Nachfrage nach gebrauchter Baby- und Kinderkleidung ist aber groß

Vorerst keine Wuselbasare in Babenhausen

Gerne würde das Wuselbasar-Team wieder seine Ständer (oben) behängen. Doch Corona macht dies derzeit nicht möglich. Im Schaufenster des „Anziehpunkts“ (unten) wird Werbung für Kinderkleidung gemacht.
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Gerne würde das Wuselbasar-Team wieder seine Ständer (oben) behängen. Doch Corona macht dies derzeit nicht möglich. Im Schaufenster des „Anziehpunkts“ (unten) wird Werbung für Kinderkleidung gemacht.

Es fällt viel aus. Der Kampf gegen die Pandemie und die steigenden Infektionszahlen fordern es. Die Kollateralschäden sind mannigfach und treffen Familien mit Kindern auch durch den Wegfall fast aller Baby- und Kinderbasare, die durch entsprechende Plattformen im Internet wegen des größeren Aufwands und der Kosten nicht wirklich ersetzt werden können.

Babenhausen/Harreshausen - So stapelt sich in Kellern und auf Dachböden vieler Familien gut erhaltene Kleidung, aus denen die Sprösslinge herausgewachsen sind, und auf der anderen Seite fehlt Müttern das Secondhand-Angebot, um ihre Kinder preisgünstig einzukleiden oder mit Spielzeug auszustatten. Für manche Familie ein echtes Problem, das in Coronazeiten wahrscheinlich nicht kleiner wird.

„Wir haben Anfragen von Müttern bekommen, die gesagt habe, dass sie auf unsere Basare angewiesen sind, um ihre Kinder einzukleiden. Gerade jetzt, wenn die teuren Winterjacken und Schuhe gekauft werden müssen, ist das für viele eine finanzielle Herausforderung“, sagt Katja Spielmann, die zum achtköpfigen Team des Harreshäuser Wuselbasars gehört, der im Februar diesen Jahres zum letzten Mal seine Pforten geöffnet hatte und alle weiteren Basare für dieses Jahr schweren Herzens abgesagt hat.

Die vorsortierten Basare dieser engagierten Müttertruppe sind seit über zehn Jahren eine feste Institution, die Besuchermassen aus der ganzen Region anzieht. Mehrmals im Jahr organisieren sie in der Harreshäuser Mehrzweckhalle Basare mit Baby- und Kinderkleidung, spezielle für Spielwaren und gelegentlich auch mit Kleidung ausschließlich für Erwachsene.

Spenden für den guten Zweck

Im Fall des Wuselbasars profitieren zudem regelmäßig Projekte und Einrichtungen für Kinder und Jugendliche von den Veranstaltungen. Denn das Wuselteam spendet den Erlös immer für einen guten Zweck. So übergaben die Frauen Anfang Oktober 300 Euro an den Förderverein der Bachgauschule, um die Aktion „iPads für Homeschooling und Unterricht“ zu unterstützen.

Jetzt sind sie ausgebremst – zum einen von der Pandemie, aber auch von der Tatsache, dass die Harreshäuser Halle wegen Brandschutzmängeln nur eingeschränkt nutzbar ist (siehe Artikel oben). „Wir würden im Frühjahr eigentlich gerne wieder einen Basar ausrichten, haben uns auch schon getroffen und Gedanken über den möglichen Ablauf gemacht, aber da die Infektionszahlen im Moment so steigen und die Halle nicht freigegeben ist, halten wir erst mal die Füße still“, sagt Spielmann, die sich kürzlich die Abläufe und Sicherheitsvorkehrungen beim Basar in Mosbach und bei einem vorsortierten in Dreieich-Sprendlingen angeschaut hat. Einbahnstraßen, Desinfektionsmittel und Tische in größerem Abstand, eine Reduzierung und zeitliche Steuerung der Besucherströme wären für das routinierte Harreshäuser Wuselteam machbare Ansätze. „Aber es ist noch nichts entschieden, denn auch unser Team hat keine einheitliche Meinung. Manche, die Kontakt zu Risikogruppen haben, wollen sich verständlicherweise zurückhalten. Und wir brauchen ja auch in Corona-Zeiten auf jeden Fall zusätzliche Helfer für unsere Basare“. Bei einer vom Wuselteam im August auf seiner Facebook-Seite veröffentlichten Umfrage haben sich immerhin 26 Leute gemeldet, die bereit wären zu helfen. Aber das war im August. Spielmann hat die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „Falls im Frühjahr wieder ein Basar – in welcher Form auch immer – stattfinden kann, werden wir es rechtzeitig bekannt machen.“

Der „Anziehpunkt“ in der Bummelgasse hat auch Kinderkleidung

Bis dahin sei auf den Second-Hand-Kleiderladen der Emmaus-Gemeinde in der Bummelgasse (Fahrstraße 16) verwiesen, der nun auch Baby- und Kinderkleidung im Angebot hat, außerdem Schuhe, Schlafsäcke und Spielsachen, wie von Pastor Burkhard Heupel zu erfahren ist. Nicht nur um den Geldbeutel zu schonen, auch aus ökologischen Gründen ist der Kauf gebrauchter Kleidung sinnvoll, wirbt das Emmaus-Gemeindeteam vom „Anziehpunkt“ in der Fahrstraße 16. Geöffnet ist dienstags bis freitag von 9 bis 12.30 Uhr, außerdem dienstags und donnerstags zusätzlich nachmittags von 14.30 bis 18 Uhr. Einkaufen darf hier jeder. Während der Öffnungszeiten werden Kleiderspenden gerne angenommen. „Was wir nicht verkaufen können und noch gut erhalten ist, kommt bedürftigen Menschen in osteuropäischen Ländern zu Gute“, so Pastor Burkhard Heupel.

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