Weg gemeinsam mit der Bima und der DGNB gehen können“, so Gabi Coutandin. Sie schätzt auch die breite politische Zustimmung für den Rahmenplan: „Für uns war klar, dass wir eine solche Entscheidung nicht mit knappen Mehrheiten treffen können. Für ein so großes Projekt brauchen Investoren die Sicherheit, dass Planungen nicht nur auf aktuelle politische Mehrheiten bauen, sondern über mehrere Legislaturperioden Bestand haben.“

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare