Wehr im Zeitenwandel

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Beförderungen zum Jubiläumsfest (von links): Daniel Kunkel, Mirco Heil und Martin Mahr wurden zu Feuerwehrmännern ernannt, Andreas Fehlner zum Hauptfeuerwehrmann, Dominic Fehlner zum Oberfeuerwehrmann und Tobias Schindler zum Feuerwehrmann.

Hergershausen (pg) ‐ Mit einem fröhlichen Geburtstagsständchen – ganz klar das „Feuerwehrlied“ - eröffneten die kleinen Sänger der Kindertagesstätte Hergershausen das große Jubiläumsfest.

Drei Tage lang feierte die Freiwillige Feuerwehr im größten Stadtteil ihr 75-jähriges Bestehen. Organisierte Feuerwehrarbeit gibt es nachweislich schon seit mindestens 175 Jahren. Das Festzelt war sehr gut gefüllt als die Vereinsvorsitzende Anita Ullrich und Wehrführer Ralf Aumann die Gäste begrüßten, darunter Vertreter aus der Politik, der örtlichen Vereine, benachbarter Feuerwehren, der Kirchen, der Schule und der Kindertagesstätte. Der große Chor und die Jungen Töne des Gesangvereins Liederkranz gratulierten ebenfalls musikalisch und begleiteten unter der Leitung von Peter Wilhelm den offiziellen Teil mit einigen Liedern.

Grußworte wechselten sich mit einem unterhaltsamen Rückblick mit alten Fotos und Filmen ab. Günter und Bettina Klein hatten viel Zeit und Kreativität in diese gelungene Multimedia-Schau investiert. Die historischen Aufnahmen und auch die Bilder jüngeren Datums, auf denen viele Gäste Bekannte oder Verwandte entdeckten, machten die 75 Jahre lebendig. Sie ließen erahnen, wie sich die Arbeit der Feuerwehrleute im Laufe der Zeit verändert hat. Nicht nur, weil die technische Ausrüstung einem starken Wandel unterworfen war, auch das Aufgabenfeld hat sich geändert.

Um einen Feuerlöscher auszuprobieren ist man nie zu jung.

Davon sprachen auch einige Redner, darunter Stadtbrandinspektor Mario Wörner. Der Schwerpunkt der Feuerwehrarbeit habe sich von der Brandbekämpfung und der Rettung der Menschen und Tiere auf technische Hilfeleistungen und Umweltschutz verlagert, sagte er. Stadtverordnetenvorsteher Rüdiger Manowski sprach die kulturelle Bedeutung der Feuerwehrvereine an und lobte die gute Jugendarbeit. Bei der Feuerwehr lernten die Jugendlichen, dass Freiheit nicht nur Selbstverwirklichung, sondern auch Verpflichtung und Verantwortung bedeute.

Viele Grußworte

Die gute Nachwuchsarbeit in Hergershausen, wo es mit 27 Jugendlichen eine der größten Jugendabteilungen im ganzen Landkreis gibt, lobte auch Kreisbrandmeister Sven Steiger. Angesichts der Volksfeststimmung im Saal und der langen Reihe der Gratulanten fassten sich die meisten Redner kurz. Anita Korte gratulierte für den Landkreis und Bürgermeisterin Gabi Coutandin dankte im Namen der Babenhäuser Bürger. Gemeinsam mit dem Stadtbrandinspektor beförderte sie Tobias Schindler, Mirco Heil, Martin Mahr und Daniel Kunkel zu Feuerwehrmännern. Dominik Fehlner wurde zum Oberfeuerwehrmann und Andreas Fehlner zum Hauptfeuerwehrmann befördert.

Die Grußworte von Schulleiterin Waltraud Pachale und Eva Maria Hartmann, Leiterin der Kindertagesstätte, machten deutlich wie vielfältig die Hilfe der ehrenamtlichen Feuerwehrleute ist. Von der Brandschutzerziehung der Kinder bis zur Sicherung von Laternenumzügen und ähnlichem reicht die Unterstützung. Pfarrerin Elke Becker und der katholische Pfarrer Ferdinand Winter lobten die besondere Form der Nächstenliebe, die die Feuerwehrleute auch unter Einsatz ihres eigenen Lebens praktizierten.

„Alle Festtage gut besucht, alles hat geklappt.“

Ein Höhepunkt des Festsamstags war die Jugendbezirksübung, bei der die Bachwiesenschule gelöscht wurde. Dabei waren neben den Hergershäusern noch acht weitere Jugendfeuerwehren im Einsatz. Zünftig ging es im Anschluss beim Hessischen Abend mit den Mosbacher Musikanten zu.

Am Festsonntag gab es ab und zu kleinere Regenschauer, was die Stimmung aber nicht trübte. Vor dem Feuerwehrhaus auf der Bahnhofstraße waren Info- und Verkaufsstände mit Rauchmeldern und Feuerlöschern aufgebaut. Wie man einen Feuerlöscher richtig bedient konnten die Besucher auch selbst ausprobieren.

Das technische Hilfswerk aus Groß-Umstadt zeigte ein großes Fahrzeug mit Ausrüstung und ein historischer Wagen mit einer Feuerwehrpumpe aus dem Jahr 1901 aus Babenhausen war auch zu bewundern. Bei einer großen Schauübung „Verkehrsunfall“ bewies die Einsatzabteilung am Nachmittag ihr Können, ehe das große Fest dann mit dem Blasorchester des TVH ausklang. Das Resümee von Wehrführer Ralf Aumann war positiv: „Alle Festtage waren gut besucht und es hat alles geklappt“.

Quelle: op-online.de

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