IG Metall ruft zum Warnstreik auf

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Die Verhandlungen zwischen der IG Metall und der Optrex Europe GmbH treten auf der Stelle.

Babenhausen ‐ Die Verhandlungen zwischen der IG Metall und der Optrex Europe treten auf der Stelle. Die Unternehmensseite hat aus Sicht der Gewerkschafter bisher keine Bereitschaft erkennen lassen, über die Zukunftsaussichten des Standorts Babenhausen ernsthafte Gespräche zu führen. Von Stefan Scharkopf

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Produktion in Babenhausen schließt

Da in der Einigungsstelle keine Verständigung auf einen Interessenausgleich zu Stande gekommen sei, hatte die IG Metall gestern zum Warnstreik aufgerufen. Die Mitarbeiter sollten nach einer Betriebsversammlung nach Hause gehen. Wie der 1. Bevollmächtigte der IG Metall Darmstadt, Armin Groß, auf Anfrage sagte, habe man mit der Geschäftsleitung bei Gesprächen am vergangenen Freitag einvernehmlich festgestellt, dass die Produktion sogenannter Passiv-Displays bis 2012 nachgefragt werde. Aus Sicht der IG Metall mache deshalb eine Verlagerung der Produktion ins Ausland keinen Sinn. Vielmehr müsse die Produktion in Babenhausen weitergeführt und die Zeit bis dahin genutzt werden, an einem Zukunftskonzept zu feilen, Potenziale zur Weiterentwicklung zu nutzen und die Beschäftigung durch marktfähige neue Produkte langfristig abzusichern.

Von 200 Arbeitsplätzen 93 in Gefahr

Laut IG Metall wollte die Geschäftsleitung darüber mit Investoren aus Japan verhandeln. Für den gestrigen Montag sollten Ergebnisse vorliegen. In der Betriebsversammlung habe die Geschäftsleitung verkündet, das trotz hohem E-Mail-Verkehr keine Resultate vorlägen, frühestens Mittwoch. Die IG Metall habe sich nicht ernst genommen gefühlt und folglich zum Warnstreik aufgerufen, um Druck zu machen. Die Tarifverhandlungen sollen am Freitag fortgeführt werden. Die IG Metall fordert unter anderem den Abschluss eines Standortsicherungs-Tarifvertrags, Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen und Investitionen zur Modernisierung.

Wie im Januar berichtet, beabsichtigt der Automobilzulieferer bis Ende des Jahres die Produktion für Flüssigkristallanzeigen zu schließen. Von den etwas über 200 Arbeitsplätzen sind 93 in Gefahr. Die Geschäftsführung nennt Überkapazitäten in den Werken in Fernost, Kostendruck und die allgemeine Lage in der Auto-Industrie als Gründe. Das zweite Produktionswerk in Tschechien soll erhalten bleiben.

Quelle: op-online.de

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