Wasserverbrauch geht weiter zurück

Babenhausen - (st) Die Verbraucher sparen immer mehr Wasser. Das freut die Ökologen, den Ökonomen des Zweckverbands Gruppenwasserwerk Dieburg (ZVG) mit Sitz in Hergershausen treibt es aber die Sorgenfalten auf die Stirn.

Im vergangenen Jahr ist die Wasserabgabe an die Verbraucher mit 5,37 Millionen Kubikmetern gegenüber 2007 (5,45 Millionen) erneut gesunken. Die Bevölkerungszahl im Versorgungsgebiet stagniert seit Jahren, und der Pro-Kopf-Verbrauch ist 2008 auf 108 Liter am Tag zurückgegangen, nach 111 Litern 2007 und 115 Litern im Jahr zuvor. Dies hat dazu geführt, dass die Umsätze aus der Wasserabgabe mit 12,6 Millionen Euro um 356 000 Euro unter den Erwartungen lagen. Auch wenn der Umsatz gegenüber dem Vorjahr um 1,3 Millionen Euro höher war, so ist dieser nicht auf eine erhöhte Wasserabgabe, sondern auf die Gebührenerhöhung zurückzuführen.

Der ZVG hat sich hohe Ziele gesteckt, dazu gehören unter anderem die systematische Sanierung und Erneuerung der Rohrleitungen auch im Hinblick auf die Reduzierung der Rohrbruchquote, Abbau der Kredite, Vermeidung einer Netto-Neuverschuldung und die Stärkung des Eigenkapitals. Der ZVG war gezwungen, seine Ausgaben an verschiedenen Stellen zurückzufahren.

Insgesamt hat der Zweckverband im vergangenen Jahr 3,5 Millionen Euro in Neuanlagen investiert. In das Leitungsnetz flossen allein 1,9 Millionen Euro, während die Erneuerung der Netzpumpenhalle - die alten Netzpumpen waren 40 Jahre in Betrieb - 1,2 Millionen Euro und die Sicherung der Wasserförderrechte für die nächsten 30 Jahre 104 000 Euro erforderten.

Der Überschuss beträgt erfreuliche 1,6 Millionen Euro

Die Verbandsversammlung hat jetzt den Jahresabschluss für das Wirtschaftsjahr 2008 verabschiedet. Erfreulich: Es gibt einen Überschuss von 1,6 Millionen Euro. Damit wird ein Teil der Sachanlagen finanziert, so dass nur eine Kreditaufnahme von 250 000 Euro für die Investitionen des laufenden Jahres erforderlich war; als weiteres wesentliches Finanzierungsmittel dienten Abschreibungen.

Dass beim Zweckverband „Sparen“ trotz der Gebührenerhöhung zum 1. Januar 2008 angesagt ist, wird auch beim Investitionsplan 2009 deutlich. Dieser umfasst nur noch 2,7 Millionen für Sachanlagen, wobei hier wieder der Löwenanteil von 1,9 Millionen in das Rohrnetz fließt.

Die Erfolgsrechnung, also die Erträge, des vergangenen Jahres beträgt 13,9 Millionen gegenüber dem Plan in Höhe von 14,2 Millionen. Der Erfolgsplan für 2009 umfasst nur noch 13,3 Millionen und liegt damit nicht nur unter dem Umfang von 2008, sondern auch von 2007.

Allerdings hat der Zweckverband in jüngster Zeit erreicht, dass die Eigenkapitalquote mittlerweile bei 29 Prozent liegt, nach 22,5 Prozent im Jahr 2005.

Wie dem Lagebericht des Zweckverbandes für 2008 zu entnehmen ist, sind aus wirtschaftlicher Sicht keine Risiken erkennbar. Allerdings sieht der Verband ein Problem dahingehend, dass Lieferungen an Wiederverkäufer und Großkunden wegfallen oder sich vermindern können.

Wie Verbandsvorsitzender Dr. Klaus Lötzsch dazu ausführt, sind die Steigerung der Preise für elektrische Energie, eine mögliche, nicht kalkulierbare Zunahme von Rohrbrüchen und staatliche Eingriffe in die Gebührengestaltung weitere Risiken.

Quelle: op-online.de

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