„Weisse Ross“

Frische Produkte um die Ecke

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Das „Weisse Ross“ ist seit kurzem wiederbelebt. Nicht mehr als Gasthaus, aber als Laden für den täglichen Bedarf. Angelika Burkard (links) liebt den Kontakt zu ihren Kunden, die im neuen Ladencafé Kuchen und ein gutes Buch finden.

Harreshausen - Das „Weisse Ross“ ist seit kurzem wiederbelebt. Nicht mehr als Gasthaus, aber als Laden für den täglichen Bedarf. Von Corinna Hiss 

Tanja Gotta freut sich. Seit kurzem muss sie sich nicht mehr frühmorgens ins Auto setzen und in Babenhausen die Frühstücksbrötchen beim Bäcker holen. Jetzt kann sie die frischen Backwaren direkt um die Ecke im Ladencafé „Weisses Ross“ holen.

Der Innenraum des Cafés, das jetzt in Harreshausen neu eröffnet hat, gleicht einer gemütlichen Wohnstube. Ein Kamin sorgt für eine heimelige Atmosphäre, ein runder Holztisch in der Mitte lädt zum Verweilen ein und die renovierten Fachwerkbalken an der Decke fügen sich gut ins Gesamtbild ein. Auf rund 35 Quadratmetern hat Angelika Burkard mit Hilfe ihres Mannes eine Lücke in Harreshausen geschlossen, an der sich viele Anwohner vorher gestört haben.

„Im Ort hat ein Café gefehlt, wo die Nachbarn schnell Milch, Brötchen und Eier holen können und wo es einen Platz gibt, um zusammenzukommen“, beschreibt die 50-Jährige, die seit 30 Jahren in Harreshausen wohnt und seitdem die Nahversorgung im Ort bemängelt. Angelika Burkard wohnt zusammen mit ihrem Mann Friedrich in einem großen Haus, in dem es seit jeher Gastronomie gab: Der Gasthof „Weisses Ross“ wurde im Haus jahrelang von einem Pächter betrieben, bis die Kneipe zumachte und die alten Räume leer blieben.

Caféspezialitäten und alltäglicher Bedarf

„Was soll ich denn mit dem ganzen Platz für uns zwei“, schmunzelt Angelika Burkard und beschloss daher kurzerhand, die Sache einfach selbst in die Hand zu nehmen. In Eigenarbeit baute das Ehepaar die alte Gaststätte innerhalb von einem Jahr um und füllte sie wieder mit Leben. Statt Rouladen mit Knödeln gehen jetzt selbst gebackene Kuchen und eigens zubereiteter Kaffee über den Tresen.

Neben traditionellen Caféspezialitäten sorgt die Harreshäuserin auch für den alltäglichen Bedarf: Konserven, Pudding, Putzmittel oder Öl füllen das Regal im Laden. „Wir sind eine Mischung aus Laden und Café“, beschreibt sie. „Viele kommen einfach nur und kaufen kurz ein, manche setzen sich noch hin zu einem Plausch, wenn Zeit dafür ist.“ Die Gespräche werden dann meist am runden Stammtisch geführt, an dem auch schon im „Weissen Ross“ der neueste Klatsch und Tratsch beredet wurde.

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Das Ladencafé betreibt Angelika Burkard neben ihrem Beruf als OP-Schwester. „Heute stand ich bis in die Nacht am OP-Tisch, danach ging es heim und um sieben Uhr morgens kommen die Brötchen“, beschreibt sie ihren neuen Alltag. Ihre Devise: regionale Produkte verkaufen. So bekommt sie ihre Brötchen vom Becker Heid aus Babenhausen, die frische Wurst liefert die Metzgerei Sauerwein aus Schaafheim, die Eier stammen vom Auehof. Auch Kartoffeln und Honig kommen direkt aus Harreshausen. „Die regionalen Produkte sind der Renner“, freut sich die frisch gebackene Gastronomin, die jeden Abend zwei Kuchen für das Ladencafé backt. Beliebt sind ihr Birnen-Schoko-Kuchen oder andere hausgemachte Süßspeisen.

In der kurzen Zeit, in der das Ladencafé nun offen hat, hat sich bereits ein kleiner Stamm an Kunden gebildet, der regelmäßig vorbeikomme. Attraktiv ist für Tanja Gotta neben den frischen Produkten auch die „Bookcrossing“-Station, die es ermöglicht, im Café ein Buch kostenlos auszuleihen und an jeder anderen „Bookcrossing“-Station weltweit wieder abzugeben.

Quelle: op-online.de

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