Große Augen und rote Backen

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Eine Tasse Punsch tat gut die Kälte beim Weihnachtsmarkt. Brot aus dem Holzofen gab es bei den christlichen Pfadfinder „Royal Ranger“.

Babenhausen ‐ Auf den Dächern der Altstadt glitzerte der Schnee in der Sonne, als Bürgermeisterin Gabi Coutandin gemeinsam mit der Ersten Kreisbeigeordneten Rosemarie Lück und dem DRK-Vorsitzenden Helmut Fendt am Samstagvormittag den traditionellen Weihnachtsmarkt des Roten Kreuz auf dem Marktplatz eröffnete. Von Petra Grimm

Frau Holle hatte ihre Kissen rechtzeitig ausgeschüttelt und für ein malerisches, winterliches Ambiente gesorgt. Der Kinderchor aus Langstadt unter der Leitung von Dieter Haag lud nach seinem Vortrag noch zum Mitsingen ein. Das ließen sich die Gäste bei der Eröffnung nicht zweimal sagen und stimmten fröhlich „Alle Jahre wieder“ an.

Zwei Tage lang war in den Gassen Schlemmen, Stöbern, Einkaufen und Bekannte treffen angesagt. An den Tischen standen die Besucher trotz der eisigen Temperaturen zusammen und unterhielten sich gut gelaunt bei einer Tasse Kaffee oder Glühwein. Die Kinder drehten Runden auf dem Karussell und freuten sich über die Lebkuchen, die der Weihnachtsmann verteilte. Mit großen Augen und roten Backen nahmen sie das süße Geschenk entgegen. Die lebende Krippe mit Eseln und Kühen, der Nachtwächterrundgang, eine Hobbykünstlerpräsentation und die große Ausstellung von Cellba-Puppen, die der Heimat- und Geschichtsverein in der Stadtmühle liebevoll aufgebaut hatte (Bericht folgt), bereicherten den Markt. Einige Geschäftsleute luden am Sonntag zum Tag der offenen Tür und beteiligten sich mit Gewinnspielen oder anderen Aktionen am Treiben. Auf der Weihnachtsbühne sorgten verschiedene Chöre und Orchester für stimmungsvolle Live-Musik.

Was 1973 mit einem Kerzenverkaufsstand des Jugendrotkreuzes und sechs Büdchen begonnen hat, hat sich über die Jahre dank der Energie von DRK-Chef und Marktprofi Helmut Fendt zu einer vorweihnachtlichen Großveranstaltung entwickelt, die aus dem Veranstaltungskalender der Stadt nicht mehr wegzudenken ist. Rund 70 Buden von professionellen Beschickern, aber auch Babenhäuser Vereinen und anderen Gruppen boten Geschenkartikel, Weihnachtsschmuck, Dinge für den Alltag und kulinarische Leckerbissen an. „Wir haben viele Stammbeschicker, die seit Jahren dabei sind“, sagte Helmut Fendt, der den Babenhäuser Imker Martin Hartmann für seine 15-jährige Treue sowie Joachim Stoffel und Roland Pöschl, die beide seit 25 Jahren mitmachen, ehrte.

Geld sitzt nicht mehr so locker

Eine Premiere auf der Marktmeile des DRK hatte Familie Flor aus Marburg, die in ihrem Wagen Waffeln, Crepes und Quarkbällchen verkaufte. „Waffeln gehen gut, da sind wir wohl die Einzigen heute, die das verkaufen. Aber Quarkbällchen sind hier scheinbar nicht so bekannt“, sagte Peter Flor, Chef des kleinen Familienunternehmens. Er ist über die Internet-Seite von Helmut Fendt auf den Babenhäuser Markt gestoßen, sagte der hauptberufliche Beschicker, der von klein auf mit seiner Familie und dem Imbiss-Wagen auf Märkten und Festen unterwegs war. Er ist nie allzu lange an einem Ort.

„Für mich trägt es sich eher, wenn wir für kürzere Zeit an verschiedenen Orten sind, als vier Wochen auf einem Platz. Die ganz großen Weihnachtsmärkte lohnen sich für mich nicht“, erzählte der 50-Jährige. „Da sind die Platzmieten oft zu hoch. So viele Waffeln kann ich ja gar nicht verkaufen. Es muss sich ja rechnen, denn ich ernähre eine Frau und zwei Kinder damit.“ Dass das Geld bei seinen Kunden heute oft nicht mehr so locker sitzt, dafür hat er Verständnis: „Statt wie früher zwei Waffeln, wird für zwei Kinder jetzt halt nur noch eine gekauft und aufgeteilt. Meistens ist eine ganze Waffel für kleine Kinder ja eh zu viel.“

Quelle: op-online.de

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