Wie ein Weihnachtswunschzettel

+
Skateanlage, Klettergerüst und ein Basketballfeld: Die Kinder und Jugendliche in Sickenhofen wissen, was sie wollen.

Sickenhofen - Manche Dinge passen perfekt in die Jahreszeit, so wie jetzt die Befragung der Sickenhöfer Kinder und Jugendlichen, was aus deren Sicht im Stadtteil fehlt. Von Michael Just

Wie an Weihnachten konnten sie mit ihren Wünschen loslegen und wie beim Wunschzettel für das Christkind wird es wohl auch so kommen, dass vieles berücksichtigt wird.

„Wir wollten die Meinungen in diesem Jahr unbedingt noch einholen“, erzählt Stadtjugendpfleger Michael Spiehl. Nach den Befragungen in Langstadt und Hapertshausen war nun Sickenhofen an der Reihe. Mit 270 Heranwachsenden gilt der Ort als unterversorgt, was die Freizeitangebote betrifft. Dass hier Mangel herrscht, wurde schon am Treffpunkt deutlich: In der Alten Schule gab es weder Tische noch Bänke, so dass alles in einer Stehrunde erörtet wurde. Das ließ nicht nur die Beine der Kinder schnell ermüden. Aus der Besichtigung des Bolzplatzes, der in Zukunft eine Freizeitfläche mit Ballspielplatz wird, wurde auch nichts mehr, da es beim angesetzten Treffpunkt um 16.30 Uhr schon düster wurde.

Die Alte Schule hatte zumindest den Vorteil, dass sich die Kids gleich vor Ort ein Bild von ihrem zukünftigen Jugendraum machen konnten. Vom Ortsbeirat forciert, soll hier bald ein Treffpunkt für Jung und Alt entstehen. Um den Jugendraum und die Freizeitfläche konzentrieren sich derzeit die Hauptwünsche der Kinder. Für die Gestaltung der Freizeitfläche votierten die meisten Vorschläge für Skaten und Grillen. Des Weiteren wurden ein Klettergerüst, eine steile Rutsche, Basketballkörbe samt Feld, eine Seilbahn, ein zentraler Unterstand bei Regen und für den Bolzplatz weniger Löcher sowie ein Zaun gegen die Hunde angemerkt. Ewig auf dem Wunschzettel dürften wohl die Videothek, das Kino, eine Höhle und die Eishalle bleiben. Selbst die Skateanlage dürfte schon schwierig werden, da deren Errichtung einen sechsstelligen Betrag erfordert. Dazu gibt es Skate-Parks schon in Reichweite, sprich in der Kernstadt und in Hergershausen.

Auch einige Erwachsene, die der Runde beiwohnten, hatten konstruktive Vorschläge: Am interessantesten war die nach einem Rodelberg und einem betonierten Zugang zur Gersprenz, der den Fluss erfahrbar macht. Für den Jugendraum hat sich Michael Spiehl schon jetzt die Unterstützung der Kids erbeten: „Ich hoffe, ihr werdet beim Her- und Einrichten alle mithelfen.“

Mit der Freizeitfläche soll laut Bürgermeisterin Gabi Coutandin im nächsten Frühjahr begonnen werden. Ob und wann die anderen Vorschläge umgesetzt werden, steht noch nicht fest. Der übliche Weg läuft über den Ortsbeirat, der einen Antrag an den Magistrat stellt. Der wendet sich dann an die Verwaltung oder ans Parlament. Mit einem bekannten Zitat aus der Erwachsenenwelt: „Gut Ding will Weile haben“, bat Spiehl seine Schützlinge, bei der Umsetzung reichlich Geduld mitzubringen.

Quelle: op-online.de

Kommentare