Wassererlebnisband soll Touristik ankurbeln

Mühlen und der Lebensraum Wasser

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In Babenhausen wurden in den letzten Tagen die ersten Tafeln für das Wassererlebnisband Gersprenz aufgestellt.

Babenhausen/Darmstadt-Dieburg - Eine Planwagenfahrt ist lustig – und im besten Fall auch informativ. Um beides zu vereinen hat sich der Landkreis Darmstadt-Dieburg einen Planwagen angeschafft. Von Michael Just

Jetzt war das Gefährt, das bei einem Landwirt in Roßdorf untersteht und von dessen Traktor gezogen wird, zwischen Hergershausen und Dieburg im Einsatz. Mit rund 20 Personen an Board fuhr die überdachte Pritsche mit gepolsterten Sitzbänken und einem langen Tisch mit Aussparungen für Getränke an der Gersprenz entlang, um einen Blick auf das eingerichtete „Wassererlebnisband“ zu ermöglichen. Anschließend wurden die Mitfahrer am Dieburger Schloss Fechenbach für das Regionsfest mit Landrat Klaus Peter Schellhaas abgesetzt.

Gefeiert wurden die Ergebnisse des EU-Förderprogramms „LEADER“, dessen übergeordnetes Ziel es ist, die ländlichen Regionen Europas hin zu einer eigenständigen Entwicklung zu unterstützen. Dabei erarbeiten lokale Aktionsgruppen Entwicklungskonzepte für ihre Region. Nach gut sieben Jahren LEADER-Förderung können der Landkreis und das Regionalmanagement auf mehr als 50 geförderte Projekte zurückblicken, die bereits erfolgreich umgesetzt oder auf den Weg gebracht wurden. Dazu gehört etwa die Route der Regionalgärten, die Hohe Straße oder das Wassererlebnisband Gersprenz. Dafür standen 1,6 Millionen Euro zur Verfügung.

Tafeln erläutern und bieten Orientierung

Nach der Besichtigung der Hergershäuser Langsfeldmühle, deren Sanierung ebenfalls finanziell durch LEADER unterstützt wird, stand das Wassererlebnisband Gersprenz im Mittelpunkt. Drei Babenhäuser, Andreas Bludau, Kurt Schlösser und Wilfried Müller, hatten dazu vor rund fünf Jahren die Idee. Mittelpunkt ist ein ausgewiesener Radweg, der auf bestehenden Wegen von Stockstadt bis Reichelsheim 55 Kilometer entlang am Fluss verläuft. Mit einem eigenen Logo wurde ausgeschildert und die Strecke in den Geo-Naturpark Odenwald-Bergstraße integriert. Für Erläuterungen sind zwölf Themen- sowie zwei Eingangstafeln geplant. Sie geben Infos über Mühlen, Biber, Kiesgruben, Grundwasserschutz oder ehemalige Ziegelhütten und Wassertürme und sind auch ins Englische übersetzt.

Im Planwagen ging es bei der Präsentation der LEADER-Ergebnisse die Gersprenz von Hergershausen nach Dieburg entlang.

„Babenhausen ist soweit fertig. Hier wurden in den letzten Tagen die ersten Tafeln aufgestellt“, verkündete Dorte Meyer-Marquart vom Regionalmanagement des Kreises. Ganz modern wurden die Tafeln mit einem Audio-Führer verbunden: Über das Smartphone können Informationen per QR-Code direkt geladen oder vor der Tour im MP3-Format im Internet abgerufen und kopiert werden. Sage und schreibe 45 Teile erhält der Audio-Guide zu drei großen Themenfeldern (Mühlen, Lebensraum Wasser oder Geologie). Teilweise wurden sie mit interessanten O-Tönen gespickt, darunter von der ehemaligen Babenhäuser Stadtarchivarin Ria Fischer oder dem Naturschutzexperten Dr. Wolfgang Heimer.

Broschüre soll bald erscheinen

Mit „on tour“ war auch Andreas Bludau, einer der Babenhäuser Ideengeber für das Band. Mit seinen Kindern warf der Unternehmer einen Blick auf die Umsetzung. „Die Tafeln sind toll gemacht und mit vielen Infos aufbereitet. Das Wassererlebnisband wird bestimmt seine Interessenten finden“, ist sich der 45-Jährige sicher, der sich zufrieden zeigte, wie seine Idee angegangen und umgesetzt wurde. „Das Wassererlebnisband soll den Tages- und Ausflugstourismus ankurbeln, dazu die Freizeitqualität der Kreisbewohner erhöhen“, so Dorte Meyer-Marquart. Mit der Stärkung des Binnentourismus spricht der Kreis vor allem der Stadt Babenhausen aus der Seele, die derzeit verstärkt Tourismus-Konzepte entwickelt und umsetzt.

In den nächsten Wochen sollen die noch fehlenden Info-Tafeln an der Gersprenz ergänzt werden und eine zusätzliche Broschüre erscheinen. Damit ist das Band weitgehend abgeschlossen. Und dennoch gibt es laut Dorte Meyer-Marquart weitere Möglichkeiten, das Projekt auszubauen. Dazu zählen beispielsweise die Errichtung von Rastplätzen an der Gersprenz oder Hinweisschilder auf die nächste Fahrradwerkstatt. Letzteres ist nicht ganz unwichtig: Denn wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, hat zwar Spaß an Landschaft und an körperlicher Ertüchtigung, bleibt aber hin und wieder von einem Plattfuß nicht verschont.

Quelle: op-online.de

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