Warum jetzt ein Bau für mehrere Generationen?

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Ein Blick in den Spielhof der neuen Kindertagesstätte mit Hexen- und Breschturm im Hintergrund.

Babenhausen (st) - Für die CDU ist die Entscheidung der Allianzparteien, einen millionenschweren Kindergartenneubau umzusetzen, nicht hinnehmbar.

Nachbarkommunen planten kostensparender: Kita Münster (Neubau für vier Gruppen, 1,4 Millionen), Groß-Zimmern (sechs Gruppen, 2,5 Millionen), Groß-Umstadt (sechs Gruppen, 2,4 Millionen). Für mehr als das Doppelte will die Mehrheit im Babenhäuser Parlament nun eine Kita bauen lassen.

„Warum sind andere Gemeinden in der Lage, eine Kita mit vertretbaren Kosten zu errichten, während die Allianz in Babenhausen ein exorbitant teures Projekt durchboxt?“, fragt sich der CDU-Parlamentarier Thomas Schindler. Sogar die Freien Wähler würden inzwischen zugeben, dass die hohen Kosten unmittelbar mit der Standortentscheidung für die Ludwigstraße zusammenhingen. Davor und vor zahlreichen anderen „Kostentreibern“ habe die CDU bereits früh gewarnt. Der von CDU und Grünen favorisierte Standort in der Heinrich-Heine-Straße hätte Einsparpotenzial in siebenstelliger Höhe gebracht. „Es scheint, als spielten die Kosten hier keine Rolle. Die Allianz handelt hier in erschreckender Weise stur und ignorant“, so Schindler.

Dass etwas Neues errichtet werden müsse sei keine Frage. Jetzt spiele aber der kleine Nachwuchs gar nicht mehr die Hauptrolle: ein Mehrgenerationenhaus solle es nun werden, die Preisschraube drehe sich weiter. „Wir haben im Altstadtbereich andere Möglichkeiten und Örtlichkeiten, die sich als Treffpunkt eignen, wie zum Beispiel die Stadtmühle. Eine weitere Einrichtung dieser Art ist nicht nötig“, sagt CDU-Fraktionschef Friedel Sahm. Auch an anderer Stelle werde es eng mit Betreuungsplätzen – dann ist kein Geld mehr da, etwa für die Kita Hergershausen, die inzwischen große Kapazitätsprobleme habe. Die CDU ist für eine Umkehr, um der Stadt einen Millionenschaden zu ersparen.

Grüne wenden sich an Aufsichtsbehörde des Kreises

Die Grünen sehen die vorgesehene Erweiterung der Kita als „Mehrgenerationenhaus“ mit der bisherigen Beschlussfassung der Stadtverordneten nicht abgedeckt. Beschlossen worden sei ein Kindergarten. „In Anbetracht der exorbitanten Kostensteigerung bei diesem Projekt von fast 100 Prozent haben wir uns jetzt an die Aufsichtsbehörde des Kreises gewandt, um klären zu lassen, ob die zusätzlichen Baumaßnahmen vom Beschluss des Stadtparlaments abgedeckt sind oder eben nicht. Nach derzeitiger Beschlusslage seien nur zwei grundsätzliche Dinge beschlossen: ein Neubau und insgesamt sieben Gruppen. Mehr nicht.

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In ihrem Schreiben an die Kommunalaufsicht führen die Grünen drei Ursachen für die Kostensteigerung auf: der Standort in unmittelbarer Nähe der historischen Altstadt mit zusätzlichen Auflagen und Kosten; zusätzliche Räumlichkeiten als Charakter eines „Mehrgenerationenhauses“ und „neuen Familien-Zentrums für die Kernstadt“; der jetzige Standort mit architektonischen Lösungen, die zu erheblichen Mehrkosten bei der Gebäudeunterhaltung führten (lange Flure, viel Glasfassade).

Nach Grünen-Auffassung ist nur der Standort durch Beschlüsse des Stadtparlaments abgesichert, die Erweiterungen nicht. Jetzt soll die Kommunalaufsicht prüfen, ob die geplanten Erweiterungen für den Kita-Neubau gegen die Beschlusslage verstoßen und die geplanten Gesamtkosten von rund 5,25 Millonen Euro mit der Haushaltslage der Stadt und dem 2013 notwendigen Haushaltskonsolidierungskonzept vereinbar sind.

Quelle: op-online.de

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