Mit Forstamt auf Entdeckungstour

Im Wald wachsen Bänke

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Hauch ruck! Aber die Bank lässt sich keinen Millimeter verrücken. 500 Kilo Gewicht sind auch für diese Herren zu schwer (von links): Förster Peter Sturm, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Markus Euler, Forstamtsleiter Helmut Seitel, Karl-Heinz Sehnert von der Jubiläumsstiftung und Dr. Werner Thomas, Vorsitzender des Vereins „Methusalem-Bäume“.

Dieburg/Babenhausen - Schon fast zu einem Modewort ist der Begriff Nachhaltigkeit geworden. Gesellschaft, Politik, Technologie und Ökonomie – alle wollen nachhaltig sein. Doch was ist das eigentlich? Ursprünglich kommt der Begriff aus der Forstwirtschaft. Von Bettina Link

Helmut Seitel, Leiter des Forstamts Dieburg, zu dem auch Babenhausen gehört, erläutert: „Geprägt wurde der Begriff vor 300 Jahren von Hans Carl von Carlowitz, der erstmals formulierte, dass immer nur so viel Holz geschlagen werden sollte, wie durch planmäßige Aufforstung wieder nachwachsen kann.“ Weil der Begriff aber schwer zu greifen ist, will das Forstamt Dieburg mit Wanderungen die Nachhaltigkeit erlebbar machen.

Gestern stellte Seitel das Projekt mit der Sparkasse, die das Ganze finanziell unterstützt, und Dr. Werner Thomas als Vorsitzendem des Vereins „Methusalem-Bäume“ in Dieburg vor. Zukünftig werden im gesamten Landkreis Wanderungen durch die Wälder der Kommunen angeboten. Denn „der Wald ist ein Lehrstück für Nachhaltigkeit“, erklärt der Forstamtsleiter.

Nachhaltigkeit erlebbar machen

Bei den Wanderungen erfahren die Teilnehmer, wie der Wald bewirtschaftet wird. Es gibt Bäume, Teiche und Pflanzen zu entdecken und alles wird von den Fachleuten des Forstamts erläutert. „Je nach Beschaffenheit, wird jeder Wald vorgestellt“, erklärt Seitel. Ziel ist es, weg von theoretischen Erklärungen zu kommen und stattdessen die Nachhaltigkeit erlebbar zu machen.

Und wie lässt sich die trockene Theorie veranschaulichen? Ein Beispiel ist die drei Meter lange und 500 Kilo schwere Eichenbank, die noch im Garten des Forstamts steht. Sie wurde aus einer mehrere 100 Jahre alten Eiche gefertigt. Doch wer glaubt, es dauere lange, bis genügend Holz für so eine Bank gewachsen ist, täuscht sich. So dauert es gerade einmal 45 Minuten bis in Dieburgs Wäldern genügend Material für eine neue Bank nachgewachsen ist. Damit wächst in der Gemarkung jeden Tag eine Holzmenge nach, die für 32 Bänke ausreichen würde. Im gesamten Bereich des Forstamts Dieburg wächst in drei Minuten eine „Nachhaltigkeitsbank“.

Darum kann man sich guten Gewissens auf eines der 13 Outdoor-Möbel setzen, die in allen Kommunen aufgestellt werden. Und gut sitzen lässt es sich auch darauf, getestet haben das gestern schon mal Dieburgs Bürgermeister Dr. Werner Thomas, der stellvertretende Vorstandsvorsitzende der Sparkasse Dieburg, Markus Euler, Karl-Heinz Sehnert von der Jubiläumsstiftung, Forstamtsleiter Helmut Seitel und Förster Peter Sturm.

Erste Wanderung am 9. Juni

Die erste Bank wird am Sonntag, 9. Juni, in Dieburg an ihren Standort gebracht. An diesem Tag ist auch die erste Wanderung. Treffpunkt ist um 10 Uhr auf dem waldseitigen Parkplatz am Freizeitzentrum in Dieburg.

Die nächste Wanderung ist in Babenhausen am Sonntag, 23. Juni, um 10 Uhr am Waldeingang Eppertshäuser Weg. In Groß-Zimmern wird am 29. September gewandert. Schulen, die mit dem Forstamt die Wälder erkunden möchten, müssen sich anmelden:  Tel. 06071/98610. Die Schulen können sich außerdem mit Projekten zur Nachhaltigkeit bewerben. Die besten Ideen werden mit einer Patenschaft für die Methusalem-Bäume belohnt.

Quelle: op-online.de

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