Fest auf dem Marktplatz

Wein und Spargel harmonieren

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Ein gutes Tröpfchen sowie ein Spargel-Gericht genoss dieser Tisch mit Babenhäuser Bürgern am Samstagabend. Der Sonnenschein machte das Wein- und Spargelfeld, das sich auf Expansionskurs befindet, zum großen Anziehungspunkt.

Babenhausen - Nach Regen in den vergangenen Jahren spielt das Wetter beim Fest auf dem Marktplatz wieder mit und sorgt für großen Andrang. Von Michael Just

Es fiel am Wochenende sofort auf: Während sich sonst nur das Altstadtfest oder der Ostermarkt durch die Bummelgass' schlängeln, ist das Wein- und Spargelfest nun auf dessen Fersen. „Ja, wir haben uns vergrößert“, bestätigte Organisator Helmut Fendt auf Nachfrage, dass die Veranstaltung, die einst nur auf dem Marktplatz zu Hause war, nun die Fühler weiter ausgestreckt hat. Eine Begründung liegt laut dem Organisator darin, dass in diesem Jahr der Gewerbeverein als Ausrichter mit im Boot saß.

Die Expansion zeigte sich unter anderem bei den Weinständen: Hier wuchs die Zahl von bisher vier auf sieben an. Bei den Spargelgerichten machte es die räumliche Ausdehnung möglich, dass neben dem Schwartzen Löwe nun auch der Rote Hahn das edle Gemüse servierte. Weitere Gaumenfreuden ließen sich unter anderem an einem Flammkuchen-, einem Würstchen-, einem ungarischem Langos- oder einem Chips-Stand genießen. Letzterer bot Kartoffel-Spezialitäten mit Dip.

Auch weitere Einkaufs-möglichkeiten kamen dazu, so dass Helmut Fendt die Beschickerzahl bei rund 20 festmachte. Nicht weiter auszubauen brauchte man das Musikangebot: Das gilt schon seit Beginn des Festes vor zehn Jahren als wichtiger Bestandteil mit Klängen sowohl am Samstagabend als auch den ganzen Sonntag. Nach den guten Erfahrungen im letzten Jahr trat am Samstag ab 18 Uhr erneut „Funny-Music“ aus Groß-Umstadt auf. Das war genau der richtige Startpunkt, denn ab diesem Zeitpunkt wurde das Fest nach der Eröffnung um 14 Uhr mit Stadtrat Kurt Lambert, der Bürgermeisterin Gabi Coutandin vertrat, merklich lebhafter. Am Abend waren dann die Bänke wie gewohnt voll, um die guten Tröpfchen in geselliger Runde zu genießen. Zum ersten Mal gab es einen Weinprobierpass zum Preis von zehn Euro, der sieben Weinproben beinhaltete. Damit war das Ziel verbunden, das Mehr an Werbung zu refinanzieren.

Der Sonntag zeigte sich höchst sonnig und damit als der stärkste Tag, was Helmut Fendt die Zufriedenheit zurückbrachte, die ihm der Regen beim Wein- und Spargelfest der Jahre 2013 und 2012 genommen hatte. Nach dem Frühschoppen griff Helmut Fendt am Sonntagnachmittag zum Mikrofon – und das nicht für eine Ansage oder Dankesworte. Viele Besucher schauten mit großen Augen, als der engagierte Babenhäuser zum ersten Mal seine Sangeskünste bewies. „Im Winter habe ich mit unserer Odenwälder Stimmungskapelle Urig und Echt drei Lieder eingeübt, darunter eines von den Zillertaler Schürzenjägern und eines von den Ladinern“, erläuterte der neue Babenhäuser Volksmusik-Star.

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Die Weine kamen aus Franken, Rheinhessen, der Mosel und aus Württemberg. Zum ersten Mal war das Weingut Hill aus Udenheim mit von der Partie. Laut Winzer Rainer Hill (58) lohnt sich ein Weinfest für einen Winzerbetrieb, sofern das Wetter mitspielt. Da sich die Tochter des Chefs um die Betriebswirtschaft kümmert, ruhen die Hoffnungen auf dem Neffen, dass der derzeitige Weinanbau-Student den Betrieb eines Tages weiterführt. „Die Arbeit ist einfacher geworden. War früher der Weinanbau knochenhart, geht heute fast alles maschinell“, sagte der Selbstabfüller.

Wie die Jahre zuvor, sorgte auch beim 10. Wein- und Spargelfest für Verwunderung, dass kein Wein aus Groß-Umstadt in die Gläser wanderte. Laut Helmut Fendt würde er die Weininsel gerne aufnehmen, doch die Rücksprache mit der Genossenschaft habe ein Problem offenbart: So habe Groß-Umstadt nicht genug Wein, um auf allen Festen präsent zu sein. Außerdem gebe es nur zwei Winzer, die überhaupt auf Weinfeste gehen. „Der eine hat schon eine Veranstaltung dieses Wochenende. Der andere hat mit einer zu großen Hütte ein praktisches Problem für Babenhausen“, berichtete Fendt.

Auch ohne Repräsentanz der Nachbarn huldigten die Babenhäuser den Weingöttern Bacchus und Dionysos, so wie Kurt Willand, der am Samstagabend zu den ersten Besuchern gehörte. „Früher habe ich mehr süß getrunken. Jetzt trinke ich eher trocken, weil meine Erfahrungen besagen, dass trocken weniger Kopfweh bereitet“, führte er lachend an. Neben der Geselligkeit war er gekommen, um die lokale Festkultur zu unterstützen. „Wenn in Seligenstadt Weinfest ist, dann ist die Begeisterung der Babenhäuser immer groß. Das kann hier genauso gut werden, wenn man die Sache nur unterstützt“, so seine überzeugenden Worte mit einem Schuss Lokalpatriotismus.

Quelle: op-online.de

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