Wechsel an Spitze der Genossen

+
Die nötige Unterstützung erhofft sich Bürgermeisterin Gabi Coutandin vom neuen Parteivorstand, dem sie nach seiner Wahl gratulierte: Unser Bild zeigt von links Margit Fendt, Simone Kirchschlager, Siegmund Kolb, Bürgermeisterin Gabi Coutandin, Claus Schulz und Franziska Spiwoks.

Babenhausen - Manchmal ist es von Vorteil, wenn die Satzung des Vereins besagt, dass bei Wahlen nur die Vereinsmitglieder zugegen sein dürfen. So geschehen am Freitagabend im Heinrich-Klein-Haus: Bei der Mitgliederversammlung der SPD wollten die Genossen unter sich bleiben. Von Michael Just

Fast zwei Stunden wurde hinter geschlossenen Türen getagt und abgestimmt, um dann am Ende einen neuen Vorstand und einen neuen Fraktionsvorsitzenden zu präsentieren.

Den Parteivorsitz hat jetzt Simone Kirchschlager inne, ihr Vorgänger Wulf Heintzenberg wird neuer Fraktionschef und löst damit Hans-Jürgen Lohde ab.

Nach den Wahlen machte sich eine Erleichterung in den Gesichtern der Genossen breit, fast schien es, als ob eine zentnerschwere Last von der Partei abgefallen wäre. Schon seit längerer Zeit wollen politische Beobachter von Meinungsverschiedenheiten innerhalb der Babenhäuser SPD erfahren haben.

Der neuerliche Richtungswechsel geht vor allem mit der Ablösung von Fraktionschef Hans-Jürgen Lohde einher. Über Gründe, dass fortan Wulf Heintzenberg das Fraktionsruder übernimmt, dazu hielten sich die Genossen eisern bedeckt und verwiesen auf eine Presseerklärung, die im Lauf dieser Woche herausgegeben werden soll. Stattdessen richtete man den Spot auf die neue Vorsitzende: Simone Kirchschlager ist 36 Jahre alt und kommt aus Harreshausen. Auf Stadtebene hatte sie bisher keine Ämter inne, auch nicht im Harreshäuser Ortsbeirat. Trotzdem ist sie seit ihrem 16. Lebensjahr SPD-Mitglied. Aktiv war sie bisher nur im Ortsbezirk in Harreshausen.

Wie sie sagte, wurde sie als Vorsitzende vorgeschlagen, andererseits habe sie auch die Chance gesehen, sich verstärkt politisch zu engagieren: „Der Vorsitz war vakant und da bot es sich an, den Schwung zu nutzen, der durch die Wahl von Gabi Coutandin zur Bürgermeisterin entstanden ist.“

Für die Zukunft wolle sie neue Ideen in die Stadt bringen und die Wahlkampfthemen im Energie-, Kultur- und Familienbereich weiter entwickeln.“ Wie ein SPD-Mitglied sagte, sei Kirchschlager die richtige Person, von der ein „integratives Signal“ ausgehe.

Seinen Wechsel zum Fraktionsvorsitzenden begründet Wulf Heintzenberg mit der Tatsache, dass ihm die Doppelbelastung als Vorsitzender von zwei Vereinen - SPD und Luftsportclub - zu groß geworden sei. „Als Fraktionsmitglied bin ich ohnehin mit den Themen und Drucksachen vertraut, da fällt dann weniger Arbeit an“,begründet er seine Abkehr vom Parteivorsitz.

Nicht mehr in der Verantwortung wird künftig Hans-Jürgen Lohde sein. Mit kleinen Unterbrechung war der streitbare und politisch engagierte Hergershäuser sieben Jahre lang Fraktionsvorsitzender. „Manchmal ist es erforderlich, dass man Platz macht“, sagte er, ohne eine gewisse Enttäuschung in seinem Gesicht verbergen zu können. Ein politisches Amt besitze man ohnehin nur auf Zeit. „Ich habe immer für den Bürgermeister-Wechsel in Babenhausen gekämpft, jetzt kann ich mich zurückziehen“,bilanzierte der 59-Jährige mit ironischem Unterton. Sein Amt als Stadtverordneter will Lohde aber auf alle Fälle behalten.

Die künftige Parteivorsitzende Simone Kirchschlager wird von zwei Stellvertretern unterstützt: Siegmund Kolb und Claus Schulz. Sie lösen Norbert Fertig und Willi Schäfer ab. Rechnerin ist ab sofort Margit Fendt, Schriftführerin nun Franziska Spiwoks.

Quelle: op-online.de

Kommentare