Den Marsch und die Polka geblasen

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Das Weihnachtskonzert der Hergershäuser Bläser stimmte mit seinen Stücken auf ein fröhliches und beschwingtes Fest ein.

Hergershausen - Eigentlich ist es gleich, ob das Hergershäuser Blasorchester am Nachmittag oder am Abend aufspielt. Dem Hörgenuss steht die Uhrzeit zuletzt im Wege. Das demonstrierten die Musiker am Wochenende in dem mit 220 Personen voll besetzten Bürgerhaus. Von Michael Just

Dort luden die renommierten Bläser des TV zu ihrem traditionellen Weihnachtskonzert am vierten Advent ein. Traten die Musiker im vergangenen Jahr noch am Sonntagnachmittag auf, verlegte man das bereits seit vielen Jahren bestehende Weihnachtskonzert diesmal auf den Samstagabend. „Wir waren uns nicht ganz sicher, wie der Zuspruch ist, wenn wir so kurz vor dem 24. Dezember spielen“, erzählt Christel Winter. Die Besucherzahl zeigte, dass man mit dieser Entscheidung alles andere als falsch lag. Auch 2012 hatten sich die Bläser auf die Fahnen – oder besser gesagt auf die Instrumente – geschrieben, dass Abwechslung gut tut. Deshalb war keinesfalls nur Besinnliches zu hören. Im Gegenteil: Weihnachtliches kam erst mit der Zugabe und dem Stück „In heiliger Nacht“. Davor bestimmten vor allem flotte und mitreißende Melodien das Programm und machten Lust auf ein fröhliches Weihnachtsfest.

Dirigent Matthias Müller, der die Stücke ausgesucht hatte, verbarg dabei seine Liebe zu Marsch und Polka nicht. Regelmäßig kam zur Freude des Publikums sein Herzblut durch. Das wurde besonders vor der Pause mit dem Stück „Stars and Stripes – unter dem Sternenbanner“ deutlich. Dazu spielte das Orchester im Stehen und die Zuschauer begleiteten das Stück mit rhythmischem Klatschen. Mit der Interpretation bewiesen die Bläser, dass sie durchaus bei einer der großen Paraden in Amerika mitlaufen könnten. Nicht weniger schwungvoll zeigten sich eine ganze Reihe von Filmmelodien, darunter „Pirates of the Caribbean“ oder „There’s no Business like Showbusiness“.

So stellte Müller ein dynamisches und rasantes Programm zusammen, das von ein paar getragenen Stücken zum Luftholen für Bläser und Publikum ergänzt wurde. Zur frischen, jungen Handschrift von Müller passte die Moderation von Tobias Kämmerer, der wie der Dirigent sein zweites Weihnachtskonzert feierte. Die meisten kennen den HR3-Mann als flotte Stimme aus dem Radio. Diesmal kam er aber nicht aus dem Äther, sondern als Ansager von der Bühne im Bürgerhaus. Kämmerer wohnt bereits seit einigen Jahren im Babenhäuser Stadtteil und findet hier mit seiner Familie den nötigen Ausgleich zu seiner Arbeit im Funkhaus. Galant und frisch setzte er dem Konzert das i-Tüpfelchen auf, auch wenn das, wie er sagte, der Konzentration bedurfte: „Ich hatte vorher einen Kindergeburtstag mit elf Mädchen zuhause. Da ist es gar nicht einfach, den Brückenschlag von Prinzessin Lillifee zu einer seriösen Moderation zu finden.“

Auf ihr Weihnachtskonzert hatten sich die Musiker stetig nach den Sommerferien vorbereitet. Mit dem erfolgreichen Auftritt unterstrich Hergershausen erneut seine Rührigkeit: Hatte am Freitagabend erst Herigar zur Sonnenwendfeier mit musikalischem Auftritt geladen, bot das Blasorchester einen Tag darauf mit seinem Weihnachtskonzert einen weiteren Glanzpunkt. Dazu wartete auch noch der lebendige Adventskalender. So lässt sich sich nicht nur an diesem adventlichen Wochenende vermelden: In Hergershausen ist eigentlich immer was los.

Quelle: op-online.de

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