Weiberfastnacht: Noch ist es offen, wie es weitergeht

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Gewährten bei einem Eierlikörchen einen Blick hinter die Kulissen des Sekt- und Schnittchenabends: Putzperle Jutta Koser (links) und Reinigungsfachfrau Sabine Dirkes beim Interview mit unserer Zeitung.

Babenhausen ‐ Der Schlachtruf „Weibsleut ab uff die Gass!“ wird am morgigen Donnerstag (3.) wieder durch die rappelvolle TVB-Halle tönen. Denn die Tanzgruppe „Akzeptanz“ lädt zum zehnten Mal alle Närrinnen zum Sekt- und Schnittchenabend ein. Von Petra Grimm

Die ausgelassene Veranstaltung zur Weiberfastnacht mit zweistündigem Bühnenprogramm bei freiem Eintritt hat inzwischen Kultcharakter. Rund 350 feierfreudige Frauen füllen immer die Halle. Originell ist auch das Konzept. Denn neben dem Damengedeck, das aus einem Piccolo und zwei Schnittchen besteht, können die Besucherinnen noch eine Karte kaufen, mit der sie im Anschluss in verschiedenen Kneipen der Innenstadt vergünstigt weiter trinken können.

Über die Anfänge und die unsichere Zukunft des beliebten Events hat sich unsere Mitarbeiterin Petra Grimm mit den beiden Frontfrauen, der Putzperle Jutta Koser und der Reinigungsfachfrau Sabine Dirkes unterhalten. Nach einigen Eierlikörchen in der Putzkammer im Keller der TVB-Halle gewährten die beiden närrischen Moderatorinnen einen Blick hinter die Kulissen.

Nach zehn Jahren Weiberfastnacht in Babenhausen ist jetzt möglicherweise Schluss mit Sekt- und Schnittchen. Warum?

Jutta Koser: Im kommenden Jahr wird die Halle ja umgebaut. Da muss die Veranstaltung dann auf jeden Fall ausfallen, und nach der Renovierung gibt es dann keine Bühne mehr. Es ist deshalb noch völlig unklar, wie es mit dem Sekt- und Schnittchenabend beim TVB weitergeht. Wir denken daran aufzuhören. Eigentlich sollte die erste Veranstaltung vor zehn Jahren ja eine einmalige Sache bleiben. Aber da es uns und den Gästen so viel Spaß gemacht hat, ging es weiter.

Sie beiden sind ja eigentlich keine Moderatorinnen und vor zehn Jahren eher zufällig auf die Bühne geraten. Wie kam es zu diesem gelungenen, närrischen Teamwork.

Sabine Dirkes: Jutta und ich haben uns zufällig bei einem Seminar über Rücken schonendes Wischmoppen vor elf Jahren kennen gelernt und gleich gut verstanden. Beim ersten Sekt- und Schnittchenabend haben wir gerade die Halle geputzt, standen dann plötzlich auf der Bühne und sind geblieben. Unsere Zwiegespräche auf der Bühne sind – eigentlich ungewollt – reine Improvisation. Wir würden das gerne vorher mal gemeinsam proben, aber wir kommen einfach zeitlich nicht zusammen.

Die Moderation ist also völlig ungeprobt. Wie sieht es mit einer Generalprobe aller auftretenden Künstler aus?

Jutta Koser: So was gibt es bei uns nicht. Die kommen und gehen auf die Bühne. Es gibt auch keine Gage, sondern eine Kiste Schokoküsse oder eine Tafel Schokolade.

Sabine Dirkes: Bei uns ist alles hausgemacht und nicht professionell durchgetaktet. Unsere Planung ist auch relativ kurzfristig. Eigentlich beginnt die Vorbereitung erst in der Woche davor. Ab Mittwochabend wird dekoriert und den ganzen Donnerstag vor der Show werden dann die restlichen Arbeiten erledigt.

Außer Axel Heintzenberg, der für die Technik zuständig ist, und den Männern, die auf der Bühne tanzen, singen oder in der Bütt stehen, dürfen nur Frauen in die Halle. War das von Anfang an so?

Sabine Dirkes: Ja, wir wollten damals speziell was für die Frauen in Babenhausen machen, ein eigenes Angebot. Und außerdem sind Frauen, wenn keine Männer dabei sind, natürlich viel konzentrierter.

Quelle: op-online.de

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