Wanderung mit Geschichtsstunde

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Die eisigen Temperaturen schreckten am Sonntag nicht ab: Anderthalb Stunden marschierten 40 Bürger durch das winterliche Sickenhofen.

Sickenhofen ‐ Welches ist der älteste Babenhäuser Stadtteil? Dieser Frage hat sich am vergangenen Sonntag Helmut Mahr bei seinem Eröffnungsvortrag anlässlich des Waldspaziergangs der Freiwilligen Feuerwehr Sickenhofen gewidmet. Von Jasmin Frank

Als Ehrenvorsitzender des Dörfchens und als engagierter Heimatforscher konnte er den rund 40 Anwesenden stolz verkünden: „Es war unser schönes Sickenhofen, das bereits im zehnten Jahrhundert urkundlich genannt wurde. Die Ersterwähnung der Kernstadt Babenhausen erfolgte hingegen erst im Jahr 1236. Noch jünger sind Langstadt, Harreshausen, Hergershausen und Harpertshausen.“

Dennoch sollte aus dieser fachkundig recherchierten Rede des 81-jährigen Ehrenortsvorstehers keine innerstädtische Konkurrenz entstehen, denn die Ortsteile arbeiten gerade im Bereich des Brandschutzes eng zusammen. „Wir kooperieren mit den Feuerwehren aus allen Teilen Babenhausens, besonders eng aber mit Hergershausen, weil es räumlich am nächsten liegt“, erläutert Norbert Kolb, der als Vereinsvorsitzender genauestens über Zahlen und Fakten informiert ist. „Wir sind 23 Aktive in der Einsatzabteilung und zwölf Jugendliche in der Jugendfeuerwehr. Der Verein selbst hat etwa 200 Mitglieder“, sagt Kolb, der Mahrs Nachfolger im Amt des Ortsvorsteher ist.

Die Helfer bei Brand und Unfällen suchen immer nach zusätzlichen Aktiven – egal ob Neulinge oder aber Routiniers, die neu zugezogen sind. Doch am Sonntag drehte sich alles um die Wanderung, die bereits über 30 Mal durchgeführt wurde und trotz Schnees und winterlichen Temperaturen über anderthalb Stunden zum Pflanzenhäuschen führen sollte. Dort standen zur Stärkung Glühwein, Kaffee und Kuchen sowie Würstchen bereit.

Mit von der Wander-Partie waren auch Angelika und Jörg Luithard. „Wir wohnen jetzt seit zwei Jahren in Sickenhofen und sind gleich im ersten Jahr mitgewandert. Es ist uns einfach wichtig, Leute kennen zu lernen und Neuigkeiten aus dem Ort zu erfahren. Letztes Jahr war die Stimmung toll“, erzählt das sportliche Ehepaar. Doch bevor zum Aufbruch geblasen wurde, tat Helmut Mahr noch eine wichtige Entdeckung kund: „Nicht nur im zehnten Jahrhundert lebten Menschen in Sickenhofen. Hiesigen Funden von Tierknochen, die nach wissenschaftlichen Untersuchungen zweifelsfrei menschlicher Ernährung dienten, konnte ein Alter von über 12 000 Jahren nachgewiesen werden.“ Von den Anwesenden wird allerdings nie jemand erfahren, ob in 12 000 Jahren bei Ausgrabungen im Babenhäuser Forst Überreste von Kuchen oder Würstchen der Winterwanderung der Feuerwehr gefunden werden.

Quelle: op-online.de

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