Wehren in den Stadtteilen vor Sparplänen schützen

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Mitgliederehrung der Feuerwehr Harpertshausen

Harpertshausen - Das Lob war deutlich: Der plötzliche Brand im DRK-Heim nach der Fastnachtssitzung vor wenigen Tagen sei nur deshalb so glimpflich abgelaufen, weil die Harpertshäuser Blauröcke mit ihrem Erstangriff nicht nur schnell zur Stelle waren, sondern auch das Ausbreiten der Flammen lehrbuchhaft verhindert hätten. „Was in den ersten Minuten geleistet wurde, war phänomenal“, sagte Stadtbrandinspektor Mario Wörner. Von Michael Just

Ein größeres Lob hätte sich Wehrführer Bernd Sauerwein im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Feuerwehr Harpertshausen nicht wünschen können. Dies gilt vor allem unter dem Aspekt, dass durch die schwierige Finanzlage der Stadt immer wieder die Stadtteil-Wehren in den Fokus von Sparmaßnahmen oder sogar ihrer Abschaffung rücken. So sprach sich Wörner deutlich für ihren Erhalt aus: „Vor allem ihre Ortskenntnisse können Leben retten. Ein lokaler Feuerwehrmann weiß immer noch am besten, in welchen Häusern Frauen und Kinder sind oder wo im Gebäude die Leute schlafen.“

In das Lob stimmte auch Ortsvorsteher Kurt Kratz ein: „Die lokale Wehr wertet ohne Zweifel den Stadtteil auf und gibt ihm Sicherheit zugleich.“ Kratz vergaß in diesem Zusammenhang nicht die Arbeit von Jugendfeuerwehrwart Frank Herdt zu würdigen, dessen großes Engagement mittlerweile über die Ortsgrenzen hinaus bekannt ist: „Das ist wie ein kleiner Kulturverein“ sagte Kratz nach dem Vortrag von Herdt, bei dem dieser minutenlang die zahlreichen Aktivitäten der Jugendgruppe mit Bastelnachmittagen, Sport oder Ausflügen aufgezählt hatte, die weit über das Thema „Feuer und Wasser“ hinausgehen. „Dafür bräuchte man normalerweise Staatsbedienstete, die Geld kosten. Die jungen Betreuer machen das gratis.“

Wie Bernd Sauerwein, der zugleich Wehrführer und Vorsitzender des Feuerwehrvereins ist, sagte, waren im Jahr 2008 insgesamt 13 Einsätze zu bewältigen. Zweimal brannte es, elfmal gewährte man Hilfeleistung. „Die Stadtteil-Feuerwehren spielt bereits jetzt eine entscheidende Rolle in der Einsatzstatistik der Babenhäuser Wehr und wird in Zukunft noch stärker eingebunden werden“, führte der Harpertshäuser aus. Mit Blick auf die internen Schulungsabende sowie die externen Seminare bezeichnete er den Ausbildungsstand als sehr gut.

Dafür spreche die Gesamtzahl der aufgebrachten Übungs-, Lehr- und Wartungsveranstaltungen, die Sauerwein mit 1000 Stunden bezifferte. Hinzu kommen 223 Einsatzstunden. Wie in jedem Jahr ließ er es sich nicht nehmen, die Aktiven mit den meisten Übungsstunden auszuzeichnen. Spitzenreiter ist Frank Herdt mit 95 Stunden, es folgen Ralf Schnur mit 84 und Dieter Dreizehner mit 77 Stunden. Eine Beförderung zum Feuerwehrmann erhielt Christoph Schnur, zum Oberfeuerwehrmann wurden bereits Fabian Jäger und Stefan Lehr ernannt.

Auch die Ehrung der langjähriger Mitglieder stand an: So sind Dieter Dreizehner, Harald Kühn und Andreas Schnur seit 25 Jahren im Feuerwehrverein. Wilhelm Kühnle kommt sogar auf 40 Jahre. Ende 2008 gehörten insgesamt 150 Personen dem Feuerwehrverein an. 27 Mitglieder hat die Einsatzabteilung, zwölf die Jugendwehr. Nach den Ergänzungswahlen ist Sven Breitwieser neuer Schriftführer, Sebastian Müller Beisitzer.

2009 blicken die Mitglieder der Harpertshäuser Wehr mit großer Erwartung auf ihr Jubiläumsfest: Gleich an zwei Tagen, am 1. und 2. August, wird man das 75-jährige Bestehen feiern. Ob Gottesdienst, Frühschoppen oder ein Disco-Abend, „bei dieser Feier soll es an nichts fehlen“, verspricht Sauerwein: „Die Vorbereitungen sind in vollem Gange.“

Quelle: op-online.de

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