Weit oben, aber nicht an der Spitze

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Für die auf dem Stepper gelassenen Kalorien gab es Punkte.

Babenhausen - Obwohl die TVBler am Sonntagnachmittag - im wahrsten Sinne des Wortes - im Schweiße ihres Angesichts um jeden Punkt gekämpft haben, hat es am Ende nicht ganz gereicht. Von Petra Grimm

„Ihr seid weit oben, aber nicht ganz oben“, sagte hr 4- Moderatorin Britta Wiegand nach fast zwei Stunden Sendung in der Turnhalle mit Blick auf das Endergebnis von 5159 Punkten. „Nach dem derzeitigen Stand liegen wir auf dem achten Platz“,rechnet TVB-Vorsitzender Bert Bernhardt aus. Kein schlechtes Ergebnis, denn immerhin haben bisher schon rund 30 Vereine teilgenommen.

Spannend war es beim Quiz rund um Historie, Region und den Verein.

Aber nur die ersten vier kommen in die Endausscheidung zum „Verein des Jahres“, nach dem der Hessische Radiosender seit November vergangenen Jahres sucht. Bis Juni noch werden Vereine in ganz Hessen ihr Bestes geben, um bei dem Wettkampf zu punkten. Dem Sieger winken immerhin 6 000 Euro, dem Zweitplatzierten noch 3000.

Vier Aufgaben galt es zu lösen. Der Start in der Turnhalle, wo entsprechend der Zielgruppe des Senders mehrheitlich ältere Semester die Akteure auf der Bühne anfeuerten, hätte besser nicht sein können. Die 48-Stunden-Aufgabe, für die zwölf Vereinsmitglieder seit Freitagnachmittag im Einsatz waren, wurde mit Bravour gelöst: Das Entrümpeln, Streichen und Aufräumen der Geräteräume und das Herrichten des Gymnastikbereichs in der Halle kam so gut an beim hr-Team, dass es zusätzlich zu den 1 000 Punkten noch 250 Bonuspunkte extra gab.

Das Publikum jubelte und Bert Bernhardt, der sich das Amt des TVB-Vorsitzenden mit Ute Teuchner teilt, strahlte. Er erwies sich an diesem Nachmittag als wahrer Tausendsassa und seines Amtes unbedingt würdig. Er plauderte nicht nur souverän in die Mikros von Britta Wiegand und ihrer Kollegin Conny Bächstädt und präsentierte den Verein mit viel Humor, sondern half auch bei den verschiedenen Aufgaben mit.

So sah man ihn zwischendurch auf dem Stepptrainer, auf dem sich verbrauchte Kalorien in Punkte verwandelten. Hier schwitzten eine Stunde lang, abwechselnd jede Menge TVBler - Frauen und Männer, junge und ältere Sportler. Und sie legten sich so ins Zeug, dass Britta Wiegand warnte: „Fallt nicht vom Stepper. Das gibt keine Extrapunkte.“ Am Ende musste das Gerät von Vorstandsmitglied Klaus Bornschlegell mit nassen Lappen gekühlt werden. Da stiegen dann deutlich sichtbare Dampfwolken hoch. Vollen Einsatz zeigte auch das Team, das für die fünf Quizfragen rund um Historie, Region und den Verein zuständig war. Neben Ute Teuchner und Bert Bernhardt hatten die drei Heimatkundler und Stadthistoriker Ria Fischer, Georg Wittenberger und Ute Wittenberger Position an den Mikros bezogen.

Hier lag es sicher am Zeitdruck, dass nicht die volle Punktezahl erreicht wurde. Innerhalb von nur 60 Sekunden mussten zwei Fragen über den Verein (keine richtig) und zwei zur Stadthistorie (eine richtig), außerdem die Frage nach dem zweiten Vornamen von Turnvater Friedrich Jahn (richtig: Ludwig) beantwortet werden.

Für die beiden richtigen Antworten gab es weitere 200 Punkte. Applaus und Jubel im Publikum, das sich mit Kuchen und belegten Brötchen stärkte. Zur Motivation der Akteure und Gäste, darunter auch Bürgermeisterin Gabi Coutandin, lieferte Bert Bernhardt immer wieder den Punktezwischenstand auf einer Tafel, die er vor dem Moderatorenpult abstellte. Die letzte Aufgabe der Radio-Show wurde hervorragend von Sonja Alker aus der Gymnastikgruppe gelöst. Sie hat sich im Verein inzwischen einen Namen als Verfasserin von Gedichten für Vereinsjubilare, Geburtstagskinder oder auch Erkrankte gemacht. In Reimform erklärte sie, wie Babenhausen zu seinem Namen kam und warb um Besucher für die schöne Altstadt.

Alles in allem hat es nicht ganz gereicht. Es wird deshalb nicht zu einer Finanzspritze für den geplanten Um- oder Neubau der TVB-Halle durch den Hessischen Rundfunk kommen. Aber der Verein hat sich und die Stadt auf sympathische Weise präsentiert und einem größeren Publikum bekannt gemacht.

Quelle: op-online.de

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