Mit Weiterbildung fit für Arbeitsmarkt

Darmstadt-Dieburg - (st) Arbeitnehmer müssen sich über Weiterbildung nachhaltig fit für den Arbeitsmarkt machen. Unternehmer sollten sich frühzeitig um qualifizierte Fachkräfte bemühen. Diese Einsicht reift auf beiden Seiten immer stärker.

Wer sich weiterbilden will, erhält Hilfe. Seit rund acht Monaten wirbt die Qualifizierungsbeauftragte des Landkreises, Monika Krutsch, erfolgreich für mehr Weiterbildung. „Jeder Arbeitnehmer hat seine eigene Bildungsgeschichte, deshalb unterstützt die Qualifizierungsbeauftragte bei der Suche nach individuellen und passgenauen Lösungen“, sagt Kreisbeigeordneter und Bildungsdezernent Christel Fleischmann.

Anreize schafft Qualifizierungsbeauftragte Krutsch beispielsweise mit dem Qualifizierungsscheck, mit dem Bildungswillige vom Land Hessen die Hälfte der Weiterbildungskosten, maximal jedoch 500 Euro erhalten. Angesprochen sind Arbeitnehmer in kleinen und mittleren Unternehmen, die älter als 45 Jahre sind oder eine berufliche Tätigkeit ausüben, für die sie keinen anerkannten Abschluss haben. Neuerdings können auch Beschäftigte von Vereinen den Qualifizierungsscheck in Anspruch nehmen.

In der Mehrzahl haben bisher Menschen über 45 Jahren den Scheck erhalten, darunter viele Frauen. Künftig sollen laut Krutsch verstärkt auch ungelernte Arbeitnehmer angesprochen werden. „Diejenigen, die sich für eine Weiterbildung entscheiden, sind meistens hoch motiviert und überzeugt davon, dass es ihnen auf ihrem beruflichen Weg weiterhilft, wenn sie sich mit neuen Themen befassen“, so die Erfahrung von Monika Krutsch. Viele kommen schon mit einem konkreten Bildungsziel und sind bereit, dafür auch eigenes Geld und Zeit zu investieren.

Weiterbildungsthema muss zur beruflichen Tätigkeit passen

Der Scheck wurde von ihr bereits für Buchhaltungs- und EDV-Kurse, Weiterbildungen in Gesprächsführung oder zum Berufskraftfahrer und für Englischkurse ausgestellt. „Die meisten Interessierten haben im Internet, bei Vorträgen, über unseren Flyer oder aus der Zeitung schon etwas über den Qualifizierungsscheck erfahren und rufen dann bei mir an“, erzählt Krutsch. Manche würden aber auch von ihrem Arbeitgeber „geschickt“. Das Verfahren sei relativ einfach. Es gibt ein Beratungsgespräch, oft auch in den Betrieben. Dann wird geprüft, ob die Kriterien für den Quali-Scheck erfüllt werden und nach passenden Seminaren in der Region gesucht. Das gewählte Weiterbildungsthema muss zur gegenwärtigen beruflichen Tätigkeit passen. Gerne werden laut Krutsch neben fachlichen auch Schlüsselqualifikationen wie Kommunikation oder Moderation gewählt. Ebenso sei die Förderung von Prüfungskosten oder Vorbereitungslehrgänge auf Prüfungen mit dem Qualifizierungsscheck möglich, fasst Monika Krutsch zusammen. Das Beratungsprotokoll gehe dann nach Frankfurt zum Verein „Weiterbildung Hessen“, wo der Scheck innerhalb von wenigen Tagen ausgestellt werde.

Nur in wenigen Fällen konnte der Qualifizierungsscheck nicht ausgehändigt werden. „Wer zu jung ist, nicht in einem kleinen oder mittelständigen Betrieb beschäftigt ist oder einen Bildungsträger wählt, der nicht zertifiziert ist, hat schlechte Karten“, so Krutsch.

Die Qualifizierungsbeauftragte des Landkreises Darmstadt-Dieburg ist erreichbar unter Tel.: 06071 8812318 und per E-Mail: m.krutsch@ladadi.de.

Jenseits des Schecks hilft sie hier mit anderen Unterstützungsmöglichkeiten weiter. „Gemeinsam mit den Kunden schaue ich dann, ob vielleicht eine Bildungsprämie, das Meisterbafög, Fördermöglichkeiten der Agentur für Arbeit oder andere Angebote weiterhelfen können.“

Quelle: op-online.de

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