Im Wasser wimmelt´s voller Leben

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Teichprojekt beim Sophie-Kehl-Heim ist abgeschlossen. Jugendliche aus dem Erloch mit viel Elan bei der Sache.

Babenhausen - Wer einen Goldfisch sehen will, hat‘s nicht leicht: Schnell jagen die kleinen Schwimmer durchs Becken und verstecken sich im Dickicht. Nur wer Geduld hat, kann beobachten, wie sie vorsichtig aus ihrer Deckung kommen. Von Michael Just

Sogar ein kleiner Frosch taucht überraschend nahe der Pumpe auf. Der Teich im Garten des Sophie-Kehl-Heims wimmelt voller Leben. Das war kürzlich noch anders, als sich darin nur eine dreckige, gammelige Brühe befand. Mit über 20 Kindern aus dem Erloch hat die städtische Kinder- und Jugendförderung das Becken aus den 70er Jahren in den letzten Monaten sauber gemacht, neu bepflanzt und mit Fischen besetzt. Am Mittwochnachmittag wurde im Beisein von Bürgermeisterin Gabi Coutandin bei Kaffee und Kuchen der Abschluss des Projekts gefeiert.

Ziel: Jungendliche von der Straße holen

„Heute morgen haben wir nochmal 15 Fische eingesetzt“, berichtet Jugendpfleger Michael Spiehl und zählt die Arten auf. Darunter sind Gründlinge, Moderlieschen und zwei verschiedene Goldfischarten. „Jetzt muss alles noch anwachsen. Wie bei einem richtigen Garten eben“, ergänzt der 40-Jährige mit Blick auf die Wasserlilien und ein krautähnliches Gewächs.

Mit dem Teichprojekt verfolgt die Kinder- und Jugendförderung das Ziel, die jungen Anwohner des Erloch von der Straße zu holen und in Projekte mit Verantwortung zu stecken. Besonders engagiert: Ahmet Ögretmen, die rechte von Hand von Spiehl im Erloch. Er kennt den Nachwuchs dort wie kaum ein anderer und nimmt für viele eine väterliche Rolle ein. Als es im Frühjahr losging, schrubbte und spritzte er mit seiner Rasselbande das Teichinnere akribisch ab. „Danach haben wir einen Bus voll mit Steinen aus einem Steinbruch geholt“, erinnert sich Spiehl. Fische und Grünpflanzen wurden gespendet. Damit der Teich Sauerstoff bekommt, finanzierte die Stadt eine Pumpe mit Filtersystem. Der Bauhof legte mehrere Stunden Hand an eine neue Elektrik an.

Für Ögretmen ist es nun wichtig, dass seine Jungs am Ball bleiben. Denn jetzt gilt es, den Teich zu pflegen und die Fische zu füttern. „Dafür haben wir eine Box mit Sieb und Futter hingestellt“, sagt der Babenhäuser, der noch auf eine weitere Hilfe zurückgreifen kann: Edith Hilpert (66). Die Anwohnerin ist gern mit jungen Leuten zusammen und kommt immer zum Helfen. Um die Pflege des Beckens kümmert sie sich begeistert mit. „Das ist ab und zu nötig, wenn die Jugendlichen lieber etwas anderes machen“, sagt sie lachend.

Nur der Bauzaun passt nicht ins Bild

Auf das Endergebnis sind alle Beteiligten Stolz: „Vorher hatte an dem Becken keiner Spaß. Das ist jetzt anders“, sagt Spiehl. Um eine ordentliche Aufenthaltsqualität für die dort wohnenden Senioren und die Außenstelle der Kinder- und Jugendförderung zu schaffen, wurden zudem das Unkraut gejätet und die Bänke neu gestrichen.

Nur der jüngst um den Teich errichtete Bauzaun passt nicht ganz ins Bild: Der muss die nächsten Monate aber sein, solange die Kita Ludwigstraße das Sophie-Kehl-Heim als Ausweichquartier während des Neubaus ihres Domizil nutzt. Für den Winter hat sich noch ein kleines Problem angekündigt: Der Teich ist nicht tief genug und könnte zufrieren. So müssen Fische und Pflanzen eventuell demnächst raus und bis zum Frühjahr an einem sicheren Ort stehen. Gehen die Jungs aus dem Erloch dabei genauso ran wie bei der Sanierung des Beckens, dürfte das aber kein Problem sein.

Quelle: op-online.de

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