Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“

Für Hoffnung und Liebe

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145 Pakete hat Simone Finn in ihrem Treppenhaus gestapelt. „So wirkt das Ganze noch etwas gewaltiger“, sagt sie dazu. Gerade die Besucher, die ihre Spenden persönlich abgeben, bestätigen ihr das immer wieder.

Babenhausen - Auch in diesem Jahr denken und handeln viele Menschen gerade zum Jahresausklang humanitär und liebevoll. 145 Päckchen schicken die Babenhäuser für die Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ von „Geschenke der Hoffnung“ auf die Reise nach Osteuropa. Von Lars Herd 

Zunächst werden die Pakete von der Unter- zur Großsammelstelle nach Aschaffenburg gebracht, von dort kommen sie nach Berlin und werden dann nach Osteuropa weitergeleitet – in der Regel nach Bulgarien oder Rumänien. In diesem Jahr kam in Aschaffenburg die stolze Summe von 1 122 Schuhkartons zusammen. In Babenhausen selbst waren es diesmal weniger Kartons als in den zurückliegenden Jahren. Dennoch ist Simone Finn, Leiterin der Untersammelstelle in Babenhausen, mit den 145 Schuhkartons, die sie vor wenigen Tagen nach Aschaffenburg gebracht hatte, zufrieden. Zwar ist die Untersammelstelle in Babenhausen nun schon geschlossen, doch bis zum 30. November können zumindest online noch Kartons gepackt werden. Auch für nächstes Jahr können jederzeit Spielsachen oder Klamotten abgegeben werden.

Nicht nur von Privatpersonen erhielt Finn in diesem Jahr viele Sachspenden. Auch einige Firmen beteiligten sich an der Aktion, um bedürftigen Kindern ein schönes Weihnachtsfest zu bescheren. „Privatspendern, die Geld für die Aktion oder gekauftes Zupackmaterial wie Zahnpasta und -bürsten, Hefte und Spitzer, Kleidung, Schokolade zur Verfügung stellen, gilt mein besonderer Dank“, sagt Finn fröhlich, „so kann jedes Paket komplettiert und jeder Zentimeter im Schuhkarton ausgenutzt und gefüllt werden.“

Für Finn ist es schön, zu erleben, wie unterschiedlich die Formen der Unterstützung sind. So gibt es Menschen, die Schals sowie Mützen stricken und vorbeibringen, andere machen ihre eigene Packparty und liefern dann 15 Pakete ab. Auch ganze Jugendeinrichtungen, wie die Kinder- und Jugendförderung in Babenhausen, machen mit und bringen gemeinsam mit den Kindern 20 Pakete in die Untersammelstelle. Besonders hat sich Finn über einen anonymen Spender gefreut: Als sie eines Morgens den Briefkasten leerte, fand sie einen Umschlag, in dem ein Zeitungsartikel über die Aktion und eine Geldspende waren.

Mittlerweile schon fast traditionell, kommen jedes Jahr ein paar Frauen zu einer Päckchenparty im Hause Finn zusammen. Bei Plätzchen und Sekt prüfen die Damen die Pakete, legen noch etwas dazu oder packen sie komplett neu zusammen und verbringen dabei einen netten Abend. „Wir freuen uns sehr, wieder etliche Kinderaugen zum Strahlen bringen zu können und danken für den Einsatz jeglicher Art“, betont Finn, die die Aktion in Babenhausen seit vier Jahren leitet. Insgesamt werden die Schuhkartons schon seit etwa 15 Jahren in Babenhausen abgegeben und an bedürftige Kinder weitergeschickt.

Auffallend sei in diesem Jahr vor allem gewesen, wie bedacht und liebevoll gepackt wurde. „Mitmachende scheinen die Bedingungen gut zu kennen und zu beachten“, freut Finn sich, erklärt aber auch, dass oftmals vor allem Geschenke für Mädchen zwischen fünf und neun Jahren abgegeben werden: „Es wäre schön, wenn mehr für Jungs dabei wäre. Gerade das Alter von zehn bis 14 wird fast gar nicht bedacht.“

Besonders wichtig ist es der Mutter von drei Kindern, dass diese lernen, Spielsachen zu teilen. Gerade in der heutigen Zeit, in der Kinder viele Dinge besitzen. „Ihnen muss auch klar werden, dass andere nicht so viel haben“, erklärt sie, „diejenigen, für die wir spenden, freuen sich ja schon über Kleinigkeiten wie Luftballons oder Flummis.“ Jedoch müssen sich die Kinder in Bulgarien und Rumänien noch einige Zeit gedulden, bis sie ihre Geschenke bekommen. Zwar besteht die Hoffnung, sie bis Weihnachten zu überbringen, doch in der Regel dauert es bis Januar oder Februar. „Doch das ist egal“, sagt Finn abschließend, „schließlich geht es darum, Liebe und Hoffnung zu vermitteln.“

Wer selbst noch an der Aktion „Weihnachten im Schuhkarton“ teilnehmen will, kann bis zum 30. November unter www.geschenke-der-hoffnung.org/projekte/weihnachten-im-schuhkarton mitmachen.

Quelle: op-online.de

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